Rote Backen und kalte Hände am Oberuzwiler Weihnachtssingen - aber leider kein Schnee

Das jährliche Weihnachtssingen auf dem Dorfplatz in Oberuzwil zog wiederum mehrere hundert Personen an.

Christoph Heer
Drucken
Teilen
Weihnachtliche Stimmung: Die vielen Kerzen sind das i-Tüpfelchen am Oberuzwiler Weihnachtssingen.

Weihnachtliche Stimmung: Die vielen Kerzen sind das i-Tüpfelchen am Oberuzwiler Weihnachtssingen.

Bild: Christoph Heer

Zuerst hat der Präsident das Wort. Reto Almer ist es, der am Samstagabend die vielen Besucherinnen und Besucher auf dem Oberuzwiler Dorfplatz begrüsst. Er präsidiert die Kulturkommission und diese organisiert das beliebte Weihnachtssingen. «Tatsächlich ist doch schon wieder ein Jahr rum, und so stehen wir erneut hier, um miteinander eine musikalische, besinnliche Stunde zu verbringen.» Auch die unzähligen Kinder horchen gespannt den Begrüssungsworten Almers, spielen aber gleichzeitig mit ihren Kerzen, welche sie in den Händen halten. «Lasst uns ein Licht anzünden und ein Zeichen setzen. Als Solidarität gegenüber den Armen und Schwächeren in unserer Gesellschaft», sagt Reto Almer. Was folgt, ist eine eindrückliche Schweigeminute, in welcher kein Mucks zu hören ist.

Wo das Lied nicht Programm ist

Der rund 300-köpfige Oberuzwiler Chor zeigt sich auch in diesem Jahr äusserst stimmstark. «Stille Nacht», die Weihnachtskomposition schlechthin, wird inbrünstig mitgesungen. Es ist – im instrumentalen Sinn – wiederum die Bläsergruppe der Musikgesellschaft Bichwil-Oberuzwil, die das Ganze während einer guten Stunde umrahmt. Bei «Leise rieselt der Schnee» kommt dann wohl bei einigen schon etwas Wehmut auf. Wie schön wäre es doch, würden in diesem Moment einige Schneeflocken über den Dorfplatz herabkommen – kalt genug wäre es allemal. Nichtsdestotrotz übertrifft sich die Stimmung einmal mehr mit guter Laune, Charme, Ambiente und Weihnachtsgedanken.

Lustiges mit der Weihnachtsmaus

Natürlich dürfen auch in diesem Jahr die Weihnachtsmärchen nicht fehlen. Einerseits spricht die Märchenerzählerin Lisbeth Wirth, unter anderem mit ihrer Geschichte der Weihnachtsmaus, andererseits zeigt Lektorin Susanne Gregorin auf, dass Weihnachtsmärchen auch überaus lustig sein dürfen. Es gilt, all diesen Protagonisten ein grosses Lob auszusprechen. Oberuzwil wäre nicht Oberuzwil ohne dieses öffentliche Weihnachtssingen.

«In der Weihnachtsbäckerei gibt es manche Leckerei. Brauchen wir nicht Schokolade, Zucker, Nüsse, Succade und ein bisschen Zimt? Das stimmt.» Nach diesem gesanglichen Auszug aus dem Lied «In der Weihnachtsbäckerei» folgt dann wirklich die Leckerei. Mit Punsch, Glühwein und vielen Guetzli werden noch manche Freundschaften gepflegt. Und erst, als man zu Hause angekommen ist, findet man Zeit, sich der eigentlichen Botschaft dieses Abends anzunehmen. Denn die Kinder verteilten eingangs allen Ankömmlingen, Zettel. Auf diesen sind unterschiedliche Wünsche niedergeschrieben. «Wir wünschen Ihnen Liebe», «Wir wünschen Ihnen Gesundheit» oder «Wir wünschen Ihnen Freundschaft». Jung und Alt vereint, weit weg vom stressigen Alltag und stark in der Gemeinschaft: Oberuzwil kann es.

7 Bilder

Aktuelle Nachrichten