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REGION: Pilz und Käfer bereiten Sorgen

Borkenkäfer, Eschenwelke, tiefe Holzpreise, Unterhaltsarbeiten: Die Bewirtschaftung der Wälder in der Region ist nicht einfach. Die Revierförster von Wil und Kirchberg nehmen zur Situation Stellung.
Martin Brunner
Die Revierförster Marco Signer und Renaldo Vanzo müssen sich auch mit dem Borkenkäfer unter der Rinde beschäftigen. (Bild: Martin Brunner)

Die Revierförster Marco Signer und Renaldo Vanzo müssen sich auch mit dem Borkenkäfer unter der Rinde beschäftigen. (Bild: Martin Brunner)

REGION. Es gibt in den Wäldern der Region die eine oder andere Stelle, wo der Schuh drückt. In diesem Jahr hat es sich zum Beispiel der Borkenkäfer unter den Rinden einiger Nadelbäume gemütlich gemacht. «Durch den trockenen Sommer 2014 konnte er sich wieder verbreiten, was sich aber erst in diesem Jahr zeigte. Deshalb mussten die einen und anderen Bäume fallen», sagen die beiden Revierförster Renaldo Vanzo und Marco Signer. Vanzo betreut 430 Hektaren der Ortsgemeinde Wil plus 200 Hektaren Privatwald. Bei Signer sind es 1250 Hektaren der Gemeinde Kirchberg.

Aber auch die Esche beschäftigt die beiden. Sie ist der zweithäufigste Laubbaum der Schweiz, leidet aber unter der Eschenwelke. Ein Pilz schwächt die Bäume seit Jahren, wodurch sie einstürzen können. Ist dies entlang von Waldwegen der Fall, so müssen sie, wie kürzlich in der Thurau, gefällt werden. Diese Massnahme zur Sicherheit der Passanten gehört zur Pflicht eines Weg- oder Strassenbesitzers, der auch für die Kosten aufkommen muss.

Holzernte deutlich zurückgegangen

«Diese und weitere unserer Unterhaltsarbeiten verursachen Kosten, die zwar über die Stadt Wil zu einem Teil gedeckt sind», sagt Vanzo. «Den grössten Teil muss aber die Ortsgemeinde übernehmen.» Er weist deshalb darauf hin, dass in Zukunft vermutlich die Öffentlichkeit mehr dieser Kosten übernehmen muss. Einnahmen kann die Ortsgemeinde aber auch durch die gezielte Bewirtschaftung des Waldes, also über den Holzverkauf generieren. 4000 Festmeter dürfen es in Wil pro Jahr sein. Das verjüngt den vor allem von Privaten und im Gebirge ohnehin überalterten Wald. Junger Wald ist gesünder. «Die Crux ist, dass die Holzpreise schon vor einiger Zeit massiv eingebrochen sind», sagen beide.

Die Kosten für die Ernte seien praktisch gleich hoch wie der Ertrag, vor allem bei den Laubbäumen. So vermag es nicht zu erstaunen, dass die Holzernte in der Schweiz im Jahr 2015 um ganze sieben Prozent zurückgegangen ist. Und dies, obwohl Schweizer Sägewerke auf Holz angewiesen sind.

Kein Gewinn mehr möglich

Bis dahin beschäftigt sich Signer in Kirchberg Tag für Tag mit den gleichen Themen. Doch seine Ausgangslage ist grundlegend anders. Nicht einer wie in Wil, sondern 650 verschiedene private Waldeigentümer sind seine Ansprechpartner. Sein Gebiet ist zudem hügelig mit einem Schutzwaldanteil von rund 30 Prozent. «Gewisse Unterhaltsarbeiten sind zwar auch notwendig, vor allem an Kantonsstrassen», sagt er. «Diese sind auch finanziert. Aber der Druck ist nicht so gross wie in Wil, wo sich viel mehr Leute in den Wäldern aufhalten.» Unterschiede gibt es auch in der Bewirtschaftung, denn bei ihm entscheidet jeder einzelne Besitzer, was mit seinen Bäumen geschieht. Signer kann dabei beratend auf die Besitzer einwirken, ihren Wald fortschrittlich und zukunftsgerichtet zu pflegen. «Früher konnte man mit dem Holzverkauf einen Gewinn erwirtschaften. Das ist heute kaum mehr möglich.»

In einem grundsätzlich guten Zustand

Fragt man die beiden Revierförster, ob der Wald ein Sorgenkind ist, winken sie sofort ab. «Unser Wald ist grundsätzlich in einem guten Zustand», ist ihre einheitliche Meinung. Sie ergänzen: «Damit dies auch in Zukunft so bleibt, setzen wir uns täglich ein. Dabei faszinieren uns die Abwechslung und die Natur, auch wenn unsere Arbeit erst in vielen Jahren Auswirkungen zeigt.»

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