Reithallendach und Fahrleitungen beschädigt: Wütende «Sabine» trieb ihr Unwesen in den Regionen Wil und Toggenburg

Der Sturm hinterlässt Schäden – aber weniger als befürchtet.

Miguel Lo Bartolo
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Zwischen Oberbüren und Niederwil stürzten Bäume auf das Dach einer Reithalle.
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Ein Baum fiel über die Strasse Wintersberg-Bendel. Im Einsatz war die Feuerwehr Ebnat-Kappel.
Dieses Gartenhäuschen in Wil erlitt Totalschaden.
Am Montagnachmittag erreichte ein Materialzug die Unfallstelle, wo ein Baum auf die Fahrleitung stürzte.
Dachschaden: Diese BP-Tankstelle nahe dem Autobahnanschluss in Oberbüren bleibt bis Dienstagmittag geschlossen.
Wil/Sirnach: Der Rad- und Gehweg entlang der Kreuzstrasse zwischen Hub und Gloten wurde gesperrt.

Zwischen Oberbüren und Niederwil stürzten Bäume auf das Dach einer Reithalle.

Bild: Hans Suter

Der Wintersturm «Sabine» hinterlässt zwar deutlich sichtbare Spuren, je nach Gebiet wütete «Sabine» aber sehr unterschiedlich . Hauptsächlich brachte sie Bäume zum Umstürzen und wirbelte Ziegel von den Dächern. Die Feuerwehren Wils und Uzwils waren gestern während Stunden im Einsatz, bemüht, Schäden schnell zu beheben, um Schlimmere zu verhindern.

Höhepunkt um 10 Uhr erreicht

Am Montagmorgen kurz vor 8 Uhr leuchtete der Himmel noch blau und war nur teilweise bewölkt. Dem frühlingshaften Sonnenaufgang folgt alsbald ein heftiges Sturmtief, das seinen vorläufigen Höhepunkt um etwa 10 Uhr erreichte: Unbefahrbare Strassen, beschädigte Fahrleitungen, Schäden an Gebäude. «Sabine» liess ihren gewaltigen Kräften freien Lauf. Aber nicht so heftig, wie befürchtet. Die Feuerwehrkommandanten aus der Region sind erleichtert, dass sich nichts Schlimmeres als Sachschäden ereignet hat. «Aussergewöhnliche Einsätze gab es diesmal keine», sagt etwa der Wiler Feuerwehrkommandant Thomas Widmer. Der Sicherheitsverbund Region Wil kam bis gestern Abend um 17 Uhr «nur» sieben Mal zum Einsatz. Einsatzorte waren vor allem Wil, Bronschhofen und Braunau.

Bereit für den nächsten Sturm

Die Uzwiler Feuerwehr rückte gestern zwölf Mal aus. Kommandant Björn Scheck vermutet den grössten finanziellen Schaden in Niederwil, wo ein Baum vom Sturm entwurzelt wurde und Teile des Reithallendachs zum Einstürzen brachte. In Oberbüren löste sich das Dach der BP-Tankstelle. «In der Nacht auf Dienstag droht der Wind wieder stärker zu werden. Wir sind auf jeden Fall bereit», sagt Scheck.

Zugstrecke und Bergbahnen gesperrt

Auf der Zugstrecke zwischen Bazenheid und Lütisburg fiel ein Baum auf die Fahrleitung. Die Strecke konnte während Stunden nicht mehr befahren werden. Es verkehrten Busse als Bahnersatz, bis die Reparaturen an der Fahrleitung ausgeführt waren.

«Bis jetzt ist nichts vorgefallen», sagt Urs Gantenbein, Geschäftsführer der Bergbahnen Wildhaus AG. Zumindest sei ihm nichts bekannt. Die Wildhauser Bergbahnen befanden sich wegen der Sturmwarnung ohnehin im Stillstand. Es seien alle möglichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden, um einen Vorfall zu vermeiden.

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