Region Wil/ Toggenburg
Den Traum von den eigenen vier Wänden wahr werden lassen: Grosse Nachfrage nach Eigenheimen in Wil, starkes Wachstum im Toggenburg

Die Nachfrage nach Wohnraum ist im vergangenen Jahr im Kanton St.Gallen gestiegen. Die Region Wil und das Toggenburg bilden dabei keine Ausnahme. Wie lange der Trend anhält, lässt sich nicht sagen.

Francesca Stemer
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Die Transaktionspreise der Eigentumswohnungen in der Region Wil und Toggenburg.

Die Transaktionspreise der Eigentumswohnungen in der Region Wil und Toggenburg.

Bild: let/PD

In der Region Wil ist die Nachfrage für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser gestiegen. Gemäss dem Immobilienmarktbericht der St.Galler Kantonalbank ist die Coronapandemie einer der Hauptgründe für den Trend. In der Krise steigt demgemäss das Platzbedürfnis und der Wunsch nach den eigenen vier Wänden.

Besonders gefragt sind Einfamilienhäuser. So fallen auf jedes Objekt, das online ausgeschrieben ist, aktuell beinahe sieben Suchabos. Bei den Eigentums­wohnungen sind es zwei Interessierte pro Inserat. Die Region Wil verfüge jedoch über eine eher grosse Auswahl an Eigentumswohnungen. Im 1. Quar­tal dieses Jahres waren fast vier Prozent aller Eigentumswohnungen zum Verkauf ausgeschrieben. Von den Einfamilienhäusern in der Region sind 1,2 Prozent verfügbar. Die Transaktionspreise für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser sind 6,7 Prozent höher als im Vorjahr.

René Walser, Leiter Privat und Geschäftskunden St.Galler Kantonalbank.

René Walser, Leiter Privat und Geschäftskunden St.Galler Kantonalbank.

Bild: PD

Für die Region Toggenburg erklärt René Walser, Leiter Privat und Geschäftskunden St.Galler Kantonalbank: «Die Region Toggenburg punktet mit vergleichsweise erschwinglichen Wohneigentumspreisen. Die solide Nachfrage lässt die Preise aber spürbar ansteigen.» Einfamilienhäuser wurden im 1. Quartal dieses Jahres zu 8,4 Prozent höheren Preisen als im Vorjahr gehandelt. Damit ist das Preiswachstum im Toggenburg einiges höher als der kantonale Durchschnitt von 4,7 Prozent. Bei den Eigentumswohnungen stiegen die Preise um 7,4 Prozent.

Das Toggenburg verzeichnete zudem das grösste Bevölkerungswachstum seit 27 Jahren. Ein Grund dafür seien die angemessenen Wohnimmobilienpreise. Auch die Nähe zur Natur und die niedrigen Zinsen locken die Menschen in die Region. Vor allem auf Suchportalen habe sich die gesteigerte Nachfrage nach Eigentumswohnungen gezeigt, wobei insgesamt weniger Objekte inseriert wurden. Der Grund dafür sei, dass in den Toggenburger Gemeinden eher wenig gebaut werde. Die Zahl der baubewilligten Eigentumswohnungen ist im vergangenen Jahr gesunken. 1,2 Prozent der Einfamilienhäuser im Toggenburg sind zum Verkauf ausgeschrieben. Auch hier rechnet Walser für die nahe Zukunft mit keinem grossen Anstieg.

Verlockende Preise

Allerdings rechnet Walser damit, dass die Toggenburger Eigenheimmärkte auch in Zukunft von den Folgen der Coronapandemie profitieren werden. Mehr Homeoffice führe dazu, dass längere Pendelzeiten in Kauf genommen werden. Der Wohnort muss nicht mehr zwingend in der Nähe des Arbeitsorts liegen. Dabei geraten vor allem ländliche Gebiete, in denen Wohneigentum meist noch bezahlbar ist, verstärkt ins Visier der Kaufinteressenten. Wie nachhaltig dieser Trend ist, wird sich zeigen.