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REGION: Gemeinden unterstützen Kinder

Die Gemeinde Kirchberg subventioniert ab diesem Jahr die familienergänzende Kinderbetreuung mit jährlich 100'000 Franken. In Wil, Uzwil, Flawil, Oberuzwil, Zuzwil und Sirnach gibt es eine ähnliche Unterstützungsform für Kindertagesstätten.
Tim Frei
Ein Puzzle zusammensetzen oder Holzstücke türmen und vieles mehr: Angestellte von Kindertagesstätten sorgen für ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. (Bild: Urs Bucher)

Ein Puzzle zusammensetzen oder Holzstücke türmen und vieles mehr: Angestellte von Kindertagesstätten sorgen für ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. (Bild: Urs Bucher)

Tim Frei

tim.frei@wilerzeitung.ch

Dieses Problem beschäftigt viele Familien: Um die Lebenshaltungskosten zu decken, müssen beide Elternteile arbeiten. Deshalb sind Familien darauf angewiesen, ihre Kinder tagsüber bei Kindertagesstätten (Kitas) betreuen lassen zu können. Familien mit tiefem Einkommen können sich die Tarife in den Kitas jedoch oft nicht leisten. Auch in Kirchberg ist diese Entwicklung zu beobachten. Die Gemeinde hat darauf reagiert: Auf Antrag des Schulrats hat der Gemeinderat eine Tarifordnung verabschiedet, die seit 1. Januar 2018 gültig ist. Diese ermächtigt die Gemeinde, einen Beitrag an die Eltern für die familienergänzende Kinderbetreuung zu leisten. Im Budget ist dafür ein jährlicher Pauschalbeitrag von 100'000 Franken vorgesehen. Die monatliche Beitragshöhe wird aufgrund des Nettolohns der Erziehungsberechtigen bestimmt («Wiler Zeitung» berichtete am 13. Januar 2018).

Kirchberg überweist Geld direkt an Eltern

«Die Unterstützung gilt für die zwei Kindertagesstätten der Gemeinde Kirchberg – die Kita Mühleli und der Tageshort der Micarna in Bazenheid», sagt Ratsschreiber Magnus Brändle. Das Geld gehe direkt an die Eltern und nicht zuerst an die Institutionen. «Es wird nicht 50:50 unter den Kitas verteilt, sondern nach dem Prinzip ‹First come, first served› – bis der Topf leer ist.» Auslöser der Unterstützung sei die Kita Mühleli gewesen, die mit diesem Gesuch an die Gemeinde herangetreten sei. Unterstützen auch andere Gemeinden der Region Wil die familienergänzende Kinderbetreuung in Kindertagesstätten? Eine Kurzumfrage unter den Politischen Gemeinden Wil, Uzwil, Flawil, Oberuzwil, Zuzwil, Sirnach und Münchwilen ergab, dass dieses Angebot keine Seltenheit ist. Zudem wurde danach gefragt, ob auch Tageselternvereine subventioniert werden. Angebote der Schulen wie etwa Tagesstrukturen oder Mittagstische, welche die Gemeinden ebenfalls unterstützen, sind dagegen nicht Teil der Umfrage. Dies, weil die Unterstützung von schulexternen Angeboten nicht im Vordergrund stehen.

Flawil: Seit 2016 Unterstützung durch Stiftung

Alle angefragten Gemeinden haben seit mehreren Jahren eine vergleichbare Unterstützungsform – mit Ausnahme von Münchwilen im Hinterthurgau. «Es ist uns bekannt, dass andere Gemeinden Unterstützungsformen haben», sagt Marisol Villa, Leiterin der Kindertagesstätte Schlumpfäland in Münchwilen. Gefragt nach den Gründen, weshalb ihre Kita nicht unterstützt werde, verweist sie auf die zuständige Behörde. «Die als Verein organisierte Kita Schlumpfäland ist selbsttragend», erklärt Gemeindeschreiber Daniel Peluso.

Im Gegensatz zu Kirchberg fliesst das Geld der anderen unterstützungswilligen Gemeinden nicht zu den Eltern, sondern direkt zu den Kindertagesstätten. Gemeinsam ist allen Gemeinden, dass die Subventionierung via Leistungsvereinbarung mit den Kitas geregelt ist. Eine Ausnahme gibt es aber auch hier: Bis Ende 2015 unterstützte die Gemeinde Flawil den Verein Karussell, welcher die Kita «Karussell – Haus für Kinder» betreibt. Seit 2016 wird der Verein durch die 2012 gegründete Eduard-Grüninger-Stiftung unterstützt. Deren Zweck ist es unter anderem, soziale Institutionen in der Gemeinde Flawil zu unterstützen. «Deshalb gibt es zwischen dem Verein und der Stiftung eine Leistungsvereinbarung, welche seit 2016 jene mit der Gemeinde ersetzt», sagt Elmar Metzger, Präsident der Eduard-Grüninger-Stiftung. 2016 und 2017 unterstützte die Stiftung den Verein mit jeweils 140'000 Franken. «Einerseits wurde ein fixer Grundbeitrag von 60'000 Franken gezahlt.» Mit den 80'000 Franken wurden Zuschüsse an Eltern aus Flawil mit tiefem Einkommen geleistet. Zum Budget 2018 wollte und konnte Metzger auf Nachfrage keine Angaben machen.

Stadt Wil zahlt mit einer halben Million am meisten

Wenig überraschend schwingt die Stadt Wil mit einem budgetierten Unterstützungsbeitrag von 564'000 Franken für dieses Jahr klar oben aus. Dies muss allerdings in zwei Punkten relativiert werden. Erstens ist es angesichts der Bevölkerungsgrösse der Politischen Gemeinde Wil von rund 24'000 Einwohnern im Vergleich zu den anderen Gemeinden nicht überraschend. Zweitens werden mit diesem Beitrag zwei Kitas sowie ein Tageselternverein unterstützt. «Die Stadt hat seit vielen Jahren Leistungsvereinbarungen mit der Kindertagesstätte Wil, mit der KiTs Kindertagesstätte und dem Verein Tagesfamilien», sagt Dorothea Brändli, Kommunikationsmitarbeiterin der Stadt Wil.

Mit grossem Abstand zur Äbtestadt folgt die Gemeinde Uzwil mit 150'000 Franken. «Bis anhin budgetierten wir jeweils 80'000 Franken. Weil dies aber nicht mehr ausreichte, erhöhten wird für dieses Jahr das Budget auf fast das Doppelte», sagt Daniel Wyder, Schulratspräsident und Gemeinderat Ressort «Bildung und Familie, Fördernde Massnahmen» von Uzwil. Damit wird die Kindertagesstätte «Chinderhus Rägeboge» unterstützt, die auch Beiträge der Gemeinden Oberuzwil und Oberbüren erhält. «Für dieses Jahr haben wir 15'000 Franken budgetiert», sagt Cornel Egger, Gemeindepräsident von Oberuzwil. Wie viel Geld die Gemeinde schliesslich überweisen werde, sei aber noch unklar. Dies hänge von der Anzahl Eltern ab, die auf den subventionierten Tarif angewiesen seien. «Ich gehe aber eher davon aus, dass der Betrag höher ausfallen wird», sagt Egger. Oberbüren zahlt jährlich 500 Franken. Derzeit laufen Abklärungen für eine Kita in Oberbüren. Die Gemeinde Zuzwil spricht seit 2017 bis 2019 jährlich 20'000 Franken an die ortsansässige Kita «Summervogel». Die Gemeinde Sirnach zahlt 8000 Franken an die Kita in Littenheid.

Sechs Gemeinden unterstützen auch Tageselternvereine

Nebst den Kindertagesstätten gibt es in den Gemeinden auch Tageselternvereine. Eltern betreuen dabei Kinder in ihrem Zuhause und erhalten dafür einen Lohn. Diese Vereine erhalten ebenfalls eine finanzielle Unterstützung von den Gemeinden. Wil ragt selbstredend auch hier oben aus – hier gelten die gleichen Relativierungen. Auf Platz 2 folgen die Gemeinden Uzwil und Oberuzwil, die jährlich je 30'000 Franken zahlen. Sirnach überweist derweil mit 10'000 fast doppelt so viel wie Münchwilen mit 5457 Franken. In Zuzwil hat es derweil keinen Tageselternverein, stattdessen gibt es eine Tagesmüttervermittlung auf der Gemeinde. Elmar Metzger wollte und konnte keine Stellung dazu beziehen, ob es in Flawil Tageselternvereine gibt und ob die Eduard-Grüninger-Stiftung diese unterstützt.

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