Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

REGION: Messerstecher vor Gericht

Drei Männer müssen sich Anfang Juli vor dem Bezirksgericht Münchwilen verantworten. Die Anklage wirft ihnen vorsätzliche Tötung vor. Hinzu kommen weitere Delikte wie Erwerbstätigkeit ohne Bewilligung.
Hans Suter
Messerstecherei in Rickenbach: Drei Angeklagten wird versuchte vorsätzliche Tötung vorgeworfen. Ihnen drohen mehrjährige Haftstrafen. (Bild: Fotolia)

Messerstecherei in Rickenbach: Drei Angeklagten wird versuchte vorsätzliche Tötung vorgeworfen. Ihnen drohen mehrjährige Haftstrafen. (Bild: Fotolia)

REGION. Es geschah am 3. November 2015 in einem Mehrfamilienhaus in Rickenbach. Eine Frau hegte den Verdacht, ihre Mitbewohnerin im Zimmer nebenan habe ihr Schuhe gestohlen. Um die Sache zu klären, begab sie sich in deren Zimmer, wo sich zu jenem Zeitpunkt auch drei Männer befanden. Bald kam es zu einem verbalen Schlagabtausch. Die Diskussion wurde immer lauter, weshalb auch der Lebensgefährte der möglicherweise bestohlenen Frau hinzueilte.

Rohe Gewalt angewendet

Als der 39jährige gebürtige Albaner mit Schweizer Bürgerrecht sah, wie seine Lebensgefährtin von einem der Männer, einem 37jährigen Mazedonier, mit beiden Händen weggestossen wurde, schlug er diesem die rechte Faust ins Gesicht. Mit blutender Nase fiel der Getroffene aufs Bett. Nun mischten sich auch die zwei anderen Männer ein, ein 28- und ein 37jähriger Kosovare, und es wurden Schläge ausgeteilt. Dann behändigte sich der 37jährige Kosovare eines gezahnten Küchenmessers in Form eines Pizzamessers und stiess dem gebürtigen Albaner das Messer in den Bauch.

Weitere Messerstiche

Der 28jährige Mazedonier behändigte derweil sein Klappmesser, das sich beim Fernsehgerät neben dem Sofa befand, und wollte dem eingebürgerten Albaner damit auf Höhe des Halses treffen. Die beiden Männer standen sich dabei frontal gegenüber, wie der Anklageschrift zu entnehmen ist. Das Opfer wehrte das Messer ab, indem er den linken Arm hoch nahm. Die Messerspitze traf ihn dann oberhalb des linken Handgelenks.

Inzwischen hatte der 37jährige Mazedonier ein Pizzamesser von einem Tisch genommen und versuchte den Gegner damit am Oberkörper zu treffen. Um sich zu schützen, drehte sich der gebürtige Albaner ab, so dass das Messer ihn einmal im Bereich der Schulter bzw. des Oberarms traf. Dann konnte er flüchten.

Vorsätzliche Tötung

Die drei Messerstecher müssen sich vom 3. bis 5. Juli wegen versuchter vorsätzlicher Tötung oder zumindest wegen versuchter schwerer Körperverletzung vor dem Bezirksgericht Münchwilen verantworten. Zudem werden ihnen weitere Gesetzesverstösse vorgeworfen: einem Angeklagten mehrfache Beschäftigung von Ausländern ohne Bewilligung, zweien mehrfache Arbeitstätigkeit ohne Bewilligung. Zwei Angeklagte befinden sich immer noch in Untersuchungshaft, der dritte wurde nach 78 Tagen auf freien Fuss gesetzt. Alle Beteiligten, auch das Opfer, müssen sich ausserdem wegen Raufhandels verantworten.

Haftstrafen gefordert

Für den 37jährigen Kosovaren fordert die Anklage eine Freiheitsstrafe von vier Jahren, für die beiden Mittäter je drei Jahre und acht Monate. Hinzu kommen Geldstrafen. Das Opfer soll mit einer Geldstrafe von 3000 Franken belangt werden.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.