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REGION: Bis zu 22 Minuten herumsitzen

Die Details für den nächsten grossen Fahrplanwechsel Ende 2018 liegen auf dem Tisch. Am Knoten Wil muss mit längeren Wartezeiten gerechnet werden. Der Bahnhof Algetshausen-Henau wird nicht wiedereröffnet.
Simon Dudle
Wie befürchtet kommt es am Bahnhof Wil Ende 2018 zu einer Angebotsverschlechterung. (Bild: Simon Dudle)

Wie befürchtet kommt es am Bahnhof Wil Ende 2018 zu einer Angebotsverschlechterung. (Bild: Simon Dudle)

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch

Bis zu 17 Minuten Aufenthalt am Bahnhof Wil. Dieses Szenario wurde vergangenes Jahr breitgeschlagen, um in einer Petition möglichst viele Unterschriften gegen den Angebotsabbau im öffentlichen Verkehr zu sammeln. Gestern hat nun der Kanton St. Gallen das Buskonzept Fürstenland, welches Ende des kommenden Jahres in Kraft tritt, präsentiert. Daraus geht hervor: Im schlimmsten Fall sind es künftig sogar 22 Minuten Aufenthalt in Wil. Wer mit dem öffentlichen Verkehr von Braunau nach St. Gallen will, braucht dafür eine geschlagene Stunde – und verbringt fast die Hälfte davon mit Warten am Bahnhof Wil. Kaum besser haben es die Bazenheider. Ihr Zug erreicht um x.28 oder x.58 Uhr Wil, wo die Reise erst 21 Minuten später weitergeht. Somit ist es künftig empfehlenswerter, von Bazenheid über Wattwil in die Kantonshauptstadt zu reisen.

Der Uzwiler Ortsbus wird aufgehoben

Das Problem dahinter: Dem Güterverkehr werden ab Ende 2018 pro Stunde zwei Slots auf den Schienen eingeräumt. Als Konsequenz daraus muss der Takt der S-Bahn von Wil nach St. Gallen um eine Viertelstunde gedreht werden. Dies hat grosse Auswirkungen auf das Busnetz der Region Wil. Innerstädtisch fallen die Umstellungen nicht gross ins Gewicht, da die Linien von Montag bis Freitag untertags durchgehend zu einem Viertelstundentakt verdichtet werden. Bei den Überlandlinien sieht es hingegen anders aus. Da die finanziellen Ressourcen für eine Verdichtung des Busnetzes nicht ausreichen, musste in mehreren Fällen entschieden werden, ob in Wil der Anschluss nach St. Gallen oder Zürich gewährleistet sein soll. Das neue Buskonzept hat aber auch Vorteile. So profitieren die Bewohner des Dorfes Zuzwil ab Ende 2018 von einem Viertelstundentakt Richtung Wil.

Grössere Umstellungen gibt es auch in den Regionen Uzwil und Flawil. In Uzwil wird der Ortsbus aufgehoben und durch Regionalbuslinien ersetzt. «Das Buskonzept ist für Uzwil insgesamt positiv. Die Erfolgsgeschichte Ortsbus wird fortgeschrieben. Es gibt mehr Fahrgastkapazität und am Wochenende sowie am Abend wird länger gefahren. Wermutstropfen ist, dass die Haltestellen Gaswerk und Marktstrasse den Zuganschluss nicht schaffen», sagt Uzwils Gemeindepräsident Lucas Keel.

In Flawil wird die Haltestelle Maestrani beim neuen «Chocolarium» besser erschlossen, nämlich im Halbstundentakt. Ganz grundsätzlich werden für die Flawiler die Verbindungen nach St. Gallen besser, jene nach Wil und Zürich aber etwas schlechter, da ab den meisten Quartieren über Uzwil gefahren werden muss.

Enttäuschung über eine Nichtwiedereröffnung

Mittlerweile steht auch fest, dass der Bahnhof Algetshausen-­Henau nicht wieder eröffnet wird – zumindest kurz- und mittelfristig. Nachdem dieser Ende 2013 geschlossen worden war, hat der Kanton vergangenen Dezember ein Gesuch zur Wiederinbetriebnahme gestellt. Nun haben die SBB und das Bundesamt für Verkehr aber entschieden, dass der Bahnhof geschlossen bleibt. Grund sind Fahrplankonflikte auf der Strecke Wil–St. Gallen und fehlende Gleiskapazitäten in der Kantonshauptstadt. «Wir sind enttäuscht. Der Entscheid ist nicht definitiv. Eine Wiedereröffnung zu erreichen, wird aber sicher nicht einfacher, da der Verkehr auf dem Schienennetz immer dichter und die Fahrzeiten komprimierter werden. Wir werden den Ball in der Luft halten», sagt Keel. Eine Wiedereröffnung kommt aber nicht vor 2030 in Frage. «Wir kämpfen dafür, dass Algetshausen-Henau auf der Lis­te der Bahnhöfe bleibt», sagt Patrick Ruggli, Leiter Amt für öffentlicher Verkehr des Kantons.

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