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Rotstift beim FC Zürich: Die Wiler Nationalspielerin Cinzia Zehnder hält dem Klub die Stange

Die 20-jährige Wilerin Cinzia Zehnder hat mit dem FC Zürich das Double geholt. Jedoch setzt «ihr» Klub den Rotstift an und will das Budget markant kürzen. Für die Mittelfeldspielerin kommt ein Wechsel zu einem anderen Klub aber nicht in Frage
Simon Dudle

Auf den ersten Blick scheint alles in bester Ordnung zu sein. Im ersten Jahr nach der Rückkehr vom Bundesligaklub SC Freiburg in die Schweiz gewann Cinzia Zehnder mit dem FC Zürich den Meistertitel und am vergangenen Samstag den Cup. Somit hat sie im Alter von noch nicht einmal 21 Jahren schon vier Meistertitel und drei Cupsiege errungen und ist Schweizer Nationalspielerin.

Und trotzdem ist nicht alles Gold, was glänzt. Selbstkritisch beurteilt Zehnder die Leistung der Zürcherinnen im Cupfinal gegen Lugano. Als Favoritinnen angetreten, taten sie sich gegen aufsässige Tessinerinnen schwer und mussten in die Verlängerung, wo ein einziger Treffer von Julia Stierli den Unterschied ausmachte. «Wir hatten Mühe mit dem Spielaufbau und die Abstimmung hat gefehlt. Ich bin enttäuscht von der Leistung. Wir können das definitiv besser», sagt die Wilerin rückblickend.

Eine wichtige Geldquelle versiegt

Für mehr Gesprächsstoff als der Cupfinal sorgte in den vergangenen Tagen aber die Meldung, dass FC-Zürich-Vereinspräsident Ancillo Canepa beim Frauenteam den Rotstift anzusetzen gedenkt. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge wird das Budget um einen Drittel gekürzt – von 750000 Franken auf noch eine halbe Million. Einer der Gründe soll laut der «Neuen Zürcher Zeitung» (NZZ) beim Weltfussballverband Fifa liegen. Dieser hatte der Stadt Zürich vor Jahren 20 Millionen Franken für den Bau eines neuen Stadions zugesichert. Dieses wurde nie gebaut, das Geld ist aber geflossen – und zwar in Entwicklungsprojekte für den Breitensport. Zu den Profiteuren gehörte auch die Frauenmannschaft des FC Zürich, der laut NZZ pro Jahr 150000 Franken zugeflossen sein sollen. Nun versiegt diese Geldquelle.

Kommt es bei den Frauen des FC Zürich zum grossen Exodus? Trainer Luca Fiorina wird den Klub nach einem Jahr wieder verlassen und zum Schweizer Fussballverband wechseln. Ersetzt wird er durch Andy Ladner. «Ich glaube nicht, dass es einen grossen Umbruch gibt. Es spielt niemand von uns in der Schweiz Fussball, um das grosse Geld zu verdienen», sagt Zehnder.

Ein Fokus liegt auch auf dem Medizin-Studium

Trotzdem spricht die Wilerin von einer «Notlage», in welche der Verein geraten sei. Die Situation sei alles andere als optimal. Die Budgetreduktion wirft die Frage auf, ob die Zürcherinnen ihren Status als Nummer eins im Schweizer Frauenfussball halten können oder von FC Basel überholt werden. «Ich hoffe, dass es reicht, die Infrastruktur aufrecht zu erhalten. Wir wollen das Niveau halten», sagt Zehnder.

Freude über den Gewinn des vierten Meistertitels mit dem FC Zürich: Cinzia Zehnder mit ihrem Freund Fabio Del Deo. (Bild: PD)

Freude über den Gewinn des vierten Meistertitels mit dem FC Zürich: Cinzia Zehnder mit ihrem Freund Fabio Del Deo. (Bild: PD)

Genau ein Jahr ist es her, seit die Wilerin das Projekt «Deutsche Bundesliga» abgebrochen hat und von Freiburg nach Zürich zurückgekehrt ist. Ein weiterer Wechsel kommt für die Mittelfeldspielerin nicht in Frage. Was auch daran liegt, dass sie seit vergangenem Sommer in Zürich Medizin studiert. Ende Juni stehen Prüfungen an. Ob sie während des zweiten Studienjahres beim FC Zürich und in der Schweizer Nationalmannschaft weiterhin das volle Pensum wird absolvieren können, steht noch nicht fest

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