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REGION WIL: "Wir wollen nicht nur Spielball sein"

Die Regio Wil hat vor einem Jahr das Projekt «Gesamtschau regionale ÖV-Entwicklung» gestartet. Dies, weil man nicht nur «Spielball der grossen Akteure» sein wolle, wie Lucas Keel sagt. Jetzt liegen die Ziele und Ergebnisse vor.
Tim Frei
Stellten die Ergebnisse vor: Lucas Keel (Präsident der Fachgruppe Mobilität von Regio Wil) und Projektleiterin Sarah Hug-Leuthold. (Bild: Tim Frei)

Stellten die Ergebnisse vor: Lucas Keel (Präsident der Fachgruppe Mobilität von Regio Wil) und Projektleiterin Sarah Hug-Leuthold. (Bild: Tim Frei)

Tim Frei

tim.frei@wilerzeitung.ch

Kurzfristig ärgern die langen Umsteigezeiten zwischen Bahn und Bus, langfristig geht es um die Fernverkehrshalte. Regio Wil will, dass der öffentliche Verkehr noch besser wird. Dafür hat sie ein Konzept erarbeitet und Forderungen aufgestellt. Die Planungsprozesse seien komplex, die politischen Interessen würden nicht immer mit den Fakten korrespondieren, sagt Lucas Keel, Präsident der Fachgruppe Mobilität der Regio Wil. So unterstütze die Region Wil die Forderung der Region St. Gallen-Bodensee, dass in die Bahn-Infrastruktur investiert werde. Versprochen sei das längst, schon seit der Bahn 2000. Die reine Fahrzeit zwischen St. Gallen und Zürich müsse kürzer werden. «Die gewonnene Fahrzeit muss jedoch auch für Zugshalte in der Region Wil eingesetzt werden. Hier fahren im ganzen Kanton am meisten Leute Zug.»

Ein attraktiver Bahnhof ist ein Verkehrsknoten. Die Vorzüge sind offensichtlich: Man erreicht ihn zur vollen und halben Stunde und hat in alle Richtungen Anschluss. Was St. Gallen künftig werden will, hat Wil – jedoch nicht mehr lange. Grund ist der grosse Fahrplanwechsel auf Ende 2018. Ab dann lassen stündlich zwei schnelle Verbindungen zwischen Zürich und St. Gallen den Bahnhof Wil aus. Auch weil den Güterzügen mehr «Platz» gewährt wird, kommt es zu markanten Veränderungen im Personenverkehr. Leute, die am Bahnhof Wil umsteigen müssen, warten teils mehr als 15 Minuten. Somit bleibt nur noch, auf Ende 2018 die Busverbindungen im Raum Wil für teueres Geld anzupassen.

«Wir brauchen robuste und verständliche Forderungen»

«Die Regio Wil will nicht nur Spielball der grossen Akteure sein», so Keel. Sie habe deshalb vor einem Jahr das Projekt «Gesamtschau regionale ÖV-Entwicklung» gestartet. Am vergangenen Donnerstag orientierte sie über die Ergebnisse und die Ziele. Mit Unterstützung des Büros Infras wurden die Fakten analysiert und die Handlungsmöglichkeiten ausgelotet. Viele Planungsprozesse laufen parallel auf nationaler, kantonaler und regionaler Ebene. Sie reichen bis ins Jahr 2035. «Da heisst es, rechtzeitig parat zu sein. Wir brauchen robuste und einfach verständliche Forderungen, die wir in den nächsten 15 Jahren mit Ausdauer und Energie vertreten können», betont Keel. Thurgauer und St. Galler Politiker seien sich da einig. Zu den sechs Forderungen gehört ein Viertelstundentakt von Fernverkehr und S-Bahn: Beide Verkehrsarten sollen die Region Wil im Halbstundentakt bedienen und sich so zu einem Viertelstundentakt ergänzen. Eine weitere Forderung setzt beim Umsteigen an: Wil soll ein Knoten mit schlanken Umsteigesituationen auf den Regionalverkehr und attraktiven Anschlüssen an den Fernverkehr werden. Zudem: Passagiere, die in Wil und Uzwil zusteigen, sollen einen Sitzplatz finden. Weiter soll der Fernverkehr mit Halt in Wil zur vollen und halben Stunde in Zürich ankommen und damit gute Anschlussverbindungen gewährleisten.

Positionierung gegenüber kantonalen Ämtern

Die Regio Wil positioniert sich mit ihrem Konzept auch gegenüber kantonalen Ämtern und anderen Institutionen. «Sie müssen wissen, welche Aufgabe öffentlicher Verkehr in unserer Region Wil übernehmen muss, damit die raumplanerischen Ziele erreichbar sind», sagt Keel. Die St. Galler Kantonsregierung spricht selbst davon, dass die Region Wil mit 25000 Personen die am stärksten frequentierte Bahn-Strecke ist. Bis 2030 erwartet sie täglich 35000 Fahrgäste. «Die Regio Wil zählt auf diese Kraft der Fakten. Ein gutes ÖV-Angebot bringt Fahrgäste und entlastet die Strasse.»

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