REGION: Verkehrsstatistik 2017: Deutlich weniger Schwerverletzte in der Region Wil

Nach dem tragischen Unfall am Mittwoch bei Rossrüti stellt sich die Frage nach der Verkehrssicherheit. Ein Blick auf das Jahr 2017 zeigt: Es gab in der Region Wil zwei Todesopfer und noch 39 schwerverletzte Personen.

Simon Dudle
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Bei diesem schweren Unfall in Schwarzenbach kam vor etwas mehr als einem Jahr eine Frau ums Leben. (Bild: Kapo (28. März 2017))

Bei diesem schweren Unfall in Schwarzenbach kam vor etwas mehr als einem Jahr eine Frau ums Leben. (Bild: Kapo (28. März 2017))

Zwei Töfffahrer wurden nach einer Kollision mit einem Traktor bei Rossrüti unter einem Güllenfass eingeklemmt und mussten schwer verletzt ist Spital gebracht werden (Ausgabe von gestern). Auch am Tag danach liefen die Untersuchungen zum Unfallhergang noch. Zum Gesundheitszustand der zwei Personen sagte Polizeisprecher Gian Andrea Rezzoli, die Verletzungen seien nicht lebensbedrohlich.

Immer wieder kommt es zu schwerwiegenden Zwischenfällen auf der Strasse – auch in der Region Wil. Ein Blick in die Verkehrsstatistik, welche die Kantonspolizeien St.Gallen und Thurgau unlängst publiziert haben, zeigt: 2017 waren im Grossraum Wil zwei Todesopfer zu beklagen – eines mehr als im Vorjahr. Ein tödlicher Zwischenfall ereignete sich Ende März auf der Hauptstrasse Wil-Schwarzenbach-Oberuzwil. Eine 25-jährige Bosnierin überfuhr ausgangs Schwarzenbach das Trottoir, prallte gegen einen Stromverteilkasten und eine Steinmauer. Der Aufprall war so heftig, dass ganze Mauerstücke auf die Strasse geschleudert wurden. Trotz durchgeführter Reanimation verstarb die Frau, die in der Gegend wohnte, noch auf der Unfallstelle. Ebenfalls in den Unfall verwickelt war eine 24-Jährige in einem anderen Auto. Sie konnte den Steinbrocken nicht ausweichen und ihr Fahrzeug kam 30 Meter von der Unfallstelle entfernt in einem leicht abfallenden Wiesenbord zu stehen.

Fast doppelt so viele Verletzte in Zuzwil

Grosse Betroffenheit herrschte im Juni in Münchwilen. Auf Höhe des Bahnhofs erfasste ein 79-jähriger Schweizer mit seinem Auto auf der Hauptstrasse eine 70-jährige Italienerin, die noch auf der Unfallstelle verstarb. In der Folge entbrannte im Dorf eine Diskussion, wie solche Unfälle künftig zu verhindern sind. Ein Vorschlag zur Umgestaltung der Hauptstrasse wurde von den Stimmbürgern an der Urne im November allerdings deutlich verworfen.

Trotz dieser tragischen Zwischenfälle gehen aus der Unfallstatistik auch positive Dinge hervor: Die Anzahl Unfälle mit schwerverletzten Personen ging im Raum Wil innerhalb eines Jahres um einen Viertel zurück – auf noch 39. Die Anzahl Unfälle mit Personenschaden ist allerdings von 210 im Jahr 2016 auf 227 gestiegen. In Zuzwil hat sich die Anzahl Verletzte im Strassenverkehr nahezu verdoppelt. Auch in Oberuzwil waren deutlich mehr verletzte Personen im Strassenverkehr zu beklagen als im Vorjahr. Nur noch halb so viele waren es in Kirchberg. In Wil verletzten sich vier Personen weniger als noch 2016 – nämlich 37.

Zwei Unfälle innerhalb eines Jahres in Jonschwil

Die Gemeinde Jonschwil, zu welcher Schwarzenbach gehört, traf es innerhalb eines Jahres doppelt. Denn am 8. Januar 2018 – der Unfall fliesst somit nicht mehr in die Verkehrsstatistik 2017 ein – war auf den Strassen der Gemeinde ein weiteres Todesopfer zu beklagen. Eine 51-Jährige wurde auf der Unterdorfstrasse von einem Auto, das von Jonschwil nach Schwarzenbach fuhr, erfasst. Beim Überqueren der Strasse wurde sie vom 20-jährigen Autolenker wohl übersehen. «Den Rettern bot sich eine ausserordentlich schwere Unfallsituation», so die Polizei. Wie gut neun Monate zuvor verstarb auch hier das Opfer am Unfallort.