Reparieren macht Freude

Die Verantwortlichen der Freizeitwerkstatt haben erstmals zum Reparaturtag eingeladen und sind dabei auf viel positive Resonanz gestossen. Eine gefreute Angelegenheit sowohl für die Besitzer als auch für die Fachleute vor Ort.

Kathrin Meier-Gross
Merken
Drucken
Teilen
Laurenz Wirth zeigt sich fasziniert von der ausgetüftelten Mechanik aller Art von Maschinen und Geräten. (Bild: Kathrin Meier-Gross)

Laurenz Wirth zeigt sich fasziniert von der ausgetüftelten Mechanik aller Art von Maschinen und Geräten. (Bild: Kathrin Meier-Gross)

UZWIL. Sie haben sich gut gelaunt auf das Experiment eingelassen, die zwei Frauen und die acht Männer, die am Samstagmorgen ihre Werkzeuge in der Freizeitwerkstatt bereitstellten. «Kommt überhaupt jemand, und was bringt er wohl mit»? Diesen Fragen mussten sie nicht lange nachsinnen. Gut drei Dutzend Leute brachten einen oder mehrere defekte Artikel.

Reparieren gleich Umweltschutz

Ständerlampe, ferngesteuertes Auto, Bügeleisen, Küchenmaschinen, Möbel oder Kleider – gebracht wurde die gesamte Palette, die sich in Haushalten ansammelt. «Gut die Hälfte konnten wir reparieren. Bei einigen Sachen fehlten uns die Ersatzteile, bei anderen wäre der Aufwand zu gross gewesen», sagte Edi Scheiwiller, der für die Reparatur elektrischer Geräte zuständig war. «Dieser Reparaturtag ist eine gute Erfahrung. Die Leute sehen, dass es sich lohnt, qualitativ gute Waren zu kaufen. Diese lassen sich viel eher reparieren als billig hergestellte Produkte. Umweltschutz bedeutet, keinen Abfall zu produzieren.»

Tüftler an der Arbeit

Flexibel und innovativ waren auch die zwei Damen hinter den Nähmaschinen, Beatrix Bonetti und Bernadette Hersche. Die beiden ehemaligen Handarbeitslehrerinnen flickten Kleider, Spielwaren, Klangspiele und vieles mehr. «Zufällig hatte ich das richtige Material dabei, um einen Rucksackgurt anzunähen», erzählte Bernadette Herrsche. Später eilte sie trotzdem rasch nach Hause, um passende Flickwaren aus ihrem persönlichen Fundus zu holen. Beatrix Bonetti zeigte sich überrascht über die grosse Freude der «Kunden», wenn deren Kleider geflickt werden konnten. Aber auch die Fachleute hatten Freude, wenn wieder etwas instand gestellt werden konnte. Einige erwiesen sich als geborene Tüftler. Die meisten Sachen konnten geflickt werden.

Laurenz Wirth, Präsident der Freizeitwerkstatt-Kommission, inspizierte das Innenleben einer antiken Wanduhr. «Ein Kompensationspendel, das nicht im richtigen Takt schlägt.» Der Schaukelschnecke mit integrierter Musikdose wird er die fehlenden Fühler drechseln. Maschinen und deren Mechanik faszinieren den gelernten Schreiner und Gymnasiallehrer genauso wie Holzarbeiten. Seitens der Besucher ist mehrfach die Frage nach einer Fortführung des Reparaturtags geäussert worden.