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Roboter, Banken und diffuse Ängste

Der Gewerbeverein Oberuzwil feierte eine Art Premiere. Zum ersten Mal fand die Neujahrsbegrüssung in der Clientis-Bank statt, die einen Neubau realisiert hat und auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurückblicken kann.
Philipp Stutz
Volkswirtschaftlich seien die Banken wichtig und leisteten einen massgeblichen Beitrag zum Bruttosozialprodukt. (Bild: Philipp Stutz)

Volkswirtschaftlich seien die Banken wichtig und leisteten einen massgeblichen Beitrag zum Bruttosozialprodukt. (Bild: Philipp Stutz)

Der eher ungewöhnliche Versammlungsort in einem Geldinstitut machte Sicherheitsmassnahmen nötig. Doch war dies der guten Stimmung unter den rund 100 Gewerblern, die zur Neujahrsbegrüssung erschienen waren, keinesfalls abträglich. «Viele Handwerker waren am Bau unseres neuen Gebäudes beteiligt», sagte Heinz Jost, Verwaltungsratspräsident der Clientis-Bank. Er erinnerte an die Ursprünge der Bank, die auf Initiative der Donnerstags-Gesellschaft im Jahr 1874 als Ersparnis- und Aufbewahrungsanstalt gegründet worden war. Das Ziel bestand darin, kleine Mengen Geldes zinsbringend anzulegen. Was heute angesichts von Negativzinsen nicht mehr überall der Fall ist.

Kunden ins Zentrum rücken

«Standardisierung, Automatisierung und Digitalisierung sind heute prägende Themen», führte Heinz Jost weiter aus. Hinzu kämen regulatorische Vorgaben. «Kunden werden aber in unserer neuen Schalterhalle auch in Zukunft nicht von Robotern, sondern von Fachleuten betreut.» Jost betonte, dass die Clientis- Bank allen Herausforderungen zum Trotz gut aufgestellt sei. «Noch vor zehn Jahren fiel es insbesondere Grossbanken leicht, mit durchschnittlichen Leistungen überdurchschnittliche Gewinne zu erzielen», zitierte Adrian Müller, Vorsitzender der Bankleitung, einen Artikel der NZZ. Doch heute sei alles anders: Kunden seien dorthin gerückt, wo sie hingehören: ins Zentrum allen Strebens.

Die Clientis-Bank verhalte sich entsprechend. So gehöre das gesamte Erdgeschoss den Kunden. Dazu zählen 24-Stunden-Zone, Kundenhalle, vier Besprechungszimmer und der Kundentresor. Müller erwähnte weiter, dass die Zahl der Banken durch Zusammenschlüsse in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen sei. So sind die Regionalbanken von 210 auf 62 geschrumpft. Dem gegenüber steht ein kontinuierliches Wachstum der Bilanzsumme. Bei der Clientis-Bank betrug sie vor 30 Jahren 125 Millionen Franken, im vergangenen Jahr machte sie 560 Millionen Franken aus. «Und wir wollen weiter wachsen und uns weiterentwickeln», betonte Adrian Müller. Volkswirtschaftlich seien die Banken wichtig und leisteten einen massgeblichen Beitrag zum Bruttosozialprodukt.

Bankneubau als Katalysator für weitere Projekte

«Der Bankneubau kann auch als Katalysator für weitere Projekte, die das Dorfzentrum aufwerten, bezeichnet werden», sagte Ernst Dobler, Präsident des Gewerbevereins. Er erinnerte an die Sanierung der Wiesentalstrasse, die sich von der alten «Chrampfgasse» zur Prachtsstrasse gemausert habe. Und es sollen noch weitere Hochbauvorhaben im Areal zwischen Wiler- und Gerbestrasse realisiert werden.

Das vergangene Jahr sei aus regionaler Sicht zufriedenstellend verlaufen, bilanzierte Dobler. Die meisten Betriebe hätten eine gute Auftragslage verzeichnet. Die Arbeitslosigkeit sei weiter zurückgegangen, und auch die Finanzen der öffentlichen Hand erwiesen sich als solide. Trotzdem machen sich laut Dobler diffuse Ängste breit. «Vor allem die rasante Entwicklung in der Informatik macht uns Angst, weil selbst Fachleute nicht mehr begreifen, wie dies alles funktioniert.» Ob diese Fortschritte auch weiterhin objektiven Mehrwert bringen, würden erst die kommenden Jahre zeigen. Vielleicht müsse man auch den Mut aufbringen, gewisse Anwendungen zurückzufahren. «Denn nicht alles, was technisch machbar ist, kann sich wirtschaftlich rechnen und uns im Leben einen sinnvollen Mehrwert bringen.»

Regional gesehen könnte es sein, dass sich der Immobilienboom im kommenden Jahr abflache, sagte Ernst Dobler. Gründe für die vielen Neubauten lägen nicht in der Wohnungsnot, sondern seien auf einen Anlagenotstand und die tiefen Zinsen zurückzuführen. «Ein Umstand, der uns irgendwann einholen könnte.»

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