Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

REGION: Sie bleibt im Hinterthurgau

Die Tony Brändle AG ist per Anfang Jahr von Gloten nach Wängi gezogen. Geschäftsführerin Claudia Brändle schwärmt von der Halle und dem Umfeld am neuen Standort.
Roman Scherrer
Die Geschäftsführerin der Tony Brändle AG, Claudia Brändle, ist stets in Begleitung ihrer Hündin Jana. (Bild: Andrea Stalder)

Die Geschäftsführerin der Tony Brändle AG, Claudia Brändle, ist stets in Begleitung ihrer Hündin Jana. (Bild: Andrea Stalder)

Roman Scherrer

roman.scherrer@thurgauerzeitung.ch

Im Eingangsbereich der Tony Brändle AG befindet sich ein Betriebs-Café, die «Tony Bar». Stets begleitet von ihrer Hündin Jana, begrüsst die Geschäftsführerin Claudia Brändle hier ihre Kunden mit einem herzlichen Lächeln und einer Tasse Kaffee. «Tipptopp», antwortet sie auf die Frage eines Kunden, ob man sich am neuen Standort bereits gut eingelebt habe.

Seit den 60er-Jahren produziert die Tony Brändle AG Fahrzeuge für Blaulicht- und Rettungsorganisationen in der ganzen Schweiz – vor allem Feuerwehrautos. Per Anfang 2018 ist das Unternehmen offiziell von Gloten in seinen Neubau an der Murgstrasse in Wängi umgezogen. Während rund einem Monat haben die Mitarbeiter von Brändle etwa 2000 Arbeitsstunden für den Umzug geleistet. «Jeder einzelne hat dabei voll mitgeholfen. Und dies mit einer Freude und einem Enthusiasmus, der seinesgleichen sucht. Ich hätte das nie gedacht», schwärmt Brändle. Der Umzug sei deshalb absolut reibungslos und ruhig verlaufen. «Nicht zuletzt, weil meine Mitarbeiter Stefan Hollenstein, Andreas Meile, Olga Kryschanowski und René Künzli alles so gut vorbereitet und den Karren gezogen haben», sagt Claudia Brändle.

Betten für Mittagsschlaf im «Tessin»

72 Leute arbeiten derzeit für das Unternehmen. Als die Mitarbeiter zum ersten Mal einen Augenschein vom Rohbau der neuen Produktionsstätte genommen haben, seien sie nicht gerade in Euphorie ausgebrochen. «Jetzt ist es aber unglaublich, wie dankbar die Mitarbeiter sind. Eine solche Zufriedenheit kann nicht gespielt sein», sagt Brändle. Tatsächlich bietet das neue Gebäude den Mitarbeitern viel: So ist die «Tony Bar» längst nicht der einzige Ort, an dem sie sich eine Pause gönnen können. Da sind auch noch die Snackbar «Tankstelle» und die Kantine «Füürio». Letztere steht nicht nur den Mitarbeitern, sondern vor allem auch den Kunden für eine Verpflegung offen. Die Sitzungszimmer im Gebäude tragen keine Namen. Sie sind stattdessen dem Unternehmenszweck entsprechend mit Notrufnummern wie 117 oder 118 bezeichnet. Das Büro der Geschäftsleiterin trägt die Nummer 143. «Die dargebotene Hand – das brauchen unsere Leute halt manchmal auch», sagt Claudia Brändle lachend. Jeder weitere Raum trägt den Namen und das Wappen eines Kantons. Dies symbolisiert, dass die Tony Brändle AG im ganzen Land Kunden beliefert. Das «Tessin» ist ein Rückzugsort, an dem den Mitarbeitern einige Betten für den Mittagsschlaf bereitstehen. Im ganzen Gebäude verteilt prangen die Werte der Tony Brändle AG an den Wänden. «Ich übernehme Verantwortung für meine persönliche Leistung und Arbeit», heisst es etwa in der Produktionshalle.

Claudia Brändle strahlt, wenn sie über das neue Zuhause ihres Unternehmens spricht. «Wir sind zwar auch gestresst und stehen unter Druck wegen der Liefertermine. Dieser Bau gibt uns aber eine unglaubliche Ruhe.» Woher diese Ruhe rührt, kann sich Brändle zwar nicht ganz erklären. Sie ist aber überzeugt, dass die Geräumigkeit und die kurzen Laufwege in der Halle dazu beitragen. Auch für das neue Umfeld in Wängi hat die Geschäftsführerin nur lobende Worte: «Hammer! Es ist richtig spürbar, wie willkommen wir hier sind.» Für sie sei es nun wichtig, dass man die gute Beziehung zu den Nachbarn pflege.

Produktion in Sirnach war umständlich

Zwar waren die Feuerwehrautos von Brändle auch schon am alten Standort in der Gemeinde Sirnach willkommen. Allerdings hemmte die Halle, welche nicht für das Unternehmen optimiert war, die Produktionsabläufe. So mussten beispielsweise in Gloten gleich mehrere Fahrzeuge aus der Halle gefahren werden, damit ein Fahrzeug die Halle verlassen konnte, welches nicht unmittelbar vor dem einzigen Tor des Gebäudes stand. In Wängi ist für jedes einzelne Fahrzeug ein eigenes Tor vorhanden. In welchem Umfang die neue Halle die Produktion beschleunigt, kann Claudia Brändle derzeit noch nicht sagen. Lange Zeit suchte sie deshalb nach einem Standort für einen Neubau. «Wir wollten unbedingt in der Umgebung bleiben. Dass es nun Wängi geworden ist, ist ein Glücksfall. Es gibt ja nicht mehr so viel Industrie-Bauland in der Region.»

Auf den Produktionsstandort Schweiz legt Brändle grossen Wert. Dies zeigt sich auch auf der Berufskleidung der Mitarbeiter. «Schweizer Handwerk», ist darauf zu lesen. «Wir Schweizer sind Individualisten», sagt Brändle. Darauf beruht auch das Geschäftsmodell ihres Unternehmens: Die Tony Brändle AG stellt die Feuerwehrautos in der sogenannten modularen Bauweise her. Die Module – Claudia Brändle nennt sie Legosteine – sind beliebig verwendbar, wodurch die Fahrzeuge ganz nach den individuellen Wünschen der Kunden produziert werden können. Dieses Angebot mit den dazugehörigen Dienstleistungen möchte Claudia Brändle möglichst weiterhin in der Schweiz erbringen können.

Für den Standort Wängi äussert sie denn auch einen klaren Wunsch: «Möglichst viele Aufträge. Das garantiert uns, dass wir auch langfristig in der Schweiz produzieren können.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.