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Regierung beantragt 267'000 Franken für Kulturdenkmäler in der Region Wil

Der St. Galler Kantonsrat befindet nächste Woche über die vom Regierungsrat vorgeschlagenen Beiträge aus dem Lotteriefonds. In der aktuellen Botschaft sind auch fünf Objekte aus der Region enthalten. Am meisten bekommt das Textilmuseum Niederbüren.
Hans Suter
Niederbüren: Das Textilmuseum beherbergt viele funktionstüchtige Zeitzeugnisse des industriellen Aufbruchs. (Bild: Andrea Häusler)Niederbüren: Das Textilmuseum beherbergt viele funktionstüchtige Zeitzeugnisse des industriellen Aufbruchs. (Bild: Andrea Häusler)
Lütisburg: Die alte Thurbrücke wurde 1790 erbaut und erst 1997 durch eine neue Brücke (im Hintergrund) ersetzt. (Bilder: Hans Suter)Lütisburg: Die alte Thurbrücke wurde 1790 erbaut und erst 1997 durch eine neue Brücke (im Hintergrund) ersetzt. (Bilder: Hans Suter)
Wil: Die Ausstattung der Klosterkirche St. Katharina stammt aus der Zeit um 1750.Wil: Die Ausstattung der Klosterkirche St. Katharina stammt aus der Zeit um 1750.
Bronschhofen: Die Wallfahrtskirche Maria Dreibrunnen stammt aus dem Mittelalter.Bronschhofen: Die Wallfahrtskirche Maria Dreibrunnen stammt aus dem Mittelalter.
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267000 Franken für Kulturdenkmäler

Das Textilmuseum Sorntal in Niederbüren erhält für den Kauf der Liegenschaft und den Ausbau der Museumstätigkeit 88'000 Franken aus dem Lotteriefonds des Kantons St. Gallen. Vorausgesetzt, der Kantonsrat stimmt dem Antrag der Regierung nächste Woche in der Junisession zu.

Kantonsrat entscheidet in der Junisession

Im Kantonsrat dürfte das Ja unbestritten sein. In der Gemeinde Niederbüren dagegen gab die Übernahme des Museums mit Kauf der Liegenschaft viel zu reden. Zuerst wurde der Kauf durch die Gemeinde von der Bürgerschaft an der Urne abgelehnt. Dann wurde um einen einmaligen Beitrag der Gemeinde von 100'000 Franken gestritten; trotz Fundamentalopposition aus Teilen der Bevölkerung wurde dem Beitrag an der Bürgerversammlung aber zugestimmt.

Zeugnisse aus der Zeit des industriellen Aufbruchs

Mehr Wohlwollen geniesst das Textilmuseum beim kantonalen Amt für Kultur und bei der Regierung. «Der Kanton St. Gallen schätzt das grosse freiwillige Engagement und unterstützt den Kauf der Liegenschaft sowie den Ausbau der Museumstätigkeit mit 88'000 Franken», heisst es in der Botschaft an den Kantonsrat. Der Kauf der Liegenschaft umfasst rund 432'000 Franken, wovon rund 172'000 Franken durch den Verein, 90000 Franken durch Private und 100'000 Franken durch die Gemeinde gedeckt werden. Der Kanton ist mit 50'000 Franken angefragt worden.

Die Massnahmen an der Infrastruktur belaufen sich auf rund 23'000 Franken, der Ausbau der Museumstätigkeit ist mit rund 710'00 Franken budgetiert. Davon erbringt der Verein Eigenleistungen in der Höhe von rund 29'000 Franken und hat bei Privaten Beiträge von rund 27'000 Franken sowie beim Kanton 38'000 Franken beantragt.

Ein Schaubetrieb der Technik

Das ehemalige Spinnereigebäude von 1850 wurde 1994 innen und aussen renoviert und ist heute der Standort des Textilmuseums Sorntal. Die nachgebildete «Museumsfabrik» ist ein Schaubetrieb der Technik und zeigt auf 1000 Quadratmetern Ausstellungsfläche Zeugnisse und historische Textilmaschinen des industriellen Aufbruchs. «Hier wird ein Besuch zum Erlebnis textilen Entstehens. Sämtliche Maschinen sind in betriebsbereitem Zustand und die Technik wird auf unterhaltsame Weise präsentiert», heisst es in der Botschaft. Den Besuchenden werde ein anschaulicher Einblick in die Arbeitswelt von einst ermöglicht.

85'100 Franken für die Kirche Maria Dreibrunnen

Das leicht erhöht gelegene Wallfahrtskirchlein Maria Hilf bei Bronschhofen verfügt über eine vielschichtige Rohbausubstanz, die gesichert ins 13. Jahrhundert zurückreicht. Im Inneren dominiert die opulente Ausstattung von 1672, welche stark von den Stuckaturen Melchior Modlers und den grossartigen Freskenbildern von Jakob Josef Müller geprägt ist. Der Kunsthistoriker Bernhard Anderes bezeichnete die Kirche als «liebenswürdigstes Barockbauwerk im Kanton St. Gallen – ein Juwel». Seit 2017 ist dieses Gebäude als Kulturobjekt von kantonaler Bedeutung ausgeschieden.

Wie zahlreiche barocke Gewölbedecken leidet auch jene von Dreibrunnen an lokalen Ablösungen und Rissbildungen. Die Gesamtkosten für die notwendige gewordene Dach- und Innenrenovation belaufen sich auf 880'984 Franken. Darin sind denkmalpflegebedingt anrechenbare Aufwendungen von 425'018 Franken enthalten. Davon übernimmt der Kanton 85'100 Franken.

312'00 Franken für die alte Thurbrücke Lütisburg

Das Dach der 1790 von J. Ulrich Haltiner erbauten Thurbrücke in Lütisburg ist undicht geworden. Das mit Krüppelwalmen versehene Dach trägt seit 1920 eine Eindeckung mit Eternitplatten. Die Kosten für die Sanierung von Dach und Unterkonstruktion belaufen sich auf 369507 Franken. Von den darin enthaltenen denkmalpflegebedingt anrechenbare Aufwendungen 103815 Franken übernimmt der Kanton 31200 Franken.

Die 58 Meter lange Brücke war ursprünglich frei gespannt. 1885 wurde sie mit zwei Pfahljochen unterstützt und erfuhr ebenfalls eine Verbreiterung. Die Brücke wird heute nur noch für den Langsamverkehr benutzt. Seit 2017 ist dieses Gebäude als Kulturobjekt von kantonaler Bedeutung ausgeschieden.

33'500 Franken für die Villa Naef-Kraut in Uzwil

Die Villa Naef-Kraut wurde 1885 als Fabrikantenvilla der Weberei Naef erbaut. Das äussere Erscheinungsbild des spät-klassizistischen Hauses ist grossmehrheitlich erhalten und in einer grosszügigen Parkanlage mit altem Baumbestand eingebettet. Leider sind im Innern der Villa viele originale Oberflächen verschwunden und die Substanz ist ebenfalls verändert worden. Ziel des jetzigen Umbaus ist die Instandstellung der historischen Oberflächen, um mit einer angemessenen Gestaltung der Villa wieder etwas von ihrem ursprünglichen Charakter zurückgeben zu können. Seit 2017 ist dieses Gebäude als Kulturobjekt von kantonaler Bedeutung ausgeschieden. Von den Gesamtkosten 860'000 Franken entfallen 111'643 Franken auf denkmalpflegebedingt anrechenbare Aufwendungen, von denen der Staat 33'500 Franken übernimmt.

296'00 Franken für die Klosterkirche St. Katharina in Wil

Institutionell geht das Wiler Dominikanerinnen-Kloster St. Katharinen auf das gleichnamige Beginen-Kloster in St. Gallen zurück. Der Wiler Standort wurde 1605 baulich in Angriff genommen und 1607 bezogen. In ihrer Grundsubstanz gehört die Klosterkirche zu den Pionierbauten der Anlage und verfügt über eine elegante Ausstattung aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Raumhülle wurde letztmals in den 1970er-Jahren durchgreifend renoviert und 1996 im kleinen Rahmen repariert. Seit 2017 ist dieses Gebäude als Kulturobjekt von kantonaler Bedeutung ausgeschieden. Die aktuelle Sanierung beläuft sich auf 374'400 Franken. Der Staatsbeitrag an die denkmalpflegerisch anrechenbaren Kosten von 147'688 Franken beläuft sich auf 29'600 Franken.

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