Reithalle ist einsturzgefährdet

Die Reithalle Schützenwiese in Flawil hält grösseren Schneemengen oder heftigen Windböen nicht mehr Stand. Die Gemeinde lässt sie deshalb für 200 000 Franken sanieren. Bis zum Abschluss der Arbeiten bleibt die Halle geschlossen.

Donat Beerli
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Die sanierungsbedürftigte Reithalle an der Magdenauerstrasse ist im Besitz der Gemeinde. Der Reitclub hat ein eingetragenes Benützungsrecht. (Bilder: Andrea Häusler)

Die sanierungsbedürftigte Reithalle an der Magdenauerstrasse ist im Besitz der Gemeinde. Der Reitclub hat ein eingetragenes Benützungsrecht. (Bilder: Andrea Häusler)

FLAWIL. «Das Betreten der Reithalle Schützenwiese ist verboten bis die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sind.» Diese Worte prangen seit einigen Tagen auf einem Hinweis, den die Gemeinde Flawil am Eingangstor der Reithalle angebracht hat. Nun steht also fest: Die über 60 Jahre alte Halle wird saniert, womit das Tauziehen zwischen dem Reitclub Flawil und Umgebung und der Gemeinde zu Ende geht.

Letzten Winter hatte die Liegenschaftsverwaltung der Gemeinde Flawil einen Ingenieur des Holzbauunternehmens Blumer-Lehman beauftragt, das Tragwerk der Reithalle zu überprüfen. Er kam zum Schluss, dass der Reithalle durch grössere Schneemengen oder Windböen der Einsturz drohen könnte.

Gemeinde muss Halle erhalten

Daraufhin wurde ein Sanierungskonzept erarbeitet, das eine Totalsanierung der Halle vorsah, ein Teil sollte zudem abgebrochen werden. Da die Gemeinde nicht bereit war, die Kosten von rund 700 000 Franken selber zu tragen, kam es zu Verhandlungen mit dem Reitclub um die finanzielle Beteiligung. Dieser weigerte sich jedoch, einen Grossteil der Kosten zu übernehmen. «Wir mussten der Gemeinde klarmachen, dass wir das Geld für diese Sanierung nicht aufbringen können und uns auch nicht verschulden wollen», sagt der Präsident des Reitclubs, Franz Bärlocher. Interessant dabei: Laut einem Eintrag im Grundbuch aus dem Jahr 1938 ist die Gemeinde als Besitzerin verpflichtet, die Reithalle zu erhalten und die baulich notwendigen Massnahmen zum Erhalt der Halle zu treffen.

Folglich muss sie für allfällige Sanierungskosten an der Reithalle aufkommen. Laut Gemeindepräsident Elmar Metzger wäre das geplante Projekt über 700 000 Franken jedoch über diesen Sanierungsauftrag hinausgegangen.

Deshalb wollte die Gemeinde den Reitclub an der Finanzierung beteiligen. Da dieser nicht gewillt war, folgten weitere Verhandlungen. War man sich denn nicht bewusst, dass die Verantwortung für den Unterhalt der Reithalle bei der Gemeinde liegt? «Die Frage hat sich bisher nicht gestellt», sagt Metzger. In den vergangenen Jahren seien nur die notwendigsten Reparaturen vorgenommen worden, wofür die Gemeinde aufgekommen sei.

Sanierung für 200 000 Franken

Nun haben die Verhandlungen ein Ende gefunden. «Es war ein Ausdiskutieren», sagt Metzger. Die Gemeinde und der Reitclub haben vereinbart, nur so viel zu investieren, damit die Sicherheit der Reithalle für die nächsten zehn Jahre gewährleistet ist. Dazu hat der Gemeinderat einen Baukredit über rund 200 000 Franken gesprochen. Vertiefte Abklärungen im Zusammenhang mit der anstehenden Verstärkung des Tragwerks hätten ergeben, dass die Gemeinde allein für die Kosten aufkommen müsse. Jetzt sei man in der Ausarbeitung der konkreten Massnahmen, sagt Metzger.

Schliessung kommt abrupt

Franz Bärlocher ist froh, dass die Gemeinde die Sanierung nun vorantreibt, obwohl der Zeitpunkt mit dem anstehenden Winter nicht gerade günstig sei. «Die Schliessung kommt ein wenig abrupt», sagt er. «Gleichzeitig sind wir glücklich, dass etwas gemacht wird.» Das Training ist vorerst auf Eis gelegt, der Verein versucht nun, in einer fremden Halle unterzukommen. Das sei aber schwierig, sagt Bärlocher.

Seit Sonntag darf die Reithalle nicht mehr benützt werden.

Seit Sonntag darf die Reithalle nicht mehr benützt werden.