Rekordtransfer und Revanche: Der FC Wil will an die erfolgreiche Vorrunde anknüpfen

Der FC Wil startet am Sonntag um 15 Uhr auswärts gegen Vaduz in die Rückrunde der Challenge League.

Gianluca Lombardi
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Wil hatte starke Auftritte in der Vorrunde wie im Bild Kwadwo Duah (oben) gegen den Grasshopper Allan Arigoni.

Wil hatte starke Auftritte in der Vorrunde wie im Bild Kwadwo Duah (oben) gegen den Grasshopper Allan Arigoni.

Michel Canonica

Die Wiler Fussballer gastieren im Vaduzer Rheinpark-Stadion und wollen an die erfolgreiche Hinrunde anknüpfen. Während Wil vor der Winterpause ein wenig Boden verloren hat, haben die Liechtensteiner zum Ende der Hinrunde aufgedreht. Erst mit einer Heimniederlage gegen Kriens wurde eine gute Serie gestoppt. Die Wiler hingegen hatten mit einem 4:0-Heimsieg gegen Winterthur ihre sieglose Serie beendet.

Die beiden Teams überwinterten als Tabellennachbarn auf den Rängen vier und fünf. Ein Spiel auf Augenhöhe scheint am Sonntag ab 15 Uhr wohl die logische Schlussfolgerung zu sein.

Aber aufgepasst, denn anders als der FC Wil setzt man in Liechtenstein auf routinierte Spieler. Der Wiler Trainer Ciriaco Sforza sagt im Vorfeld der morgigen Partie über den Gegner:

«Der FC Vaduz hat eine sehr erfahrene Mannschaft mit einigen Spielern, die bereits in der Super League Erfahrungen sammeln konnten.»

Dass sich die jungen Wilden aus Wil aber davor nicht verstecken müssen, haben sie in der Hinrunde mehrfach bewiesen.

Filip Stojilkovic wechselt zum FC Sion

Nicht mehr im Wiler Dress auflaufen wird Filip Stojilkovic. Der junge Stürmer wechselt für 31/2 Jahre zum FC Sion. Der FC Wil weist darauf hin, dass er über die Ablösemodalitäten keine Informationen erteilt. Die Zeitung «Blick» nannte in ihrer Berichterstattung aber eine Ablösesumme von rund einer Million Franken. Damit wäre Stojilkovic wohl der teuerste Abgang der Ostschweizer und würde an den geschätzten Rekordabgängen Moustapha Salifou und Fabian Schär vorbeiziehen.

Das spezielle Spiel für den jungen Kosovaren Fuad Rahimi

Für ein Wiler Eigengewächs wird das Spiel wohl ein ganz spezielles. Nach seinem Wechsel im Winter trifft Fuad Rahimi bereits im ersten Spiel auf den Verein, der ihn zum Profi machte. Der junge Kosovare hofft beim FC Vaduz auf mehr Einsatzzeit. Nachdem der Innenverteidiger unter Ciriaco Sforza nur noch selten zu Einsätzen kam, scheint dieser Wechsel für alle Beteiligten die beste Lösung zu sein.

Neuzugänge mit Potenzial

Nach den fixen Abgängen von Nick von Niederhäusern, Fuad Rahimi und Filip Stojilkovic verzeichneten die Wiler auch zwei Neuzugänge. Vom FC Basel stösst Konstantinos Dimitriou leihweise zu den Ostschweizern, während Andrea Padula vom FC Chiasso fix wechselt. Beide Spieler scheinen ein grosses Potenzial mitzubringen und dürften mittelfristig eine Verstärkung für das Kader sein.

Eine Niederlage trotz zweimaliger Führung

Ob weitere Spieler dazu stossen werden, liess Sforza offen: «Wir bauen auf junge, talentierte Spieler mit Perspektiven. Und darum halten wir die Augen immer offen. Aber wir suchen keine kurzfristigen Lösungen.»

Cheftrainer Sforza sagt zu den ersten Zielen in der Rückrunde: «Heraus aus der Komfortzone.» Damit meint er vor allem die kleine Baisse, die Wil kurz vor Ende der Hinrunde einzog. Nach einem starken Beginn und einer sehr guten Entwicklung wollte der Mannschaft einige Wochen lang nur noch wenig gelingen.

Die gesteigerte Erwartungshaltung

Dass die Wiler das Zeug haben, um sich zwischen Platz zwei und vier festzusetzen, haben sie bereits mehrfach eindrücklich bewiesen. Mit zunehmender Dauer steigt aber auch die Erwartungshaltung von aussen. Man darf gespannt sein, wie die Mannschaft damit umgehen wird. Eine erste Bewährungsprobe wartet in Vaduz.

In Liechtenstein verlor der FC Wil zuletzt 2:4, obwohl er zweimal in Führung lag. Die jungen Wiler werden aber alles daran setzen, dass sich diese Geschichte nicht wiederholt.