Robert Stadler, Standortförderer der Region Wil, nach den ersten 100 Tagen im Amt: «Hier lässt sich gut leben und arbeiten»

Mit der Gründung des Wirtschaftsportals Ost macht die Region Wil erstmals aktiv Standortförderung. Die Bilanz nach sieben Monaten.

Hans Suter
Hören
Drucken
Teilen
Die Messlatte liegt hoch: Der erste Mitgliederanlass des Wirtschaftsportals Ost war überbucht. Im Bild «Tagblatt»-Chefredaktor Stefan Schmid im Talk mit Bundesrätin Karin Keller-Sutter.

Die Messlatte liegt hoch: Der erste Mitgliederanlass des Wirtschaftsportals Ost war überbucht. Im Bild «Tagblatt»-Chefredaktor Stefan Schmid im Talk mit Bundesrätin Karin Keller-Sutter. 

Bild: Michel Canonica

«Ich habe den Entscheid keine Minute bereut», sagt Robert Stadler nach rund 100 Tagen im Amt. Der erste Standortförderer der Region Wil war vor seinem Wechsel zum Wirtschaftsportal Ost (WPO) stellvertretender Direktor und Kommunikationsverantwortlicher der Industrie- und Handelskammer (IHK) in den Kantonen St.Gallen und Appenzell. Nun konzentriert sich sein Wirken auf eine einzige Region. Das übt auf ihn einen besonderen Reiz aus:

«Hier lässt sich etwas in Bewegung setzen, so macht Arbeiten richtig Spass.»
Sie sind die Gesichter des WPO: Standortförderer Robert Stadler (links) und Präsident Hansjörg Brunner.

Sie sind die Gesichter des WPO: Standortförderer Robert Stadler (links) und Präsident Hansjörg Brunner.

Bild: PD

Der Verein WPO wurde am 28. Mai 2019 unter der Schirmherrschaft der Regio Wil gegründet. Das Wirtschaftsportal hat sich zum Ziel gesetzt, die Kräfte von Wirtschaft und Politik für eine attraktive, zukunfts- und wettbewerbsfähige Arbeits- und Lebensregion zu bündeln. Das bedeutet, die Wirtschaftsorganisation zum Dreh- und Angelpunkt zu entwickeln, wo sich regionale Unternehmen – vom Grosskonzern bis zum Kleinbetrieb – unkompliziert vernetzen und wo neue Synergien geschaffen werden.

Robert Stadler sieht das WPO als ideale Ergänzung zu den bestehenden Gewerbe-, Industrie- und Arbeitgebervereinen. Während jene ihre wertvolle Arbeit geografisch vor allem nach innen richten, wirkt das Wirtschaftsportal insbesondere auch nach aussen, um der Region weit über die Kantonsgrenzen hinaus ein Gesicht zu geben.

«Es braucht viel Ausdauer und Hartnäckigkeit»

In den Augen von Robert Stadler ist die Region wirtschaftlich gut aufgestellt. «Es gibt hier sogar zahlreiche Hidden Champions», lobt Robert Stadler. Das sind Firmen, die trotz wenig Bekanntheit in einer Nische eine Marktführerschaft erlangt haben. Und es hätte noch Platz für weitere Firmen. Doch wer die Region und ihre Vorzüge nicht kennt, wird hier keinen Betrieb ansiedeln und Arbeitsplätze schaffen. «Um auf die Landkarte der Unternehmer zu kommen, braucht es Kommunikation. Das bedeutet lange, ausdauernde und hartnäckige Arbeit», sagt Stadler. Dass dies gelingt, ist für ihn keine Frage. «Die Region hat hochstehende Ausbildungs- und Arbeitsplätze für Fachkräfte und mit dem BZWU eine innovative Bildungsstätte für Berufsfachleute.»

Die Wirtschaftsregion hat in den Augen Stadlers einen deutlichen Branchen-Schwerpunkt in den Bereichen Maschinen- und Metallindustrie sowie Dienstleistungs- und Nahrungsmittelindustrie, die im schweizerischen Vergleich überdurchschnittliche Beschäftigungsanteile aufweist. Ebenso seien durch die Verbindung der kantonalen Massnahmen zur Förderung der ICT und die Stärke der Industrie in der Region zukunftsfähige Wachstumsperspektiven im Bereich Industrie 4.0 vorhanden.

Bilanz nach sieben Monaten fällt positiv aus

Ein Ziel des WPO: Wirtschaft und Politik agieren gemeinsam.

Ein Ziel des WPO: Wirtschaft und Politik agieren gemeinsam.

Bild: Michel Canonica

Gut 200 Tage sind seit der Gründung verstrichen. Wie sieht die erste Bilanz aus? Robert Stadler drückt es Zahlen aus: «6979 Beschäftigte in den Mitgliedsunternehmen, 308 gemeldete Mitgliedpersonen, 240 LinkedIn-Follower auf dem WPO-Profil, 174 Mitglieder, 22 Gemeinden, 14 Mitglieder der Wirtschaftskommission, 12 Delegierte, 6 Vorstandsmitglieder, 5 Partnerschaften, 2 Kantone.» Er ist mit dem Erreichten zufrieden. Dass es zuweilen kompliziert sein kann, über zwei Kantone hinweg zu arbeiten, relativiert Stadler:

«Für den Konsumenten ist die Kantonsgrenze nicht relevant.»

Diese Haltung verspürt er zunehmend in den Kreisen von Wirtschaft und Politik. Dieses Verständnis von Gemeinsamkeit brauche es denn auch, um die nötige Ausstrahlungskraft zu haben.

«Arbeiten ist das eine, wohnen und leben das andere», fügt Stadler hinzu. «Auch hier hat die Region mit ihrer natürlichen Schönheit, den Naherholungsgebieten, der Nähe zum Flughafen Zürich und zu den Wirtschaftsräumen Süddeutschland und Vorarlberg starke Vorteile. Hier lässt sich gut leben und arbeiten.»

Hinweis
www.wirtschaftsportal-ost.ch