FUSSBALL
Uzwil winkt der Aufstieg, Wil U20 ohne Druck, Bazenheid im Abstiegskampf: Beim Restart im Regionalfussball gilt es gleich ernst

Nach siebenmonatiger Pause geht es für Uzwil, Wil U20 und Bazenheid am Wochenende endlich mit der Meisterschaft in der 2. Liga interregional weiter. Ebenso im Einsatz steht der FC Henau (3. Liga), der um den Aufstieg spielt. Und auch im Ostschweizer Cup kämpfen einige regionale Teams, darunter der FC Zuzwil, um den Einzug in die nächste Runde.

Tim Frei, Beat Lanzendorfer
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Ab diesem Wochenende geht es für die Regionalfussballer endlich wieder um Punkte: Bazenheids Roman Scardanzan (in der Mitte im rot-schwarzen Trikot) kämpft gegen Wils Robin Wirth (links) um den Ball.

Ab diesem Wochenende geht es für die Regionalfussballer endlich wieder um Punkte: Bazenheids Roman Scardanzan (in der Mitte im rot-schwarzen Trikot) kämpft gegen Wils Robin Wirth (links) um den Ball.

Bild: Benjamin Manser (Bazenheid, 22. August 2020)

Lange mussten sich Aktive und Anhänger auf diesen Moment gedulden. Nach einer kurzen, aber intensiven Vorbereitungsphase, in der wieder unter Wettkampfpraxis trainiert werden konnte, erfolgt in den nächsten Tagen der Restart der Saison 2020/2021. So richtig los mit einer Vollrunde geht es für Uzwil, Bazenheid und Wil U20 in der 2. Liga interregional.

Uzwil-Trainer Müller bleibt trotz guter Ausgangslage gelassen

Die Uzwiler nehmen das Aufstiegsrennen als Leader der Gruppe 6 der 2. Liga interregional aus der Poleposition in Angriff. Bei noch drei ausstehenden Runden beträgt ihr Vorsprung vier und mehr Punkte auf die Konkurrenz. Trainer Armando Müller lässt sich von dieser Ausgangslage aber nicht aus der Ruhe bringen:

«Wir dürfen uns davon nicht ablenken lassen und müssen einzig auf uns schauen.»

Und so sagt Müller auch einen Satz, der zum Trainer-Repertoire gehört: «Unser Fokus liegt auf dem nächsten Spiel gegen Widnau. Drei Punkte sind ganz klar unser Ziel.» Der Coach wird am Sonntagnachmittag im Rheintal auf die gesperrten Michel Lanker und Eric Gülünay verzichten müssen. Der Einsatz von Thomas Knöpfel ist zudem fraglich.

Armando Müller, Trainer FC Uzwil.

Armando Müller, Trainer FC Uzwil.

Bild: Stephanie Engeler

Uzwil gewann zwar keines der drei Testspiele: 2:3 gegen den oberklassigen FC Tuggen und je ein 2:2 gegen die unterklassigen Teams Abtwil-Engelburg und Uzwil II. Dennoch zieht Müller ein positives Fazit: «Wir wurden in den drei Partien stark gefordert. Uns wurde aufgezeigt, dass wir an unsere Grenzen gehen müssen, um zu siegen.» Natürlich müssten sich gewisse Dinge auch noch verbessern, zum Beispiel die Zielstrebigkeit. Aber Müller ist optimistisch: «Meine Mannschaft ist parat.»

Wil U20: Die drei Spiele werden als Vorbereitung auf die neue Saison gesehen

Einiges erwartet wird von der U20 des FC Wil, die als Nachwuchsmannschaft eines Profiklubs länger als die Konkurrenz der 2. Liga interregional Testspiele und Mannschaftstrainings in Vollbestand bestreiten durfte. Für Trainer Fabinho ist das jedoch kein entscheidender Vorteil: «Es darf uns nicht kümmern, wie viel unsere Gegner trainiert haben. Stattdessen gilt es, mit der richtigen Einstellung auf den Platz zu gehen und sich auf unser Spiel zu konzentrieren.»

Fabinho, Trainer FC Wil U20.

Fabinho, Trainer FC Wil U20.

Bild: PD

Mit einem Vorsprung von sechs und mehr Punkten auf die Abstiegsplätze bei nur noch zwei respektive drei ausstehenden Partien ist den Wilern der Ligaerhalt so gut wie sicher. Um den Aufstieg wird das junge Team auch nicht mehr mitspielen, zu gross ist der Rückstand auf Uzwil. Und doch hat Fabinho hohe Ziele für die drei verbliebenen Meisterschaftsspiele der Saison 2020/2021:

«Wir wollen alle neun Punkte holen. Ich bin optimistisch, brennen die Spieler doch darauf, sich endlich wieder unter Wettkampfbedingungen zu beweisen.»

Für Fabinho sind diese drei Partien aber vor allem als Vorbereitung auf die neue Saison wichtig, die am Wochenende vom 21. und 22. August beginnen wird: «Wir Trainer können so sehen, welche Spieler auch nach dieser langen Pause Lust auf Fussball haben.»

Kapitales Spiel für Bazenheid

Noch mehr Brisanz geht nicht: Bazenheid gastiert am Sonntagnachmittag bei Rüti, das nach zehn Spielen acht Punkte auf dem Konto hat. Die Toggenburger haben ebenfalls acht Zähler, aber eine Partie weniger in den Beinen. Hinter diesen beiden Mannschaften liegen in der Tabelle nur noch Weesen (sieben Punkte) und United Zürich (drei Punkte).

Bazenheid-Trainer Raffael Spescha.

Bazenheid-Trainer Raffael Spescha.

Bild: Beat Lanzendorfer

Zur Erinnerung: Am Ende der Saison steigen aus den sechs Gruppen jeweils die zwei Gruppenletzten sowie drei der sechs Drittletzten ab. Bazenheid hat es in den verbleibenden drei Spielen in den eigenen Füssen, die Liga aus eigener Kraft zu halten. Das ist sich Trainer Raffael Spescha im Klaren. Trotz Druck freut er sich auf den Restart:

«Es ist ein positiver Druck, wir sind uns bewusst, dass wir mit diesem Spiel einen grossen Schritt Richtung Ligaerhalt machen können. Nun gilt es, den Druck während 90 Minuten in Energie umzuwandeln.»

Zufrieden zeigt er sich, dass die drei Langzeitverletzten Roberto Manzo, Claudio Grauso und Matthias Rüegg wieder einsatzbereit sind. So gesehen, hätte ihnen das Spiel- und Trainingsverbot in die Karten gespielt. Gelbgesperrt ist Captain Kevin Lopes, ansonsten steht dem Trainer für den kapitalen Fight der gesamte Kader zur Verfügung. Obwohl nach den Trainingsspielen gegen Frauenfeld (2:0) und Wil U20 (2:4) Fragezeichen bleiben, zeigt sich Spescha optimistisch: «Wenn ich jene Besetzung aufs Feld schicken kann, die mir vorschwebt, dann kommt es gut.»

Zuzwil, Bütschwil und Uzwil kämpfen um den Cup-Halbfinal respektive den Finaleinzug

Mehrere regionale Teams sind am Wochenende im Ostschweizer Cup im Einsatz. Zum einen der FC Zuzwil aus der 3. Liga, der am Samstagabend um 17.30 Uhr den oberklassigen FC Wängi (2.) zum Viertelfinal empfängt. Die Zuzwiler hatten sich bereits in der vergangenen Saison für die Runde der letzten acht Teams qualifiziert, doch zur Partie gegen das 2.-Liga-Team des FC Montlingen kam es aufgrund des Ausbruchs der Coronapandemie und des späteren Saisonabbruchs nie. Ebenfalls um den Einzug in den Halbfinal spielt der FC Bütschwil aus der 4. Liga, der am Samstag ab 17 Uhr daheim auf Bischofszell (3.) trifft.

Im Ostschweizer Frauencup kommt es am Sonntag zwischen den 2.-Liga-Teams Uzwil und Bütschwil zu einer spannenden Halbfinal-Begegnung. Anpfiff auf der Sportanlage Rüti in Henau ist um 13 Uhr.

Die Spiele vom Wochenende

-Freitag, Testspiele: 20.00 Frauenfeld (2.) – Bronschhofen (2.). Aadorf (3.) – Sirnach (2.). 20.15 Staad 1a (4.) – Flawil (3.).

-Samstag, Meisterschaft, 2. Liga inter (Gruppe 6): 16.30 Calcio Kreuzlingen – Weesen. 17.00 Seuzach – United Zürich. Meisterschaft, 3. Liga (Gruppe 3): 19.00 Kreuzlingen 2 – Henau. Schweizer Cup, Vorrunde (Viertelfinal): 17.00 Bütschwil (4.) – Bischofszell (3.). 17.30 Zuzwil (3.) – Wängi (2.). Testspiele: 18.00 Neukirch-Egnach (3.) – Münchwilen (3.). 19.00 Tobel-Affeltrangen (3.) – Fortuna SG (3.)

Sonntag, Meisterschaft, 2. Liga inter (Gruppe 6): 14.00 Widnau – Uzwil. 15.00 Rüti – Bazenheid. Bassersdorf – Kreuzlingen. 16.00 Wil U20 – Amriswil. Schweizer Cup, Vorrunde (Halbfinal): 13.00 Uzwil Frauen (2.) – Bütschwil Frauen (2.).