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Regen, Kulinarisches und
120 Marktstände

Der traditionelle Weihnachtsmarkt in der Wiler Altstadt und der Oberen Bahnhofstrasse zieht jeweils Tausende Besucher an. Trotz Windböen und Regentropfen herrschte am Wochenende eine gemütliche Atmosphäre fernab von Alltagsstress und Hektik.
Christoph Heer
Der traditionelle Wiler Weihnachtsmarkt mit rund 120 Marktständen zog trotz kaltnassem und sehr windigem Wetter viele Besucher an. (Bilder: Christoph Heer)

Der traditionelle Wiler Weihnachtsmarkt mit rund 120 Marktständen zog trotz kaltnassem und sehr windigem Wetter viele Besucher an. (Bilder: Christoph Heer)

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Der Wiler Weihnachtsmarkt gilt regional schon lange als einer der grössten seiner Sorte. Rund 120 Marktstände laden ein zum Flanieren und Geniessen. Gefühlt handelt es sich bei jedem zweiten Stand um ein kulinarisches Angebot, das angepriesen wird. Schon beim ersten Stopp gilt es, innezuhalten und einen heissen Käsefladen zu geniessen. Zwar windet es einem zwischenzeitlich die Köstlichkeit fast aus den Händen, da gilt es halt, etwas schneller zu essen, immerhin wartet acht Schritte weiter bereits eine knusprige Pizza Margherita. Zehn Meter und zwei Marktstände hinter sich gebracht, muss die Frage gestellt werden, wie das noch weitergehen soll. Den Bauch schon üppig gefüllt, steigt jetzt der Duft von feinstem Gebäck in die Nase. Gugelhüpfli, Cremerollen und Florentiner, genau in dieser Reihenfolge, der Bauch schwellt an, der Durst auch.

Die Krux mit den Kinderwagen

Ein Weihnachtsmarkt soll als ruhige, besinnliche Veranstaltung gelten. Das ist er auch, bis auf einige wenige Besucher, die sich auch in der Adventszeit über jeden einzelnen Kinderwagen im Getümmel ärgern. «Die sollen doch ihre Kleinkinder zu Hause lassen», schimpft der Krawattenträger, während er sich hastig eine Zigarette anzündet. Es darf davon ausgegangen werden, dass er den ganzen Tag im stickigen Büro verbracht hat und einfach noch nicht im Wochenende oder in der Vorweihnachtszeit angekommen ist. So ganz unrecht hat er ja nicht, zumal der Durchgang wiederkehrend von mehreren Kinderwagenfamilien blockiert wird. Mit einem freundlichen «Äxgüsi» darf man diese Herrschaften aber auch auf ihren, nicht ganz idealen Standort für ihre Familienplanungsgespräche aufmerksam machen. Die Meisten reagieren darauf freundlich genug und schieben ihre Gefährte – sofern möglich – an den Strassenrand.

Treffpunkt Strassenrand. Bei der Kreuzung Marktgasse – Obere Bahnhofstrasse fand man Zeit für einen wärmenden Punsch.

Treffpunkt Strassenrand. Bei der Kreuzung Marktgasse – Obere Bahnhofstrasse fand man Zeit für einen wärmenden Punsch.

Wie jeweils bei den Wiler Strassenfester trifft man auch am Weihnachtsmarkt viele bekannte Gesichter. Ein schnelles Durchlaufen der Marktstrasse ist nicht möglich, zu viele Freunde und Bekannte sind hier. Mittlerweile hat man einige Stände hinter sich gebracht ohne etwas zu essen, will heissen, dass der Verkäufer vom würzigen Bündnerfleisch ebenso ignoriert wird wie die Konfitüren-Verkäuferin.

30 Minuten sind vergangen seit dem letzten Häppchen, man erinnere sich, es war die Pizza. Höchste Zeit also ein kleines Sülzli zu probieren, den Imker-Balsam zu riechen und sich über die optimale Darmpflege zu informieren. Die Wichtigkeit von Letztgenanntem nimmt stetig zu, zumal man einfach nicht die Finger von den feinen Crêpes und Potatoes lassen kann. Der Bauch? Der ist schon lange zum Bersten voll.

Ein Punsch am Strassenrand

Wer erinnert sich nicht an Vreni Schneiders «Ä Kafi am Pischterand». Nur leicht abgeändert und an den Wiler Weihnachtsmarkt angepasst, heisst das Lied nun «Ä Punsch am Strasserand». Beim Übertritt von der Marktgasse in die Obere Bahnhofstrasse – der Dank geht an dieser Stelle an die wetterfesten Verkehrskadetten, die für die Sicherheit Aller sorgen – stehen die grössten Menschentrauben und fast alle der Versammelten haben einen Punsch oder einen Becher Glühwein in der Hand. Ein weiterer, dieses Mal ein etwas vom Winde verwehter, Wiler Weihnachtsmarkt ist Geschichte, die Bäuche vieler Besucher indes wohl auch am Montag noch gut gefüllt. Für einige dürfte Fasten angesagt sein.

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