REGION: Strom wird fast überall teurer

Bettwiesen hat nächstes Jahr den günstigsten Strom in der Region Wil. Das geht aus einem Vergleich der Elcom hervor. Dass gewisse Zahlen mit Vorsicht zu geniessen sind, zeigt das Beispiel Wilen.

Simon Dudle/Martin Knoepfel
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Simon Dudle/Martin Knoepfel

redaktion@wilerzeitung.ch

In den vergangenen Jahren ist der Strom für viele Kunden jeweils günstiger geworden. Für 2018 trifft dies aber kaum mehr zu. Im Einzugsgebiet der «Wiler Zeitung» weist die Eidgenössische Elektrizitätskommission (Elcom) nur noch im Ausnahmefall eine Reduktion auf. Ein Grund: Die Kostendeckende Einspeisever-gütung (KEV) für erneuerbare und alternative Energien soll von 1,5 auf 2,3 Rappen pro Kilowattstunde erhöht werden. Dies entspricht einem satten Plus von 53 Prozent. Der Bundesrat muss zwar die neue Höhe der Abgaben noch beschliessen, doch sind die Elektrizitätswerke von der Elcom schon mal aufgefordert worden, diese Erhöhung bei den Strompreisen 2018 einzurechnen.

Um den Endkunden günstigeren Strom anbieten zu können, müsste es gelungen sein, die Energie um diesen Betrag günstiger zu kaufen oder den Betrag für die Netznutzung zu senken.

Unterschiede innerhalb einer Gemeinde

Das ist in den meisten Orten nicht geglückt, wenn man eine 5-Zimmer-Wohnung samt Elektroherd und Tumbler mit einer Stromleistung von 4500 Kilowattstunden pro Jahr (Kategorie H4) als Rechnungsgrundlage nimmt. Allerdings gibt es Unterschiede. Innerhalb der Stadt Wil ist laut Elcom zum Beispiel entscheidend, von wem der Strom bezogen wird. Während der Strompreis bei den Technischen Betrieben Wil und der Elektra Maugwil-Uerental-Boxloo-Weid in diesem Rechenbeispiel um je gut ein Prozent ansteigt, sinkt er bei der Dorfkorporation Bronschhofen und der Elektra Trungen um bis zu fünf Prozent. Über günstigeren Strom dürfen sich auch die Bewohner von Tobel-Tägerschen freuen.

Gemäss den Zahlen der Elcom haben die Bettwieser nächstes Jahr den günstigsten Strom. Trotz eines Aufschlags von knapp fünf Prozent kostet die Kilowattstunde in diesem Rechenbeispiel 15,40 Rappen. Auf Platz zwei folgt Lütisburg mit 15,55 Rappen, so man den Strom bei der Elektrizitätsgenossenschaft Moos-Dieselbach bezieht. Der Strom von der Regionalwerk Toggenburg AG kostet in Lütisburg 17,65 Rappen. Ebenfalls günstig ist die Energie in Niederhelfenschwil, wo 17,20 Rappen pro Kilowattstunde zu bezahlen sind, so man dem Elektrizitätswerk Niederhelfenschwil angeschlossen ist. Am anderen Ende der Tabelle befinden sich mit je 23,30 Rappen pro Kilowattstunde die Hinterthurgauer Gemeinden Wilen und Fischingen.

Dass die Zahlen der Elcom aber auch mit einer gewissen Vorsicht zu geniessen sind, wird am Beispiel Wilens ersichtlich. Während Gemeindepräsident Kurt Enderli sagt, dass es hinsichtlich des nächsten Jahres keine Anpassungen gebe, weist Elcom mit einem Plus von über 13 Prozent den höchsten Anstieg aller Gemeinden der Region Wil aus. Demnach wird die Energie in der Kategorie H4 um ganze zwei Rappen teurer als im Vorjahr. Es sind genau jene zwei Rappen, welche die Gemeinde zusätzlich bezahlt, weil sie seit dem Jahr 2016 ausschliesslich Thurgauer Naturstrom bezieht. Die Vermutung liegt nahe, dass die Elcom diese zwei Rappen erst für 2018 auf den Energiepreis draufgeschlagen hat. Vergleicht man die Stromtarife der vergangenen Jahre, welche die Gemeinde Wilen auf ihrer Internetseite publiziert, ändert sich an den Preisen effektiv nichts.

Kanton St. Gallen etwas günstiger als der Thurgau

Die Ostschweiz und der Kanton St. Gallen haben recht tiefe Strompreise. In der Kategorie H4 zahlt man im Kanton St. Gallen 2018 im Mittel 18,58 Rappen pro Kilowattstunde, was einem Anstieg um knapp drei Prozent innerhalb eines Jahres entspricht. Im Kanton Thurgau beträgt das Plus durchschnittlich knapp vier Prozent auf 18,83 Rappen.