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Reparieren statt wegwerfen: Jetzt hat auch Oberuzwil hat ein Repair-Café

«Reparaturi Oberuzwil» heisst das neue Angebot im Werkraum des Platanenhofs.
Cecilia Hess-Lombriser
Das Team der «Reparaturi Oberuzwil» mit dem ersten reparierten Teil: einem Dreirad. Bild: Cecilia Hess-Lombriser

Das Team der «Reparaturi Oberuzwil» mit dem ersten reparierten Teil: einem Dreirad. Bild: Cecilia Hess-Lombriser

Der 81-jährige Oberuzwiler Sigi Erhard las in der Zeitung der Stiftung für Konsumentenschutz von der Einrichtung eines Repair-Cafés. Die Idee, defekte Geräte und Gegenstände unkompliziert zu reparieren, um Ressourcen zu schonen, überzeugte ihn. Und er handelte. Er fragte Paul Conlon, den Schulleiter des Platanenhofs in Oberuzwil, ob die dortige Werkstatt dafür genutzt werden könnte, und stiess auf offene Ohren.

Sogleich Anklag gefunden

«Ich fand die Idee so gut, dass ich gleich zusagte. Der Platanenhof ist eine kantonale Einrichtung, die mit Steuergeldern finanziert wird. Da soll auch etwas zurückfliessen», sagte der Schulleiter Freitag, als die «Reparaturi Oberuzwil» zum ersten Mal ihre Türe öffnete.

Beste Voraussetzungen im Platanenhof

Eines ergab das andere. Jeder kannte jemanden, der je eigene Kenntnisse und Fähigkeiten mitbringt, und so warteten am Freitagabend zwei Frauen und fünf Männer zwischen 57 und 81 Jahren auf erste Kunden. In der Werkstatt stehen Maschinen und Werkzeuge zur Verfügung. Spezifisches Werkzeug haben sich die Reparateure zusätzlich angeschafft. Die Voraussetzungen für das monatliche Angebot «Reparaturi Oberuzwil» sind im Platanenhof ideal. In allen Repair-Cafés in der Schweiz gibt es eine Begegnungsecke. Im Fall von Oberuzwil ist es ein runder Tisch, an dem es Wasser, Kaffee und Kuchen gibt. Begegnung und Austausch, gehören mit zum Konzept, das vom Konsumentenschutz ausgearbeitet worden ist.

Die Stiftung bietet Unterstützung beim Einrichten eines Repair-Cafés an. Die Reparaturen sind gratis, berechnet werden nur die Ersatzteile. Eine Kasse steht dennoch bereit.

«Heikle Arbeiten übernehmen wir»

Astrid Bollinger, Ida Zogg, Sigi Erhard, Hans-Peter Zülli, Alex Zingg, Florian Zogg und Reto Cristoforetti mussten 20 Minuten auf die ersten Besucherinnen warten. Sie hatten nichts zum Reparieren dabei, wollten jedoch die Einrichtung kennen lernen. Sigi Erhard bot eine Führung an. Am Eingang werden die Besuchenden auf die Haftungsbegrenzung aufmerksam gemacht. Wenn immer möglich, sollen die «Klienten» die Reparaturen selber ausführen. «Heikle Arbeiten übernehmen wir», sagten die Männer. Ausserdem muss ein Reparatur-Blatt ausgefüllt werden. Für die Statistik.

An der zweiten Station lagen zwei Beispiele von reparierten Gegenständen, die in den meisten Fällen entsorgt worden wären. Ein Liegestuhl mit Rollen aus Plastik. Die Armlehnen hatten einen Riss bekommen. Sie wurden fachmännisch mit Holzteilen ergänzt. Der Laubbesen war im Übergang zum Stiel abgebrochen. Mit einer einfachen Reparatur ist er noch lange zu gebrauchen. Die Nähmaschine steht bereit, Astrid Bollinger und Ida Zogg helfen beim Flicken.

Reparieren, sparen, schonen und vernetzen

Eine der Besucherinnen war Charlotte Brunner. Sie gehört der Gruppe 60+ Oberuzwil an. «Das Repair-Café stand auf unserer Wunschliste. Dass es jetzt bereits jemand umgesetzt hat, ist erfreulich», sagte sie. Die Diskussionen zeigten, dass an diesem Ort nicht nur repariert, gespart und geschont wird, sondern auch Vernetzung stattfinden kann. Dann kam der erste «Patient». Der Holzsitz des Dreirades war seitlich abgebrochen. Zu viert schauten sich die Reparateure das Malheur an und machten sich ans Werk. Einige Zeit später zog eine glückliche Grossmutter mit dem Dreirad von dannen.

Als Nächstes war ein Staubsauger an der Reihe. Die Kundin brauchte länger, um das Reparatur-Blatt auszufüllen, als die Männer, um den Defekt zu beheben. Ein guter Einstieg. Am 25. Oktober 18 von 21 Uhr ist die «Reparaturi Oberuzwil» wieder geöffnet. Mehr Details unter: www.repair-cafe.ch.

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