Rickenbach
Deutliches Nein zu neuem Pausenplatz für Primarschule Rickenbach

Am Donnerstagabend fand, trotz Corona, im Mehrzwecksaal in Rickenbach die Versammlung der Primarschulgemeinde statt. Das Interesse war gross, eine von acht Vorlagen wurde mit grossem Mehr abgelehnt.

Lara Wüest
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Schon länger nicht mehr erneuert: der Pausenplatz der Primarschule Rickenbach.

Schon länger nicht mehr erneuert: der Pausenplatz der Primarschule Rickenbach.

Bild: PD

Mit so vielen Leuten hatte die Schulbehörde nicht gerechnet. Am Donnerstagabend fand im Mehrzwecksaal von Rickenbach die Versammlung der Primarschulgemeinde Rickenbach statt. 65 stimmberechtigte Personen waren gekommen, um über sechs Kreditanträge, die Rechnung und das Budget abzustimmen. Am Schluss wurden fünf Kreditanträge, die Rechnung und das bereinigte Budget angenommen, nur eine Vorlage wurde abgelehnt. Doch zuvor gab es viel zu reden, die Versammlung dauerte über zweieinhalb Stunden. Ein Thema bewegte die Anwesenden besonders: Die Sanierung des Pausenplatzes.

65 stimmberechtigte Personen nahmen an der Schulgemeindeversammlung vom Donnerstagabend teil.

65 stimmberechtigte Personen nahmen an der Schulgemeindeversammlung vom Donnerstagabend teil.

Bild: PD

Trotz Corona hatte sich die Schulbehörde entschieden, die Versammlung durchzuführen. So hätten sie auf die Frage der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger eingehen können, sagt Leo Haas. Er ist Präsident der Primarschulgemeinde Rickenbach. Das Schutzkonzept habe im Mehrzwecksaal zudem problemlos umgesetzt werden können.

Deutliches Nein für Pausenplatz

Der Pausenplatz der Primarschule Rickenbach ist in keinem guten Zustand. Der Belag wurde zigfach geflickt, eine Totalerneuerung gab es seit Jahrzehnten keine. Zudem fehlt es auf dem Areal an Parkplätzen. Haas sagt:

«Wir haben immer mehr Lehrpersonen, die nicht in Rickenbach wohnen. Die zehn Parkplätze genügen deshalb nicht mehr.»

Auf 23 sollte ihre Zahl deshalb erhöht werden. Auch mehr Grünfläche und mehr Aufenthaltsorte für die Kinder sollten entstehen. Die Schulbehörde beantragte für die Sanierung des Pausenplatzes und Schulareals einen Kredit von 800'000 Franken.

Doch die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger befanden diesen für zu hoch, sie lehnten ihn mit 48 Nein- zu 17 Ja-Stimmen ab. Auch wenn Haas über dieses deutliche Nein nicht ganz überrascht ist, hat er gehofft, dass die Vorlage durchkommt. Er sagt:

«Dass man bei der Bildung spart, finde ich schade. Das ist nicht zukunftsgerichtet.»

Doch am Ende hätte es die Schulgemeinde halt einfach nicht geschafft, die Leute zu überzeugen.

Auch einer Steuerfusserhöhung um neun Prozentpunkte auf 63 Prozent, die im Budget 2021 vorgesehen war, stimmten die Leute nicht zu. Da die Sekundarschulgemeinde Rickenbach-Wilen im Jahr 2020 den Steuerfuss um acht Prozent senken konnte, wäre der Gesamtsteuerfuss der beiden Schulgemeinden effektiv um ein Prozent erhöht worden. Doch den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern war das zu hoch. Dem bereinigten Budget mit einem Steuerfuss von 62 Prozent stimmten sie letztlich mit 60 Ja- zu einer Nein-Stimme aber zu.

Einstimmiges Ja für Rechnung

Einstimmig angenommen haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger die Rechnung. Diese schloss mit einem Gewinn von rund 52'400 Franken ab. Und somit über 375'000 Franken besser als budgetiert. Der Grund waren tiefere Ausgaben und höhere Steuereinnahmen als angenommen. Der Ertragsüberschuss wird dem Eigenkapital zugewiesen.

Ebenfalls deutlich genehmigt haben die Stimmenden die Kredite für die Beleuchtung der Spielwiese von 60'000 Franken und die Sanierung des Treppenhauses zwischen dem Turnhallenschulhaus und dem Mehrzwecksaal für 115'000 Franken.

Zu reden gaben dagegen die Kredite für interaktive Wandtafeln und höhenverstellbare Lehrerpulte von insgesamt 210'000 Franken und der Planungskredit für die Erweiterung des Lehrerzimmers von 30'000 Franken. Auch da wollten die Stimmenden zuerst nicht so viel Geld ausgeben. Doch letztlich konnte die Schulbehörde die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger davon überzeugen und es kam zu einem deutlichen Ja.