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Riesiges Interesse am Ökodorf

DEGERSHEIM. Die Bewohner des Degersheimer Ökodorfes öffneten am vergangenen Samstag die Türen ihrer neuen Wohnungen, die im ehemaligen Kurhaus Sennrüti in den letzten Monaten entstanden sind.
Bernard Marks
Rene Duveen (Mitte) hatte am Tag der offenen Tür im Ökodorf viele Fragen über die entstandenen Wohnungen im Kurhaus zu beantworten. (Bild: bm.)

Rene Duveen (Mitte) hatte am Tag der offenen Tür im Ökodorf viele Fragen über die entstandenen Wohnungen im Kurhaus zu beantworten. (Bild: bm.)

Mit so einem Ansturm von Besuchern hatte wohl keiner der rund 50 Bewohner des Degersheimer Ökodorfes im Vorfeld gerechnet. Umso grösser war die Freude über das riesige Interesse für das alternative Wohnprojekt im ehemaligen Kurhaus Sennrüti. «Es waren mindestens dreihundert Leute da, wir sind überwältigt und berührt», erzählt die Pressebeauftragte des Ökodorfes Bettina Flick.

«Wir freuen uns, dass so viele Menschen zu uns gefunden haben, unser Zuhause kennen lernen wollten und mit uns in der Kaffee-Stube zusammen sassen», versucht Bettina Flick ihr Gefühl der Dankbarkeit zusammenzufassen. Aber nicht nur aus Degersheim kamen die Besucher, sondern aus der ganzen Region und sogar aus dem Raum Zürich. Auch dort ist das Ökodorf offenbar im Gespräch – und das Interesse an den fünf noch nicht belegten Wohnungen ist gross.

Integration ins Dorf

«Es ist doch wunderbar, dass das alte Kurhaus Sennrüti jetzt wieder mit Leben gefüllt wird», freut sich ein älteres Degersheimer Ehepaar. Auch sie waren am Samstag voller Spannung in das Ökodorf gekommen, um den Fortschritt der Renovationsarbeiten zu bewundern. «Noch ist nicht alles fertig, aber wir sind auf einem guten Weg», meint dazu Bewohner René Duveen, der mit der Entwicklung des Projektes sehr zufrieden ist.

«Uns war es ein Anliegen, dass die Vorurteile, die zum Teil im Dorf spürbar waren, ausgeräumt werden», sagt Duveen gegenüber der Wiler Zeitung. Man wolle sich harmonisch in das Dorfleben integrieren und kein Dorf im Dorf sein. Dafür war der Tag der offenen Tür ein gutes Mittel. Die Besucher kamen und genossen die schöne Atmosphäre, die – wie das ältere Besucher-Ehepaar sagte – wieder im Kurhaus herrsche. Im Speisesaal genossen die Gäste selbstgebackenen Kuchen vom Küchenteam.

Auch René Duveen zeigte sich über die Resonanz bei den Besuchern erfreut. «Ich bin erstaunt, wie sehr vor allem die Degersheimer an der Entwicklung im Kurhaus Anteil nehmen», so Duveen. Das zeigen die vielen Schulklassen, die zu Besuch kommen, oder Anlässe wie der Neujahrsempfang der FDP Degersheim, der in diesem Jahr im Ökodorf stattfand.

Etwas Besonderes entsteht

Im ehemaligen Kurhaus Degersheim entsteht eine neue Wohnform. Menschen verschiedenen Alters wohnen unter einem Dach zusammen. Jeder von ihnen ist zugleich Besitzer der Liegenschaft. Dabei funktioniert diese Genossenschaft ohne Hierarchie. «Überall dort, wo Menschen zusammenleben und miteinander etwas schaffen wollen, gibt es Konflikte – auch bei uns», erklärt Duveen.

Die Bewohner vom Ökodorf haben sich deshalb zusammengesetzt, um ein Modell zu erarbeiten, wie man Konflikte in der Gemeinschaft lösen kann. Bei Zusammenkünften mit allen Bewohnern hat jeder die Möglichkeit zu sprechen und wird angehört. Oft lösen sich schon dabei die Spannungen. Wenn das nicht hilft, werden von der Gemeinschaft gewählte Mediatoren eingesetzt. Das habe bislang sehr gut funktioniert.

Der Einblick ins Ökodorf war spannend und zeigte wie vielseitig und kreativ das alternative Wohnprojekt gestaltet ist. Viele wünschten sich deshalb auch im kommenden Jahr wieder einen Tag der offenen Tür.

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