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REGION: Handyverbot auch in der Pause

Chatten, Fotos knipsen, Musik hören und Videos anschauen: Vor allem Jugendliche legen ihr Handy kaum mehr aus der Hand. Der Umgang ist in den Oberstufen unterschiedlich geregelt.
Angelina Donati
In zahlreichen Oberstufen in Wil und Umgebung ist das Benutzen von Smartphones nicht erlaubt. (Bild: Getty)

In zahlreichen Oberstufen in Wil und Umgebung ist das Benutzen von Smartphones nicht erlaubt. (Bild: Getty)

Angelina Donati

angelina.donati@wilerzeitung.ch

Den Blick starr aufs Display gerichtet, den Daumen auf der Tastatur – die volle Konzentration gilt dem kleinen Gerät, das in den Händen gehalten wird. Von Nachrichten versenden bis Videos anschauen – die Beschäftigungsmöglichkeiten sind schier unendlich.

Vor allem bei Jugendlichen sorgt das Handy für Diskussionen und birgt Konfliktpotenzial. Es ist ein Spagat, der von Schulen vollzogen werden muss. Einerseits wird die Medienbildung mehr in den Fokus gerückt, anderseits werden Handys als Störfaktor wahrgenommen. Ganz verbannen will keine Schule die Handys, wie aus einer Anfrage der «Wiler Zeitung» bei Oberstufen in der Region Wil hervorgeht. Vielmehr gehe es um den korrekten Umgang, sind sich die Schulleiter einig. Ausserdem sei es eine Vorbereitung auf die spätere Arbeitswelt, wo der ständige Blick aufs Smartphone unerwünscht und oft auch nicht erlaubt sei.

Nur sehr wenige halten sich nicht daran

Wie der Umgang mit dem Gerät in den Oberstufen in Wil und Umgebung gehandhabt wird, ist unterschiedlich. Die meisten der befragten Schulen richten sich nach dem Grundsatz, dass das Handy weder sichtbar noch hörbar sein darf. Diese Regelung gilt sowohl im Unterricht als auch auf dem Pausenplatz. «In der Pause sollen sich die Schüler bewegen und unterhalten», sagt Mathias Schlegel, Schulleiter vom Lindenhof in Wil. Genau so sieht es Mary Baumgartner, Schulleiterin der Oberstufe Uzwil: «Die Schüler brauchen auch mal Ruhezeiten. Viele von ihnen sind sogar froh, das Handy einmal beiseite legen zu können.» Dieselben Regeln gelten auch für die rund 300 Schüler der Oberstufe in Flawil. Mit komplett ausgestellten Handys soll die kommunikative Interaktion unter den Jugendlichen erhöht werden. «Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht», sagt Schulleiter Gregor Hüppi. Fünf bis zehn Prozent aller Schüler würden ihr Handy sogar zu Hause lassen.

Auch im Schulhaus der Oberstufe Ägelsee in Wil dürfen die Handys weder sichtbar noch hörbar sein. Mit dem Unterschied, dass die Geräte auf dem Pausenareal benutzt werden dürfen. «Die Handys gehören zum Alltag. Etwas zu verbieten, fördert den sinnvollen Umgang nicht gerade», begründet Schulleiter Christoph Goetsch. «Ausserdem ist es schön, festzustellen, dass auf dem Pausenplatz wenig Handys in Gebrauch sind», sagt er. «Die meisten Schüler spazieren, rennen herum oder kommunizieren von Angesicht zu Angesicht.»

Obwohl sich die Schüler der befragten Oberstufen grösstenteils an das Handyverbot halten, ist den Schulleitern bewusst, dass es auch Regelbrecher gibt. Wer beim Handybedienen erwischt wird, dem wird das Gerät eingezogen und der Schulleitung abgeben. In den meisten Oberstufen bleibt es dort für eine Woche. In der Oberstufe in Jonschwil kann das Gerät nur von den Eltern des Schülers wieder abgeholt werden, wie Schulleiter Thomas Plattner sagt. «Es handelt sich aber im Verhältnis um sehr wenige Schüler, die sich nicht an diese Regel halten.» Auch Lehrpersonen seien angehalten, bei einem Ausfall der Lektion etwa, die Schüler nicht via Chat auf dem Handy zu informieren.

Bewusst in den Unterricht einbeziehen

Nebst den Regeln rund um Smartphones wird in den meisten Schulen das Gerät auch ganz bewusst in bestimmte Unterrichtsfächer einbezogen. Für Schüler, die ihr Handy nicht dabei haben oder gar keines besitzen, stellen die Schulen Geräte wie iPads oder Laptops zur Verfügung. Kürzlich hat die Sekundarschule Ägelsee im Bereich Medienbildung ein zweijähriges Projekt abgeschlossen. Dieses gibt detailliert Auskunft über den Einsatz und die Schulung von Medien, wie von Schulleiter Christoph Goetsch zu erfahren ist. In den nächsten Wochen soll es in Kraft gesetzt werden.

Ganz ohne Handy ins Skilager

Dass der direkte Austausch immer noch grosse Bedeutung hat, zeigt sich besonders in Schullagern. Diskussionen mit den Schülern haben in der Sekundarschule Ägelsee auch schon dazu geführt, dass alle das Handy zuhause liessen. Die Schüler der Oberstufe Uzwil führen das Handy im Lager zwar mit, «hängen allerdings nicht stundenlang daran», sagt Mary Baumgartner. Ganz ohne Handy hingegen reist in wenigen Tagen die erste Oberstufe von Jonschwil ins Skilager.

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