REGION: Vernünftiger Umgang geht vor

Seit Beginn des Schuljahres sind an mehreren Innerschweizer Gymnasien Smartphones in der Pause tabu. An der Kantonsschule Wil und am Berufs- und Weiterbildungszentrum Wil-Uzwil ist das Thema Handy auch ein Dauerbrenner.

Arcangelo Balsamo
Drucken
Teilen
In den Schulpausen verbringen immer mehr Schülerinnen und Schüler ihre Zeit am Handy. (Bild: Julia Mikeladze)

In den Schulpausen verbringen immer mehr Schülerinnen und Schüler ihre Zeit am Handy. (Bild: Julia Mikeladze)

REGION. Genug gespielt und gechattet. An den Gymnasien Stans, Willisau LU, Beromünster LU und an der Kantonsschule Zug ist es Schülern untersagt, in der Pause ihre Smartphones zu nutzen. Die Regelung gilt seit Beginn des laufenden Schuljahres.

Die Massnahme ist ergriffen worden, nachdem festgestellt wurde, dass immer mehr Schüler direkt nach dem Erklingen der Pausenglocke ihre Smartphones zücken und damit zu spielen beginnen, sagt Peter Hörler, Direktor der Kantonsschule Zug, gegenüber der «Zentralschweiz am Sonntag».

Chatten anstatt miteinander sprechen

«Auch an der Kantonsschule Wil stellen wir fest, dass viele Jugendliche in der Pause ihre Smartphones benutzen», sagt Rektorin Doris Dietler. Sie wisse zwar nicht genau, was die Jugendlichen an ihren Handys machen. Dennoch habe sie auch schon bemerkt, dass häufig übers Handy via Chat kommuniziert wird, obwohl die Schüler miteinander sprechen könnten. Ein Verbot käme jedoch nicht in Frage und stand auch noch nie zur Debatte.

Einerseits, weil die Schüler an der Kantonsschule Wil bereits älter seien als die Jugendlichen an den Gymnasien, in welchen das Verbot eingeführt wurde, sagt Doris Dietler. Andererseits möchte man, dass die Jugendlichen lernen, vernünftig mit ihrem Smartphone umzugehen. Denn das Handy kann während des Unterrichts auch nützlich eingesetzt werden. Etwa als Taschenrechner oder für Recherche-Arbeiten, wenn man keinen Zugang zu einem Laptop oder Computer hat. Ansonsten bleibt das Handy aber in der Hosentasche. Um die Jugendlichen auf das Thema aufmerksam zu machen, seien während Klassenprojekten auch schon Sonderwochen ohne Handys und Internet durchgeführt worden, sagt Doris Dietler. «Gesamtschulisch wurden solche Projekte aber noch nie umgesetzt.»

Lehrer sind sich uneins

Am Berufs- und Weiterbildungszentrum Wil-Uzwil, kurz BZWU, ist das Thema Handy auch ein Dauerbrenner und wird in der Lehrerschaft diskutiert, sagt Rektor Marco Frauchiger. Die Meinungen gehen dabei weit auseinander. «Es gibt Lehrer, die hätten es am liebsten, dass die Handys vor dem Unterricht abgegeben werden müssten. Andere hingegen würden es gerne noch mehr in den Unterricht einbauen als bisher», sagt Frauchiger.

Ein Handyverbot in den Pausen ist auch im BZWU kein Thema. Der Rektor gibt an, dass es zwar durchaus kleine Gruppen gebe, in welchen nur auf das Handy gestarrt werde. Der grösste Teil der Schüler unterhalte sich jedoch und tausche sich gegenseitig aus. «Verbote sind immer schwierig», sagt er zudem. Stattdessen möchte man auch im BZWU, dass die Jugendlichen lernen, das Smartphone vernünftig einzusetzen. Dies ist teilweise auch der Fall. «Ich weiss von Gruppenchats, in welchen sich Schüler gegenseitig bei den Hausaufgaben helfen», sagt Marco Frauchiger.