Rennen um Wiler Stadtpräsidium bleibt offen: Hans Mäder von der CVP hat die Nase vorne

Keiner der drei Stadtpräsidiumskandidaten erreicht im ersten Wahlgang das absolute Mehr von 3'712 Stimmen. CVP-Kandidat Hans Mäder erzielt mit 2'884 Stimmen das beste Resultat. Eine Enttäuschung ist der erste Wahlgang für Daniel Meili (FDP). Der Stadtpräsident ad interim fällt mit 1'415 Stimmen deutlich ab. Dario Sulzer (SP) schafft mit 2'116 ein respektables Resultat. Auch den Sprung in den Stadtrat gelingt keinem der Kandidaten fürs Stadtpräsidium.

Gianni Amstutz
Drucken
Teilen
Hans Mäder hat sich eine gute Ausgangslage für den zweiten Wahlgang verschafft.

Hans Mäder hat sich eine gute Ausgangslage für den zweiten Wahlgang verschafft.

Bild: PD

Wie erwartet kommt es in Wil am 29. November zu einem zweiten Wahlgang ums Stadtpräsidium. Keiner der drei Kandidaten erreichte die 3'712 Stimmen, welche für das absolute Mehr nötig gewesen wären.

Sichtlich zufrieden mit dem Ergebnis war CVP-Kandidat Hans Mäder. Der Eschliker Gemeindepräsident sicherte sich die beste Ausgangslage für den zweiten Wahlgang. Mit 2'884 Stimmen liess er seinen grössten Konkurrenten, Dario Sulzer (SP), um über 700 Stimmen zurück. Er sagte:

«Ich bin sehr erfreut über das Ergebnis, zumal der Vorsprung doch beträchtlich ist.»

Fast noch mehr freue er sich über das gute Abschneiden bei den Stadtratswahlen. Mäder verfehlte dort zwar wie alle anderen Kandidierenden das absolute Mehr, erreichte aber das zweitbeste Ergebnis.

Trotz dieses guten Ergebnisses wollte sich Mäder noch nicht festlegen, ob er auch beim zweiten Wahlgang antritt. Gleichwohl liessen er und die Partei durchblicken, dass mit Mäder auch am 29. November zu rechnen sein wird. Alles andere käme einer Überraschung gleich.

Dario Sulzer will Feld nicht kampflos räumen

Auch SP-Kandidat Dario Sulzer zeigte sich erfreut über das Ergebnis. Besonders, dass er bei den Stadtratswahlen an erster Position lag und das absolute Mehr nur um 21 Stimmen verfehlte, stimmt ihn zuversichtlich.

«Das ist eine grosse Anerkennung für meine Arbeit im Stadtrat», sagte er. Möglich geworden sei so ein gutes Resultat nur, weil er weit über das linke Lager Stimmen gemacht habe.

Sulzer weiss, dass wohl eine noch grössere Mobilisierung über die eigene Stammwählerschaft auch in einem zweiten Wahlgang nötig sein wird, will er die über 700 Stimmen Rückstand auf Hans Mäder noch wett machen. Er gibt sich aber kämpferisch:

«Ich sehe das gute Ergebnis als Auftrag, nochmals anzutreten.»

Wil sei zwar für einen Linken kein einfaches Pflaster, er werde das Feld aber nicht kampflos räumen. Auch im Hinblick auf einen allfälligen Verzicht von Daniel Meili (FDP) im zweiten Wahlgang sagte Sulzer, es sei wichtig, den Wählern auch im zweiten Wahlgang eine Auswahl zu bieten.

Daniel Meili gibt sich zweckoptimistisch

Ob Daniel Meili (FDP) sich zurückzieht, steht noch nicht fest. Da er mit 1'415 Stimmen aber nicht einmal halb so viele Stimmen erhalten hat wie Hans Mäder, ist ein solches Szenario nicht unwahrscheinlich.

Die Enttäuschung über sein schlechtes Abschneiden konnte Meili nicht verbergen. Er gestand offen:

«Ich habe sicher ein besseres Resultat erwartet.»

Dass er deutlich hinter seinen beiden Konkurrenten zurückblieb, erklärte er damit, dass gegenüber dem bisherigen Stadtrat von Teilen der Bevölkerung eine sehr kritische Haltung geherrscht habe.

Meili gab sich aber zweckoptimistisch und betonte, dass er bei den Stadtratswahlen, wo er auf dem vierten Platz landete, solid abgeschnitten habe. Zudem zeigte er sich erfreut, dass mit Jigme Shitsetsang ein Parteikollege von ihm ebenfalls gut abschnitt.

Das oberste Ziel der FDP sei die Doppelvertretung im Stadtrat. Der erste Wahlgang habe gezeigt, dass die Bevölkerung diesen Anspruch goutiere.

801 Stimmen für den Kandidaten, der gar keiner ist

Auf dem Wahlzettel stand neben den drei offiziellen Kandidaten auch der parteilose Oliver Baumgartner. Er hatte allerdings seine Kandidatur zurückgezogen. Da dies erst nach Ablauf der Frist geschah, wurde er weiterhin auf dem Wahlzettel geführt – und machte prompt 801 Stimmen.

Ob das daran lag, dass die Leute nicht mitbekommen haben, dass Baumgartner für eine Wahl gar nicht mehr zur Verfügung stand, oder ob es sich dabei um Protestwähler gehandelt hat, ist schwierig festzustellen.

Aufgrund der hohen Stimmenanzahl muss jedoch davon ausgegangen werden, dass durchaus ein Teil der Wähler mit ihrer Stimme für Baumgartner ihren Unmut über die anderen drei Kandidaten kundtun wollten.

Mehr zum Thema