Region Wil
SVP Kreispartei zieht an Hauptversammlung Bilanz und blickt in die Zukunft

Am Mittwoch fand im «Rössli» in Flawil die Hauptversammlung (HV) der SVP Kreispartei Wil statt.

Philipp Stutz
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Bruno Dudli, Präsident der SVP Kreispartei (rechts), durfte an der HV Regierungsrat Stefan Kölliker begrüssen.

Bruno Dudli, Präsident der SVP Kreispartei (rechts), durfte an der HV Regierungsrat Stefan Kölliker begrüssen.

Bild: Philipp Stutz

Die SVP Kreispartei Wil will die Politik neu beleben. «Gerade die während langer Zeit beinahe anonyme Ortspartei Flawil geht diesbezüglich mit gutem Beispiel voran und hat wieder Informationsveranstaltungen zu Abstimmungen durchgeführt», sagte Bruno Dudli, Präsident der Kreispartei, an der Hauptversammlung vom Mittwoch. Er erinnerte daran, dass in nicht allzu ferner Zukunft Wahlen anstünden. Ziel sei es, bei den kommenden Kantonsratswahlen wieder mit einer vollen 18er-Liste anzutreten. Kandidierende sollen darin aus allen Gemeinden des Wahlkreises vertreten sein.

Einen von sechs Kantonsratssitzen verloren

Doch zunächst galt es auf die vergangenen Kantonsratswahlen zurückzublicken. Dort hat die SVP einen ihrer sechs Sitze im Wahlkreis Wil verloren. Sie bleibt dennoch wählerstärkste Partei. «Und wir sind mit Abstand die grösste Fraktion im Kantonsrat», betonte Dudli. Peter Haag aus Schwarzenbach verfehlte seine Wiederwahl, wurde im Gegenzug aber zum Schulratspräsidenten der Gemeinde Jonschwil gewählt. Und Ursula Egli schaffte im zweiten Wahlgang als erste SVP-Vertreterin den Einzug in den Wiler Stadtrat. «Durchhaltewillen macht sich bezahlt», folgerte Dudli. Marco Baumann (Uzwil), Vizepräsident der Kreispartei, trat zurück. Sein Nachfolger wird der Jonschwiler Bruno Näf. Auch Kassier Dave Engin hat seine Demission bekanntgegeben und wird durch Thomas Duss ersetzt.

Rechtsgleichheit, der Schutz vor Diskriminierung und das Recht auf persönliche Freiheit müssten gewährleistet bleiben, meinte Bruno Dudli mit Bezug auf die verordneten Massnahmen während der Coronakrise. «Wir alle müssen wachsam bleiben, damit uns diese Errungenschaften nicht entgleiten.»

Mit einem Spiessrutenlauf vergleichbar

«Die Schweiz und der Kanton St.Gallen haben die Coronakrise relativ elegant gemeistert», sagte Regierungsrat Stefan Kölliker. Auch im Bildungsbereich habe man die Nerven nicht verloren und Wege gesucht, um die Lage in den Griff zu bekommen. Das Ganze sei aber mit einem Spiessrutenlauf vergleichbar gewesen. Der kantonale Bildungschef kritisierte, dass manches, was in den Medien kommuniziert worden sei, nicht immer der Wahrheit entsprochen habe. So sei beispielsweise die Situation in den Spitälern dramatisiert worden. Nun gelte es, die Lehren aus der Pandemie zu ziehen. Und sich Gedanken zu machen, wie es weitergehen soll und dass sich begangene Fehler nicht wiederholen sollten.

Die Spitalfrage und Kantonsfinanzen seien hochbrisante Themen, fuhr Kölliker fort. Bruno Dudli schloss sich diesen Ausführungen an und bezeichnete die Spitaldebatte als «Highlight». Verschiedene Spitäler im Kanton würden nun geschlossen beziehungsweise in Gesundheits- und Notfallzentren umfunktioniert oder an Privatanbieter verkauft. Auch der Standort Wil sei nicht gesichert. Dazu werde die Regierung in den nächsten Jahren einen ausführlichen Bericht unterbreiten müssen. Auch um die Kantonsfinanzen stehe es nicht zum Besten, fuhr Dudli fort. Er erinnerte daran, dass der Bundesfinanzausgleich um rund 60 Millionen Franken gekürzt werden soll und bei den Spitalverbunden früher oder später Abschreibungen im dreistelligen Millionenbereich anfallen dürften.

Im Anschluss referierte Wirtschaftswissenschafter Hans Geiger zum Thema «Das Klima und die Schweiz – die Zeit nach Corona». Der Klimaschutz sei im Grunde ein zutiefst bürgerliches Anliegen, sagte er. Es sei deshalb schwer verständlich, weshalb dieses Thema vornehmlich von Linksgrün bewirtschaftet werde. Geiger erwähnte unter anderem das Bevölkerungswachstum: Je mehr Menschen die Erde bevölkerten und je besser es diesen Menschen wirtschaftlich gehe, desto höher sei die Belastung der Umwelt.