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Rentnerinnen auf Geisterfahrten in Niederwil und Oberbüren: «Alle Frauen hatten Riesenglück»

Zwei Geisterfahrten auf der A1 innert zweier Tage. In beiden Fällen wenden die 83-jährige und die 93-jährige Rentnerinnen ihre Autos. Während es am Samstag zur Kollision kommt, verhindert am Montag ein Lenker Schlimmeres.
Angelina Donati
Wie heftig der Zusammenprall war, zeigt sich anhand des massiv beschädigten Fahrzeuges der Geisterfahrerin. (Bild: Kantonspolizei St. Gallen)

Wie heftig der Zusammenprall war, zeigt sich anhand des massiv beschädigten Fahrzeuges der Geisterfahrerin. (Bild: Kantonspolizei St. Gallen)

Es spielt sich alles innert Sekunden ab. Und geht durch Mark und Bein. Geisterfahrer sind schlicht ein Horrorszenario für jede Autofahrerin und jeden Autofahrer. Just am Montagmorgen versuchte eine 93-Jährige Frau ihr Fahrzeug auf der Autobahn A1, beim Anschlusswerk Oberbüren, zu wenden. Ein aufmerksamer Autofahrer konnte Schlimmes verhindern, und sie zum Anhalten auf den Pannenstreifen bewegen.

Nur zwei Tage früher, am Samstag um 8.15 Uhr, kam es beim gleichen Szenario zu einem schlimmen Unfall. Zunächst war nicht klar, wie die 83-jährige Lenkerin auf die falsche Seite der Autobahn gelangen konnte. Hinweise von Zeugen haben sich nun verdichtet. Offenbar ist die Frau zuerst korrekt in die Autobahn bei Gossau in Richtung St. Gallen eingebogen, hat dann aber ihr Auto gewendet. Auf Höhe Niederwil prallte ihr Fahrzeug mit dem einer korrekt entgegenkommenden 27-Jährigen zusammen.

«Alle Fahrerinnen hatten auf jeden Fall ein Riesenglück», sagt Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen, auf Anfrage. Das Szenario vor Ort zeigte ein schlimmes Bild: Zwei Frauen mit unbestimmten Verletzungen in zwei zerstörten Fahrzeugen. Das Auto der 83-Jährigen war derart beschädigt, dass sie darin eingeklemmt war und von der Feuerwehr befreit werden musste. Wie die neuesten Informationen zeigen, wurden beide Frauen «nur» leicht verletzt. «Sie konnten das Spital inzwischen verlassen.»

Nachfolgende warnen und somit schützen

Geisterfahrten geschehen laut dem Mediensprecher zwar nicht häufig, dafür sind deren Folgen gravierend. Im vergangenen Jahr waren es 14 Meldungen, die bei der Kantonspolizei eingegangen sind. In diesem Jahr gab es bislang neun Hinweise. Oft komme es zu Falschfahrten in der Dämmerung oder nachts, so die Einschätzung Schneiders. Nicht zu letzt auch, weil Alkohol- und Drogenkonsum im Spiel seien. Ausserdem tragen sich Geisterfahrten in den meisten Fällen auf der Autobahn zu. Während auf einer Hauptstrasse die Gegenfahrbahn zum Überholen benutzt werden darf, gibt es auf der Autobahn nur eine Richtung.

«Bei Geisterfahrten laufen bei uns die Drähte heiss», sagt Schneider. Auch bei der Geisterfahrt auf der Autobahn bei Niederwil gingen zahlreiche Notrufe ein. Weil es um Leben und Tod geht, spielt es in diesem speziellen Fall für die Polizei keine Rolle, ob während des Fahrens zum Hörer gegriffen und die Polizei alarmiert wird. «In diesem Moment zählt einzig, dass Nachfolgende gewarnt und somit geschützt werden können.»

Geisterfahrer stellen Polizei vor Probleme

Wer einen Geisterfahrer sichtet, soll laut Schneider umgehend die Polizei benachrichtigen, auf der rechten Fahrbahn bleiben und die Geschwindigkeit reduzieren. «Und ja nicht überholen», betont er. Die eigene Sicherheit sei das Wichtigste überhaupt – also bloss nicht den Helden spielen. Geisterfahrer selber sollten sofort auf den Pannenstreifen fahren, ihr Auto dort abstellen, sich hinter die Leitplanken in Sicherheit bringen und die Polizei verständigen. «Eine Busse gibt es trotzdem. Hauptsache aber es ist niemandem etwas passiert.»

Geisterfahrer stellen die Polizei vor grosse Probleme, wie Schneider weiter sagt. Bis eine Patrouille vor Ort eintrifft, hat der Falschfahrer bereits schon weitere Kilometer zurückgelegt. Minuten, die das Leben von anderen und das eigene Leben auf einen Schlag verändern können.

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