Rote Zahlen trotz guter Auslastung

Uzwils Gemeindesaal gilt als politisches und kulturelles Zentrum. 1987 eingeweiht, ist das Gebäude stets dem neusten technischen Stand angepasst worden. Er dient verschiedenen Zwecken – von Konzerten bis hin zu Bürgerversammlungen.

Philipp Stutz
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Guter Überblick: Bühnenmeister Werner Gähwiler überwacht eine Veranstaltung vom Regieraum aus. (Bilder: Philipp Stutz)

Guter Überblick: Bühnenmeister Werner Gähwiler überwacht eine Veranstaltung vom Regieraum aus. (Bilder: Philipp Stutz)

UZWIL. Siegfried Kobelt hat 15 Jahre für den Gemeindesaal gekämpft. Das war vor rund dreissig Jahren. Heute wird der ehemalige Gemeindammann wieder prominent ins Bild gerückt, und zwar auf der Titelseite des Geschäftsberichts. Lange vor Wil und Gossau besass Uzwil einen eigenen Gemeindesaal. Es war aber ein steiniger Weg, ehe dieses Gebäude endlich realisiert werden konnte (siehe Kasten).

Rahmen für Feste und Theater

«Wir möchten den Gemeindesaal nicht missen – er erfüllt seine Funktion vollauf», sagt Verwaltungsleiter Thomas Stricker. Das Gebäude bildet den Rahmen für Feste, Kultur, Vereins- und Familienanlässe – und für Bürgerversammlungen. Seit der Eröffnung im Jahr 1987 ist er ständig dem Stand der Technik angepasst worden. Dank seiner Ausstattung finden die Räume für Konzerte, Theater, Cabarets, aber auch für Generalversammlungen, Seminare, Schulungen und Konferenzen Verwendung. Im Gebäude sind auch Übungslokale für Vereine integriert.

Gut ausgelastet

Dass derartige Anlagen nicht rentabel sein können, liegt auf der Hand. Einheimische Veranstalter profitieren von günstigen Tarifen. Der Saal ist nach den Worten des Verwaltungsleiters gut ausgelastet, schreibt aber rote Zahlen. So resultierte vergangenes Jahr ein Betriebsdefizit von 170 000 Franken. «Während der Wintermonate, das heisst vom November bis März, ist Hochsaison», sagt Stricker. «Dann könnten wir das Gebäude bis zu fünfmal zur selben Zeit vermieten.» Anders verhalte es sich beispielsweise während der Sommerferien, wo kaum Bedarf für diese Lokalität bestehe.

Die Gemeinde zeigt sich nicht gewillt, den Saal für jeden Anlass bereitzustellen. «Bar-Pub-Festivals lehnen wir beispielsweise ab», sagt Stricker. Er verweist darauf, dass vermehrte Belegung mit höherem Personaleinsatz einhergeht. Der Verwaltungsleiter lobt in diesem Zusammenhang das Personal. Hätten sich doch die bisherigen Bühnenmeister voll und ganz mit «ihrem» Saal identifiziert.

Lange Lebensdauer angestrebt

Der Gemeindesaal ist nach 28 Jahren in den Büchern der Gemeinde auf Null abgeschrieben. Das Gebäude verkörpert aber nach wie vor Millionenwerte, wie Thomas Stricker bestätigt. «Wir streben eine lange Lebensdauer an und wollen mit entsprechendem Unterhalt dafür sorgen, dass man dem Saal sein Alter nicht ansieht.» So wurden Bühnenbeleuchtung, Kulissenzüge, Vorhänge und andere Elemente der Bühnentechnik erneuert. Hinzu kam die technische Erneuerung mit Beleuchtung und Beschallung. Im Sommer wird die Heizung ersetzt. Das ist mit Kosten von 160 000 Franken verbunden. Ein entsprechender Kredit ist mit dem Budget 2015 gutgeheissen worden. Als nächstes steht die Erneuerung des Eingangsbereichs bevor. Sie steht in Zusammenhang mit dem Bau einer Fuss-/Radwegverbindung von der Sonnenhügel- bis zur Schöntalstrasse und wird voraussichtlich in zwei Jahren realisiert. Dies wird den Verlust von Parkplätzen zur Folge haben.

Der Gemeindesaal liegt im Grünen und ist dennoch zentral.

Der Gemeindesaal liegt im Grünen und ist dennoch zentral.

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