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REGION: 57-mal um die Welt gefahren

Im März vor fünf Jahren traf der erste von fünf neuen Niederflur-Gelenktriebwagen ein. Bei der Frauenfeld-Wil-Bahn ist man mit der Anschaffung auch heute noch sehr zufrieden. Die Passagierzahlen nahmen im vergangenen Jahr um über drei Prozent zu.
Sebastian Keller
Ein Niederflur-Gelenktriebwagen der Frauenfeld-Wil-Bahn unterwegs zwischen Münchwilen und Wil. (Bild: Donato Caspari)

Ein Niederflur-Gelenktriebwagen der Frauenfeld-Wil-Bahn unterwegs zwischen Münchwilen und Wil. (Bild: Donato Caspari)

Nur einmal fuhr der Schmalspurzug auf einer Normalspur – und zwar als Passagier: Der erste Niederflur-Gelenktriebwagen der Frauenfeld-Wil-Bahn (FWB) kam per Bahn vom Stadler-Werk in Bussnang in die Werkstätten nach Wil. Der 45,5 Meter lange und 64 Tonnen schwere Zug wurde verladen. In der Werkhalle herrschte am Tag der Ankunft Champagnerlaune – eine Mischung aus Firmengründung und Geburt. Der damalige Thurgauer Volkswirtschaftsdirektor Kaspar Schläpfer setzte sich probehalber in den neuen Zug. Für ein Bild nahm er gegenüber von FWB-Direktor Thomas Baumgartner in einem Zweitklassabteil Platz. Erstklassig sei es, lobten sie, festlich gewandet in Krawatte, Sakko und einem Lachen im Gesicht.

«Wir hatten bisher keine Probleme, nie»

Die damalige Freude über die Neuanschaffung ist bei Baumgartner heute noch spürbar. «Wir sind nach wie vor zufrieden mit den Fahrzeugen», sagt er. Und streicht sogleich die Vorteile der neuen Flotte heraus: hoher Fahrkomfort, 1. Klasse (inklusive Zeitungen), klimatisiert, kostenloses Internet, Velostellplätze. Im Verlauf des Jahres 2013 wurden schrittweise die fünf neuen Züge in Betrieb genommen. 6,2 Millionen Franken kostete ein Fahrzeug. Die Züge haben sich auf der fast 17,5 Kilometer langen Strecke von Frauenfeld nach Wil als zuverlässig erwiesen. «Wir hatten bisher keine Probleme, nie», sagt der Bahndirektor. So seien sie kaum längere Zeit ausgefallen. Und wenn doch mal ein Ersatzzug der vormaligen Generation durchs Murgtal fahren musste, reklamierten die Passagiere. «Das ist ein Zeichen, dass die neuen Züge bei den Kundinnen und Kunden ankommen», sagt Baumgartner.

Nicht gänzlich zufriedenstellend ist das WLAN. «Es ist nicht optimal», sagt Thomas Baumgartner. Wenn viele Leute gleichzeitig Daten auf ihre mobilen Geräte laden, stocke es. «Die Leistung ist leider beschränkt», sagt Baumgartner. In Zukunft wolle man allenfalls Verbesserungen ausloten. Für den Datenverkehr befindet sich eine GSM-Antenne, ähnlich einer Handyantenne, auf dem Fahrzeug.

Fast 2,3 Millionen Kilometer zurückgelegt

Bis Ende Januar 2018 legten alle fünf Fahrzeuge zusammen fast 2,3 Millionen Kilometer zurück. Das entspricht etwa 57 Erdumrundungen. Noch mehr Kilometer dürften die Fahrzeuge unterwegs sein, wenn der Viertelstundentakt eingeführt wird. Dies soll nach 2020 schrittweise passieren. Die Signale dafür stehen günstig, das Vorhaben steht oben auf der Prioritätenliste des Bundes. Grund: Das Kosten-Nutzen- Verhältnis ist hoch. Eine Taktverdichtung samt neuer Haltestelle «Wil West» ist im Rahmen des Ausbauschritts 2030/35 vorgesehen. Heute fahren die Züge durchgehend im Halbstundentakt.

Erfreulich präsentieren sich auch die Zahlen. Im vergangenen Jahr transportierte die Frauenfeld-Wil-Bahn insgesamt 1,34 Millionen Passagiere durchs Murgtal (siehe Grafik). Das entspricht einer Zunahme gegenüber dem Vorjahr von 3,15 ­Prozent. «Die Nachfrage steigt kontinuierlich an», sagt Baumgartner.

Es gibt auch sinkende Zahlen, die den FWB-Direktor erfreuen. Jene der Kollisionen. Es gab eine Zeit, da überraschte es kaum jemand, wenn zwischen Frauenfeld und Wil ein Auto mit der Schmalspurbahn zusammenstiess. Im Jahr 2009 mussten total 24 Kollisionen verzeichnet werden, im Schnitt zwei pro Monat. Vom «Crash-Zug» war die Rede. Doch von dieser hohen Kollisionskadenz ist man mittlerweile weit entfernt. Im vergangenen Jahr mussten lediglich fünf Kollisionen notiert werden, gleich viele wie 2015 und 2016. «Die Sanierung der Bahnübergänge zeigt Wirkung», sagt Baumgartner. So wurden zahlreiche Übergänge saniert oder aufgehoben. Zum Rückgang beigetragen haben auch die neuen Züge. Sie verfügen über ein besseres Bremssystem als die alten Triebfahrzeuge. Noch sicher zwanzig Jahre sollen die Züge zwischen Frauenfeld und Wil verkehren. «25 Jahre Betriebszeit ist das Minimum», sagt Thomas Baumgartner. Ermüdungserscheinungen zeigen die heuer fünf fünfjährigen Niederflur-Gelenktriebwagen auf jeden Fall noch keine.

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