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Damals: Hohe Kunst der Mode

Aus vergangenen Zeiten – das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?

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Designerin Madeleine Bühler mit Modellen aus ihrer aktuellen Prince-de-Gall-Kollektion.

Designerin Madeleine Bühler mit Modellen aus ihrer aktuellen Prince-de-Gall-Kollektion.

Bild: PD (24. November 2011)

Vor 100 Jahren

23. November: Lichtensteig. Alle Freunde edler Musik wollen wir hinweisen auf den Klavier-Abend vom nächsten Sonntag in Lichtensteig, den der tüchtige, bewährte Herr Musikdirektor Wüest unter Mitwirkung von Fräulein Nina Hidber, Altistin, im Kronensaal daselbst geben wird. Wer Herr Wüest als Musiker kennt, weiss, dass das Konzert vom Sonntag hohen Genuss bieten wird und sollten die musikliebenden Kreise Wattwils und Umgebung wirklich nicht versäumen, nächsten Sonntag Herr Musikdirektor Wüest durch zahlreichen Besuch zu zeigen, dass sein Name auch bei uns guten Klang hat.

23. November: Bazenhaid. Nachdem nun die kathol. Kirchgemeinde Bazenhaid seit 30 Wochen ohne definitive Besetzung der Pfarrstelle war, konnte die erstere am vergangenen Sonntag die Installation ihres neuen Pfarrherrn, nämlich Hochw. H. Pfarrer R. Oberholzer von Oberegg, festlich begehen. Die sonst schon schmucke Kirche war reichlich ins Grüne gekleidet. Nach dem kirchlichen Akte fand eine schlichte Feier im «Hirschen» statt. Musik und Kirchenchor halfen zur Verschönerung des festlichen Anlasses redlich mit.

Vor 50 Jahren

19. November: Oberhelfenschwil. Aus den Verhandlungen des Gemeinderates: Zurzeit sind Verhandlungen im Gang über den Bau eines Hallenschwimmbades im Neckertal. Am Bau der regionalen Schwimmhallen sind vor allem die Schulgemeinden interessiert, doch werden auch Beiträge der Politischen Gemeinden erwartet. Zunächst laufen nun die Verhandlungen betreffend den günstigsten Standort im Neckertal. Für Oberhelfenschwil als Randgemeinde der Region Neckertal ist es sehr wichtig, dass der Standort möglichst zentral gewählt wird. Sollte der Entscheid über den Standort für Oberhelfenschwil ungünstig ausfallen, so müsste der regionale Zusammenschluss mit der geplanten Schwimmhalle Bütschwil geprüft werden.

19. November: Wattwil. Evangelisch Wattwil besichtigt seine neue Orgel. Der vorgesehene Werkstattbesuch bei der Orgelbaufirma Kuhn in Männedorf findet am 2. Dezember statt. Entgegen den Erwartungen wird allerdings zu diesem Zeitpunkt die Orgel nur teilweise aufgebaut sein. Wir hoffen jedoch, dass sich durch diese Tatsache niemand von der Teilnahme abhalten lässt, handelt es sich doch hier um eine einmalige Gelegenheit, sozusagen «hinter die Kulissen einer Orgel zu sehen».

Vor 20 Jahren

19. November: Brunnadern. «En Tag mit em Wild(e) Rosali». Die Musikgesellschaft Brunnadern widmete die Unterhaltungen der ältesten Mitbürgerin. Sie nimmt im Brunnödliger Dorfleben einen Ehrenplatz ein, die 101-jährige «Rosali» Wild. «Die Sonne hat ihren Lauf, Rosali bin ich getauft. Wild ist mein Geschlecht, Brunnadern mein Bürgerrecht», lautet Rosalis Sinnspruch.

Mit dem Musikprogramm zeigten die Musikantinnen und Musikanten einen Tagesablauf ihrer betagten Mitbürgerin. Als «Rosali» amtete Lydia Niederer aus Schwellbrunn, eine Kurzepisode aus dem Alltag leitete jeweils zum nächsten Musikstück über. Rosali verweilte in der Zeit in ihrem Kämmerlein auf der Bühnenseite. Am Samstagabend war die Jubilarin nicht anwesend, sie erfreute Jung und Alt am Sonntagnachmittag.

23. November: Toggenburg. Ganz besondere Ehre kommt im Zusammenhang mit der Expo.02 den drei Toggenburger Gemeinden Wattwil, Wildhaus und Lütisburg zu. Sie werden zusammen mit fünf anderen Gemeinden in Neuenburg den Kanton St. Gallen repräsentieren.

Vor 10 Jahren

24. November: Lichtensteig. Madeleine Bühler hat sich mit ihrem Label Prince de Gall in der Modewelt etabliert. Nach 28 Jahren Geschäftstätigkeit in St. Gallen zügelt sie ihr Atelier an die Hauptgasse 11 in Lichtensteig und richtet dort einen eigenen Laden ein. Mode faszinierte Madeleine Bühler schon seit jeher. Gegen den Willen ihres Vaters liess sie sich im Atelier der Hofschneiderei in Vaduz ausbilden. Die Lehre als Damenschneiderin habe sie mit einer 5,9 beendet, was ihr einen Eintrag ins Goldene Buch des damaligen Fürsten Franz Joseph eingebracht habe, erzählt Madeleine Bühler stolz.

Mit 22 Jahren wagte sie dann den Schritt in die Selbständigkeit und gründete ihr Unternehmen Prince de Gall. 28 Jahre sind seither vergangen und Madeleine Bühler hat sich mit ihrem Label in der Modewelt einen Namen geschaffen. «Mit meinen Kleidern spreche ich alle Damen an, die beim Kauf ihrer Bekleidung einen grossen Wert auf Qualität, Eigenständigkeit und Design legen», fasst Madeleine Bühler zusammen.

Ihre Prince-de-Gall-Kollektionen stellt sie regelmässig in Fünf-Stern-Hotels vor. «Aus diesem Grund benötige ich grosse Lagerräume», erklärt sie. Diese habe sie in ihrem Atelier in St. Gallen nicht gehabt. Dies war einer der Gründe, warum Madeleine Bühler ihr Unternehmen nach Lichtensteig zügelt. Dazu komme, dass sie im Städtli ihren Traum von einem eigenen Laden verwirklichen könne. (red)

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