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REGION: Auch das Parkieren hat seinen Preis

In der Altjahrswoche herrscht Hochbetrieb in den Geschäften, und somit auch auf den Parkplätzen. Wie eine Umfrage der «Wiler Zeitung» zeigt, sind die Parkgebühren pro Stunde in Uzwil am günstigsten, in Wil am teuersten.
Tim Frei

Tim Frei

tim.frei@wilerzeitung.ch

Sie ist für viele Menschen ein Ärgernis – die Suche nach einem Parkplatz. Noch viel grösser allerdings ist der Ärger über Parkgebühren. Wenig überraschend sind Gebühren, die von den Gemeinden festgelegt werden, ein grosses politisches Thema. Werden sie erhöht, ist der Unmut von Autofahrern, Laden- und Restaurantbesitzern und bürgerlichen Politikern sicher. Linke und Grüne dagegen wollen oft höhere Gebühren, um den Verkehr einzuschränken.

Wie sieht es aktuell in Gemeinden und Städten der Region Wil aus? Die «Wiler Zeitung» hat bei der Stadt Wil, den zwei grössten Gemeinden Flawil und Uzwil sowie den zwei Städten Gossau und St. Gallen als Vergleichsgrösse zur Äbtestadt nachgefragt. Die Umfrage beschränkte sich auf die Gebühren der Parkplätze auf öffentlichem Grund in der weissen Zone. Jene der Erweiterten Blauen Zone sowie der Blauen Zone wurden dagegen nicht berücksichtigt – ebenso wie die Parkplätze für Cars und Lastwagen.

Minimalgebühr von 20 Rappen pro Stunde

In der Region Wil zahlt man in der Stadt Wil mit 80 Rappen bis zwei Franken am meisten für einen Parkplatz pro Stunde. In der Zentrumskernzone gilt ein Tarif von 1.80 Franken mit ein paar Ausnahmen: Je zwei Franken zahlt man im Westquartier (Umgebung Stadtsaal), Oberstadt und am Bahnhofplatz, 1.50 kostet es in der Zentrumszone, 1.20 in Zentrumsrandzone und in der übrigen Zone 80 Rappen.

In der Gemeinde Flawil beträgt die stündliche Parkgebühr einen Franken. Die Gemeinde Uzwil hat den Stundentarif auf 50 Rappen festgesetzt – mit der Ausnahme von 60 Rappen an der Lindenstrasse. Damit ist das Parkieren pro Stunde in Uzwil am billigsten. Während in Flawil die erste halbe Stunde gratis ist, gibt es dieses Privileg in Wil und Uzwil nicht. In Uzwil sind dagegen 15-Minuten-Parkplätze, die 20 Rappen kosten, verfügbar – zum Beispiel bei der Post.

St. Gallen und Wil auf ähnlichem Niveau

Die Stadt St. Gallen bewegt sich mit einer Gebühr von 1.50 bis 2.40 Franken auf ähnlichem Niveau wie die Äbtestadt. Der Nachttarif liegt jedoch unter 1.50. Gossau verfügt mit 1.50, die für gedeckte Parkplätze berappt werden müssen, über die tiefste Maximalgebühr der drei untersuchten Städte. Ungedeckte Parkplätze kosten dort einen Franken – sind also gleich teuer wie in Flawil. Es gibt noch eine weitere Parallele zu dieser Gemeinde: Die ersten 30 Minuten sind ebenfalls gratis – namentlich am Beda-, Kirch-, Linden- und Marktplatz. In der Kantonshauptstadt St. Gallen ist die erste halbe Stunde in der weissen Zone dagegen nicht unentgeltlich.

Monatskarten zwischen 40 und 310 Franken

In Uzwil und Flawil sind die Monatsparkkarten mit 80 Franken gleich teuer. In Uzwil kann man damit überall parkieren – mit Ausnahme des Lindenplatzes, der Neudorfstrasse und der Parkanlage Dammstrasse. In Wil gibt es an gewissen Orten bereits Karten ab 40 Franken, der maximale Tarif ist jedoch mit 150 Franken fast doppelt so teuer wie in Uzwil und Flawil. Parkieren kann man damit bei der Kantonsschule, Allmend, Rudenzburg sowie hinter dem Bleicheplatz beim «Paradiesli». In der Stadt Gossau beträgt die monatliche Gebühr – je nachdem ob ungedeckt oder gedeckt – 80 beziehungsweise 110 Franken. Die Monatskarte ist am Markt-, Linden, und Bedaplatz gültig. Mit 160 bis 310 Franken schwingt St. Gallen klar oben aus. In der Kantonshauptstadt kann das Auto mit der Monatsparkkarte in den beiden Parkhäusern Kreuzbleiche und Rathaus abgestellt werden.

Im neuen Jahr keine Erhöhung geplant

Eine Erhöhung der Parkgebühren im nächsten Jahr ist bei fast allen Gemeinden kein Thema. In Flawil und St. Gallen bleiben die Gebühren unverändert, in Gossau sollen sie sich voraussichtlich ebenfalls nicht erhöhen. In Uzwil dagegen ist dies noch unklar: «Wir überprüfen sämtliche Gebühren in zeitlichen Abständen. Die Überprüfung der Parkgebühren steht anfangs 2018 an», sagt Thomas Stricker, Verwaltungsleiter der Gemeinde Uzwil. Und diese sei ergebnisoffen. «2016 erfolgten Anpassungen der Parkgebühren. Momentan ist keine weitere Anpassung geplant», sagt Philipp Dörig, Departementssekretär des Departements Bau, Umwelt und Verkehr (BUV) der Stadt Wil.

Gebühren als politisches Instrument

Mit rund 2,73 Millionen Franken (2016) generierte die Stadt St. Gallen am meisten Einnahmen, was angesichts der Anzahl an 2718 bewirtschafteten, weiss-markierten Parkplätzen nicht überrascht. Zum Vergleich: In Wil waren es im gleichen Jahr rund 1,78 Millionen Franken (2330 Parkplätze, wovon 332 gratis), in Gossau 213570 Franken (357 Parkplätze), in Uzwil ca. 235000 Franken pro Jahr (201 Parkplätze). Zu Flawil mit 450 weiss-markierten Parkplätzen liegen für 2016 noch keine genauen Zahlen vor, da das neue Parkierungsreglement erst im Oktober des vergangenen Jahres in Kraft getreten ist. «Für 2017 waren 100000 Franken budgetiert», sagt Markus Scherrer, Informationsbeauftragter der Gemeinde Flawil.

«Wildes Parkieren minimieren»

Alle Gemeinden und Städte betonen auf Anfrage, bei der Parkplatzbewirtschaftung stehe die verkehrslenkende Funktion im Vordergrund. «Beim Parkierungsreglement geht es darum, das wilde Parkieren auf öffentlichem Grund, das Gratis-Parkieren auf öffentlichen Strassen und Parkplätzen zu minimieren und zugleich den öffentlichen Verkehr zu stärken», sagt Markus Scherrer. Bei Uzwil ist der verkehrslenkende Gedanke laut Thomas Stricker auch Gegenstand des Agglomerationsprogrammes. Dies lasse sich aus der Historie gut ablesen: «Die Bewirtschaftung hat sich zwiebelschalenförmig vom Bahnhof aus entwickelt, nachdem die SBB die «P+Rail»-Plätze bewirtschaftet hat. Die Bewirtschaftung sorgte wieder für frei verfügbare Parkplätze rund ums Zentrum.»

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