Rot und heiss – aber durchaus gemütlich

Eine Serenade der etwas anderen Art gab es am Montagabend im Kulturkeller des Restaurants Park in Flawil zu hören. Bei Monday Night Music zu Gast war das schweizerisch-deutsch-österreichische Trio The Red Hot Serenaders.

Michael Hug
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«The red hot Serenaders» mit Rainer Wöffler, Tanja Wirz und Christoph Politzer (v. l.): Ein internationales Trio am Montag im «Park». (Bild: Michael Hug)

«The red hot Serenaders» mit Rainer Wöffler, Tanja Wirz und Christoph Politzer (v. l.): Ein internationales Trio am Montag im «Park». (Bild: Michael Hug)

FLAWIL. Vielleicht ist «rot» und «heiss» im Namen der kleinen Band etwas übertrieben – aber gemütlich wird es bei The Red Hot Serenaders allemal. Das Trio, das mit seiner dualen Basisbesetzung mit der Zürcherin Tanja Wirz (Gitarre, Ukulele, Klarinette, Stimme) und dem Bayer Rainer Wöffler (Gitarre, Hawaii-Gitarre, Resonator-Mandoline, Ukulele, Stimme) nie um Erweiterungen ihres Line-ups verlegen ist, trat am Montagabend mit dem Wiener Gitarristen und Sänger/Liedermacher Christoph Politzer im «Park» auf.

Warm ums Herz

Die Instrumentalbesetzung versprach ein unterhaltsames Abendständchen – eine Serenade –, wobei man dem schönen Frühlingsabend zuliebe, vielleicht fast lieber draussen im Biergarten gesessen wäre.

Doch draussen war's zu kühl – drinnen aber wurde es warm. Warm ums Herz, denn der eine und andere Song, den das Trio richtiggehend inszenierte, lag vorab den älteren Zuhörenden noch aus früheren Zeiten im Ohr.

Klassiker im neuen Gewand

«Undecided» von Sid Robin und Charlie Shavers aus dem Jahr 1938 zum Beispiel, oder das oft kopierte «Nothing in Rambling» von Lizzie Douglas alias Memphis Minnie (1940). Die Drei verstanden es ausgezeichnet, diese Klassiker, wie auch neueres Liedgut, in einem neuen Gewand darzubieten, insbesondere der Resonator-Gitarrentüftler Rainer Wöffler fand ganz spezielle Ausdrucksweisen bei seinen Solis. «Eine Mandoline mit dieser Verstärkung klingt ganz einfach besser», sagte er zu seiner zur «Dobro» umgebauten Mandoline. Als die «Dobro» erfunden wurde, geschah dies aus der Notwendigkeit, die Gitarre lauter zu machen.

Heute scheppert die Gitarre mit der Resonatorbrücke, wenn sie denn eingesetzt wird, was leider allzu selten vorkommt, nicht einfach gegen eine Wand aus Bläsern an, sondern integriert sich in ein Gitarrenset, eben so wie es The Red Hot Serenaders vorzeigen.

Crossover durch die Stile

«Unplugged» und dennoch mitreissend, dazu zwei Ausnahmestimmen, barockig tief die von Wöffler, jazzig rein die von Wirz, und ein Wiener Liedermacher, der den Schmäh von Österreichs Hauptstadt-Bevölkerung mitbrachte und dazu ein paar ganz schöne Wiener Lieder. Ein Crossover durch die Stile, durch Blues, deutsches Chanson, Ragtime und Jazz, unterlegt mit unterhaltsamen Elementen und dem Spielwitz dreier Musiker. Die, man glaubt es kaum, ihre Musik nebenberuflich auf die Bühnen tragen.

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