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REGION: Wirbel um neuen Schlachthof

Mit der Meldung, die Micarna plane in Weigheim (D) einen Geflügelschlachthof, machen deutsche Medien Schlagzeilen. Die Migros-Tochter dementiert. Sie favorisiert Bütschwil als Standort für einen solchen Betrieb.
Ursula Ammann
Die Micarna will einen Geflügelschlachthof bauen. Das baden-württembergische Weigheim bei Villingen-Schwenningen wurde zwar ursprünglich als Standort evaluiert, ist jedoch aus dem Rennen. Die Migros-Tochter möchte sich auf Bütschwil konzentrieren. (Bild: Getty)

Die Micarna will einen Geflügelschlachthof bauen. Das baden-württembergische Weigheim bei Villingen-Schwenningen wurde zwar ursprünglich als Standort evaluiert, ist jedoch aus dem Rennen. Die Migros-Tochter möchte sich auf Bütschwil konzentrieren. (Bild: Getty)

Ursula Ammann

ursula.ammann@wilerzeitung.ch

«Schweizer Grossschlachterei bald am Villinger Stadtrand?», ­titelte der «Südkurier» vor wenigen Tagen und informierte über angebliche Pläne der Micarna, in Weigheim bei Villingen-Schwenningen (D) einen Geflügelschlachthof zu errichten. Das Unternehmen habe bereits im Mai bei der Stadt angefragt, ob diese dafür ein Grundstück zur Verfügung stellen könne.

Das Thema wurde auch von anderen deutschen Medien aufgegriffen. «Die Neckarquelle» wies in einem fast seitengrossen Artikel darauf hin, dass Micarna in Deutschland vom lascheren Tierschutzgesetz profitieren könne. Zudem würden sich «die getöteten Hühnchen wohl durchaus wirtschaftlich wieder ins Migros-Land befördern lassen», heisst es weiter. «Schliesslich verläuft die A81 direkt am möglichen Standort entlang.»

Doch was ist dran an der Geschichte, dass die Micarna ihren geplanten Geflügelschlachthof in Deutschland ansiedeln will? «Das ist eine Falschmeldung», sagt Mediensprecherin Deborah Rutz. Das Unternehmen habe Weigheim zwar ursprünglich als einen von ungefähr sechs mög­lichen Standorten evaluiert, jedoch sei dieser gar nicht mehr ­aktuell. Man habe aber nur in wenigen deutschen Medien die Gelegenheit gehabt, die Sache richtigzustellen, «denn wir sind von vielen Zeitungen gar nicht kontaktiert worden», erklärt sie.

Vor Vertragsabschluss kein Beziehungsabbruch

Micarna favorisiere für den ­neuen Geflügelschlachthof nach wie vor einen Standort in der Schweiz. Konkret im Gespräch ist die Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil. Die Pläne habe man dort im Vergleich zu Weigheim auch vorangetrieben, sagt Deborah Rutz. Wegweisende Entscheidungen seien in jüngster Zeit aber nicht gefallen. Die Anlage ist ausserhalb des Dorfes vorgesehen, in der Nähe von Lütisburg Station. Gemäss früheren Medienberichten ist von 18 Millionen Poulets die Rede, die den Schlachthof jährlich verlassen. Diese Zahl bestätigt die Micarna nicht definitiv, weil noch keine Baupläne vorliegen. «Sie dürfte sich aber in diesem Bereich bewegen», sagt Deborah Rutz.

Ist der Standort Weigheim nun gestorben? Solange andernorts keine Verträge unterzeichnet seien, tue die Micarna schlecht daran, irgendwelche Beziehungen abzubrechen, sagt die Mediensprecherin. «Weigheim wird aber nicht weiter verfolgt.»

Ein konkretes Projekt für Bütschwil liegt noch nicht vor. «In Zusammenarbeit mit Planern, Kanton, Gemeinde und Grundeigentümern befasst sich die ­Micarna zurzeit intensiv mit der Ausarbeitung des Vorprojektes », sagt Karl Brändle, Gemeindepräsident von Bütschwil-Ganterschwil.

Wie die «Wiler Zeitung» bereits berichtete, würden für einen entsprechenden Bau rund sechs Hektaren Land benötigt. Dieses ist im Besitz von fünf Eigen­tümern. Auch ein Lagergebäude des Bundes befindet sich auf dem vorgesehenen Areal.

Die Verkaufsverhandlungen mit den Eigentümern laufen nicht über die Gemeinde, sondern sind Sache der Migros-­Tochter. «Wir hoffen natürlich, dass die Micarna am Standort ­Bütschwil festhält, zumal unsere Gemeinde nach wie vor die Favoritenrolle einnimmt», sagt Karl Brändle. Wie das die Bevölkerung sieht, wird sich spätestens dann zeigen, wenn die raumplanerischen Erlasse, Teilzonenplan und Überbauungsplan, zur öffentlichen Auflage gelangen.

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