REGION: Umstrittene Millionen-Projekte

Ein Abstimmungswochenende steht bevor. Da es keine nationalen Vorlagen gibt, richtet sich der Fokus auf das regionale Geschehen. Vor allem eine geplante Strassensanierung in Münchwilen sorgt für erhitzte Gemüter.

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Es sind zwei Millionen-Projekte, welche in Zuzwil und Münchwilen zu reden geben. Im Hinterthurgauer Bezirkshauptort soll die ganze Strasse durchs Dorf baulich verändert werden, um die Sicherheit zu erhöhen. Auf dem Abstimmungsbogen haben die Münchwiler zwei Kreuze zu setzen. Einerseits geht es um das Betriebs- und Gestaltungskonzept, welches eine sogenannte Co-Existenz-Zone vorsieht. Will heissen: Die Strasse wird so gebaut, dass es keine starken und schwachen Verkehrsteilnehmer mehr gibt, sondern alle gleichberechtigt sind. Filetstück – und auch Streitpunkt – ist ein kurzer Strassenabschnitt im Dorfzentrum. Zwischen dem Kreisel Q20 und der Einmündung der Sirnacherstrasse soll beim Bahnhof Münchwilen nur noch mit 30 km/h gefahren werden dürfen. Stimmt der Souverän zu, entsteht in Münchwilen die erste Tempo-30-Zone auf einer Thurgauer Hauptstrasse. Dass auf jenem Abschnitt keine Fussgängerstreifen vorgesehen sind und Passanten die Strasse einfach so überqueren werden, sorgte für Kritik am 6,8-Millionen-Projekt, wovon 2,14 Millionen aus dem Gemeindehaushalt zu zahlen wären. Damit die Strasse verbreitert werden kann, muss der Kanton Land von Privaten kaufen. Wer dieses nicht abgeben will, droht enteignet zu werden. Das sorgte für Angst und Kritik.

Weniger umstritten scheint das zweite Teilprojekt zu sein. Für 2,47 Millionen Franken soll die gefährliche Kreuzung beim Abzweiger der Eschlikoner-Strasse saniert werden. Auf die Gemeinde entfielen Kosten von 1,23 Millionen Franken. Zwar gäbe es nicht wie ursprünglich ins Auge gefasst einen Kreisel, um den Verkehr zu verflüssigen, sondern eine Lichtsignalanlage. Die vier Ortsparteien stehen hinter dem Projekt. Die Schulbehörde spricht sich ebenfalls für ein Ja aus.

Kirchgemeinden: Aus vier mach eins?

Auch in Zuzwil müssen die Stimmbürger am Wochenende über zwei Vorlagen zu einem Thema befinden. Die gut 30-jährigen Turnhallen 2 und 3 sollen durch eine neue Dreifachturnhalle ersetzt werden. Während sich alle vier Ortsparteien und ein Zusammenschluss von vier Vereinen dafür ausgesprochen haben, brachte sich auch ein Anti-Komittee mittels Flugblatt in die Diskussion ein und warb für ein Nein. Es wird übermorgen über einen Betrag von 10,13 Millionen Franken abgestimmt. Dazu kommen in einer separaten Vorlage 340000 Franken für eine Photovoltaikanlage, die auf dem Dach der neuen Halle errichtet würde.

Ferner sollen die vier Kirchgemeinden Niederglatt, Flawil, Wolfertswil-Magdenau und Degersheim vereinigt werden. Dies machen die tangierten Kirchenverwaltungsräte beliebt. An einer Infoveranstaltung im September waren allerdings kritische Stimmen laut geworden.

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch