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Stadt Wil verkraftet Steuersenkung um 9 Prozentpunkte gut und schliesst 3,4 Millionen Franken über dem Budget ab

Obwohl sich der aufs Jahr 2018 um neun Prozentpunkte gesenkte Steuerfuss von 120 Prozent erstmals auswirkte, weist die Stadt im Rechnungsabschluss ein Plus von 1,75 Millionen Franken aus. Hauptursache sind ausgerechnet höhere Steuereinnahmen.
Gianni Amstutz
3,44 Millionen Franken besser als budgetiert: Stadtpräsidentin Susanne Hartmann und Stadtrat Daniel Meili können einen positiven Rechnungsabschluss für 2018 präsentieren. (Bild: Gianni Amstutz)

3,44 Millionen Franken besser als budgetiert: Stadtpräsidentin Susanne Hartmann und Stadtrat Daniel Meili können einen positiven Rechnungsabschluss für 2018 präsentieren. (Bild: Gianni Amstutz)

Die Eckpunkte des Rechnungsabschlusses 2018 der Stadt lesen sich wie jene der Vorjahre. Höhere Steuereinnahmen, ein Anstieg der Sozialhilfekosten und ein Realisierungsgrad bei den Investitionen, der mit 41 Prozent nicht wirklich zufriedenstellt. Letztlich resultiert ein Gewinn von 1,75 Millionen Franken, was eine Besserstellung gegenüber dem Budget von 3,44 Millionen Franken bedeutet.

Hat der Stadtrat also zu vorsichtig budgetiert oder einfach klug gespart? Eine Antwort darauf zu geben, ist schwierig. Der Stadtrat begründet das Plus in erster Linie mit unerwarteten Steuereinnahmen, die 3,1 Millionen Franken höher als budgetiert ausfielen.

Steuereinnahmen schwierig einzuschätzen

Nicht zuletzt hätten Nachzahlungen in der Höhe von 1,18 Millionen Franken dazu geführt, erklärt Stadtpräsidentin und Finanzverantwortliche Susanne Hartmann. Wie sie betont, handle es sich dabei aber um einen einmaligen Effekt, den der Stadtrat nicht im Budget einkalkulieren könne.

Dass die Steuereinnahmen allgemein anstiegen und das trotz der erstmals wirksamen Steuersenkung um neun Prozentpunkte aufs Budget 2018 hin, dürfte die Befürworter derselben in ihrer Entscheidung bestätigen. Dies auch vor dem Hintergrund, dass der Stadtrat in Absprache mit dem Steueramt die Steuererträge für das Jahr 2018 der natürlichen Personen und die Nachzahlungen zurückhaltender kalkulierte als in den Prognosen des Kantons, wie im Kommentar zum Budget 2018 nachzulesen ist.

Mit dem vorliegenden Ergebnis kann dies als Fehleinschätzung betrachtet werden, haben doch gerade in diesen beiden Bereichen beträchtliche Mehreinnahmen resultiert. Der Stadtrat führt dies auf ein positives wirtschaftliches Umfeld und die sehr gute Konjunktur zurück.

Kosten beim Personal und Sachaufwand eingespart

Doch nicht nur unerwartet hohe Steuereinnahmen trugen zum positiven Ergebnis bei. «Die Verwaltung hat im vergangenen Jahr kostenbewusst gearbeitet», sagt die Stadtpräsidentin. So liegen die Personalkosten rund 0,6 Millionen Franken tiefer als budgetiert, der Sach- und Abschreibungsaufwand gar um 2,2 Millionen. Die Einsparungen bei Letzterem gingen jedoch hauptsächlich – im Umfang von 1,3 Millionen Franken – auf eine Projektverzögerung beim Berufsbildungszentrum zurück.

Die Sorgenkinder bleiben dieselben

Höhere Steuereinnahmen und ein tieferer Sach- und Personalaufwand: Läuft bei der Stadt also alles reibungslos? Mitnichten. Die Kosten für die Sozialhilfe sind erneut stark angestiegen. Ein Trend, der seit Jahren anhält. Bei der gesetzlichen wirtschaftlichen Hilfe und im Asylwesen lagen die Ausgaben 1,7 Millionen Franken über Budget. Der Löwenanteil der Kosten sei darauf zurückzuführen, dass Städte mit Zentrumsfunktion wie Wil traditionell eine höhere Sozialhilfequote aufwiesen, sagt Hartmann. Zudem sei ein Grossteil der Ausgaben gebunden und könne nicht beeinflusst werden. Wo Optimierungen möglich seien, wolle man diese aber umsetzen.

Ein weiteres Sorgenkind ist der Realisierungsgrad bei den Investitionen. Dieser ist mit 41 Prozent zwar leicht höher als in den Vorjahren, doch immer noch unbefriedigend. «Natürlich spielen dabei auch Faktoren wie Einsprachen und grosse Projekte wie der Pavillon Langacker, der noch nicht zustande kam, eine Rolle», sagt Hartmann. Trotzdem könne der anhaltend tiefe Realisierungsgrad nicht ausschliesslich damit erklärt werden.

Technische Betriebe für einmal nur mit solidem Ergebnis

Von einer Baisse zu sprechen, wäre übertrieben. Doch angesichts der Resultate, welche die Technischen Betriebe Wil (TBW) Jahr für Jahr abliefern, fällt der Rechnungsabschluss etwas unter den Erwartungen aus. Der Gewinn liegt mit 4,18 Millionen Franken nur leicht unter dem Budget und auch der Gesamtumsatz stieg gegenüber dem Vorjahr, doch längst nicht so sehr, wie die Verantwortlichen das erwarteten.

Mit 69,5 Millionen Franken verzeichnen die TBW Mindereinnahmen gegenüber dem Budget von rund 1,5 Millionen Franken. Dazu geführt haben unter anderem milde Wintermonate, die den Gasabsatz tiefer als erwartet ausfallen liessen. Einen Faktor, auf den die TBW keinen Einfluss hat, wie Daniel Meili betont. Er spricht deshalb auch von einer stabilen Situation, mit welchem er zufrieden sei.

Dies auch deshalb, weil im Bereich Kommunikation weitere Kunden hinzugewonnen werden konnten. Mit einem Mobilangebot wollen die TBW hierbei weitere Möglichkeiten erschliessen. Grund dafür, dass beim Gewinn trotz tieferen Umsatzes fast eine Punktlandung gelungen ist, sind tiefere Investitionen sowie Einsparungen bei Personal- und Sachkosten. (gia)

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