Region Wil wächst laufend

Gemäss Prognosen des kantonalen Amts für Statistik wird die Bevölkerung der Region Wil bis ins Jahr 2020 um rund zehn Prozent wachsen. Im Toggenburg wird ein Bevölkerungsrückgang mit zunehmender Überalterung vorausgesagt.

Natalie Brägger
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Region. Die Fachstelle für Statistik des Kantons St. Gallen hat kürzlich die regionalen Unterschiede untersucht, um die Beantwortung von regionalpolitischen Fragen zu vereinfachen. Ein Schwerpunkt der statistischen Arbeiten war die demographische Entwicklung in den sechs Regionen der Neuen Regionalpolitik (NRP). Die NRP-Region Wil, die im Verein Regio Wil organisiert ist, umfasst vierzehn Thurgauer und neun St. Galler Gemeinden von Aadorf bis Niederhelfenschwil. Insgesamt leben zurzeit gut 97 000 Einwohner in diesem Gebiet. Seit 1998 hat sich die Bevölkerungszahl in der Region Wil um rund acht Prozent vergrössert. Die Region weist damit hinter Zürichsee-Linth das zweitgrösste Wachstum im kantonalen Vergleich auf. Laut Prognosen soll die Bevölkerung – verglichen mit 1998 – nochmals um rund sieben Prozent wachsen. Stimmen diese Voraussagen und bleiben die jetzigen Mitgliedsgemeinden dem Verein Regio Wil erhalten, werden in zehn Jahren rund 105 000 Menschen in seinem Einzugsgebiet leben.

Viele Rentner im Toggenburg

Ganz anders sieht die Situation in der NRP-Region Toggenburg, die sich von der Gemeinde Ganterschwil über das Necker- und Thurtal bis nach Wildhaus-Alt St. Johann erstreckt, aus. Zwischen 1998 und 2008 ist in diesem Gebiet ein Bevölkerungsrückgang von vier Prozent registriert worden. Bis ins Jahr 2020 wird ein weiterer Rückgang in diesem Umfang vorausgesagt. Die Gründe für diesen Rückgang sind komplex. Lutz Benson, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Fachstelle für Statistik, nennt dazu einige mögliche Ursachen: «Das Toggenburg profitiert weniger von der Zuwanderung aus dem Ausland, zusätzlich ziehen viele Junge zu Ausbildungszwecken weg.»

Diese Abwanderung hat zusammen mit den sinkenden Geburtenraten auch einen Einfluss auf die Überalterung der Toggenburger Bevölkerung. Der Altersquotient, der angibt, wie viele Über-64-Jährige pro 100 Personen zwischen 20 und 64 Jahren in einer Region leben, ist im Toggenburg nämlich sehr hoch. 2008 wies das Toggenburg mit 31 Über-64-Jährigen auf 100 Personen zwischen 20 und 64 Jahren den höchsten Altersquotient im ganzen Kanton auf. Die Prognose sagt voraus, dass dieser Quotient bis 2020 auf 40 ansteigen wird. Es sind dann also rund 2,5 erwerbstätige Personen, die auf eine Person im Ruhestand entfallen. Wichtig zu beachten ist dabei allerdings, dass es sich um Prognosen handelt. «Verändert sich die Situation im Toggenburg, beispielsweise die Verkehrsanbindung, kann die Entwicklung auch in eine andere Richtung gehen», betont Lutz Benson.

Knackpunkt Altersvorsorge

In der Region Wil liegt der Altersquotient wesentlich tiefer, zurzeit leben pro 100 Personen zwischen 20 und 64 Jahren noch weniger als 25 Über-64-Jährige in der Region. Damit weist Wil den tiefsten Altersquotient im kantonalen Vergleich auf. «Diese Region profitiert unter anderem sicherlich von einer starken Aussenzuwanderung», erklärt Lutz Benson. Bis ins Jahr 2020 wird der Altersquotient aber auch in Wil und Umgebung ansteigen. Dann werden gut drei erwerbstätige Personen auf einen Einwohner in Rente entfallen.

Hinzu kommt, dass der Jugendquotient, die Anzahl Unter-20-Jähriger pro 100 Personen zwischen 20 und 64 Jahren, in allen Regionen des Kantons rückläufig ist. All diesen Zahlen ist unschwer zu entnehmen, dass sowohl Standortattraktivität als auch Altersvorsorge wichtige Themen in der Regionalpolitik bleiben werden.