REKORD
Erstmals den Bodensee doppelt überquert: «Ich möchte diesen Sport bis 90 betreiben»

Der einst in Wil wohnhafte Dario Aemisegger bricht auf dem Bodensee Jahr für Jahr einen Rekord beim Stand-up-Paddeln. Vor wenigen Tagen hat er die doppelte Überquerung Romanshorn-Friedrichshafen-Rorschach in unter fünf Stunden geschafft. Nächste Woche lässt er sich den Rekord wieder abluchsen.

Simon Dudle
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Sein Rekord ist Tatsache: Nach knapp fünf Stunden hat Dario Aemisegger die doppelte Seeüberquerung hinter sich.

Sein Rekord ist Tatsache: Nach knapp fünf Stunden hat Dario Aemisegger die doppelte Seeüberquerung hinter sich.

Bild: PD

Der 44-jährige Dario Aemisegger, der einst in der Wiler Altstadt gewohnt hat, liebt das Stand-up-Paddeln. Und er liebt die Herausforderung. Vor drei Jahren hat er erstmals den Bodensee überquert, von Rorschach nach Friedrichshafen. Ein Jahr später machte er die Längsquerung des Sees. Letztes Jahr war die Dreiländer-Querung Rorschach-Lindau-Bregenz-Rorschach an der Reihe.

Und damit noch nicht genug: Vor einigen Tagen war die doppelte Überquerung dran. Diese führt von Romanshorn nach Friedrichshafen und dann zurück in die Schweiz nach Rorschach. Die schmalste und die breiteste Stelle des Sees werden gequert. Den Hinweg schaffte der Ex-Wiler in 98 Minuten, den Rückweg in 190 Minuten. Für die 32 Kilometer lange Strecke brauchte er also 4 Stunden und 48 Minuten. Und das ganz ohne Motor, von Hand mit Paddel-Schlägen angetrieben. Aemisegger sagt:

«Am besten ist es, wenn möglichst kein Wind weht. Dann ist der See ruhig und man kommt gut vorwärts.»

Spitzensportler jagen den Rekord

Aber warum tut er das eigentlich? «Das ist der perfekte Sport für alle. Je älter man wird, desto besser ist es. Ich möchte das Stand-up-Paddeln betreiben, bis ich 90 bin», sagt Dario Aemisegger. Auch den mentalen Aspekt streicht er heraus und sagt:

«Ob man Stress im Job oder mit den Kindern hat: Beim Stand-up-Paddeln kann man schnell herunterfahren.»

Zudem lerne man die Welt aus einem anderen Blickwinkel kennen. So würden einem zum Beispiel der Fünfländerblick oder der Springbrunnen Rorschach aus einer anderen Perspektive erscheinen.

Die verschiedenen Stimmungen auf und neben dem See reizen Dario Aemisegger.

Die verschiedenen Stimmungen auf und neben dem See reizen Dario Aemisegger.

Bild: PD

Spielt das Wetter mit, so ist Dario Aemisegger seinen jüngsten Rekord aber schon nächste Woche wohl wieder los. Und das auf eigenen Wunsch. Dann schicken sich vier Spitzen-Paddler aus Österreich, Deutschland und der Schweiz an, um den Wert von 4 Stunden und 48 Minuten zu unterbieten. Namentlich sind es der einstige Wildwasser-Athlet Normen Weber und sein deutscher Landsmann Manuel Lauble, der fast täglich auf dem Seerhein trainiert. Laubles Trainer, Christian Taucher, will die Bestzeit der doppelten Seeüberquerung genau so unterbieten wie der einzige Schweizer Spitzenpaddler in diesem Feld, Peter Muellhauser.

Vergangenes Jahr hatte Dario Aemisegger im Rahmen der Dreiländer-Querung auch Bregenz angesteuert.

Vergangenes Jahr hatte Dario Aemisegger im Rahmen der Dreiländer-Querung auch Bregenz angesteuert.

Bild: PD

Je weniger Wellen, desto besser

Aemisegger lässt sich den Rekord wieder entreissen, weil nun eine neue Ära in seinem Leben beginnt. Ihm schwebt vor, dass am Bodensee eine Paddle-Community im Surfer-Style entsteht und immer mehr gepaddelt wird. Am Freitag kommender Woche (30. Juli) geht die Rekordjagd los, bei Schlechtwetter einen Tag später. Der gebrochene Rekord soll dann gemeinsam gefeiert werden.