Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Rechnen unter freiem Himmel

Auf dem Hofplatz oder dem Wiler Turm statt hinter der Schulbank: Mit dem neuen Lernheft «Mathematische Lernplätze der Stadt Wil» können Oberstufenschüler den Mathematikunterricht künftig an Praxisbeispielen erleben.
Ursula Ammann
Wie viel Liter fasst der Pankratiusbrunnen und wie gross ist die Wasseroberfläche? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigten sich die Teilnehmer der Vernissage. (Bild: Ursula Ammann)

Wie viel Liter fasst der Pankratiusbrunnen und wie gross ist die Wasseroberfläche? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigten sich die Teilnehmer der Vernissage. (Bild: Ursula Ammann)

WIL. Den Pankratiusbrunnen in der Altstadt kennt wohl der eine oder andere noch aus dem Heimatkundeunterricht. Doch was hat diese Sehenswürdigkeit mit Mathematik zu tun? Viel. Denn der Pankratiusbrunnen als regelmässiges Achteck mit einem quadratischen Sockel in der Mitte ist geradezu prädestiniert für Flächen- oder Volumenberechnungen. Deshalb ist er auch Bestandteil des Lernhefts «Mathematische Lernplätze der Stadt Wil» (siehe Kasten). Frisch aus dem Druck wurde dieses Unterrichtsmittel für Oberstufenschüler am Mittwochabend vorgestellt. Zu den Teilnehmern der Vernissage zählten neben Mitarbeitenden aus dem Bildungsdepartement der Stadt Wil auch Vertreter des Schulrates sowie Schulleiter und Lehrpersonen. Mit Doppelmeter, Messband und Notizpapier machten sich diese auf den Weg zum Hofplatz, um das neue Lernheft zu prüfen.

Der Aperto – ein 20-Eck

Während die erste Gruppe ausrechnete, auf welcher Fläche sich der Hofplatz ausbreitet und aus wie vielen Pflastersteinen er besteht, widmete sich eine zweite Gruppe dem Pankratiusbrunnen. Zuerst galt es, den Grundriss zu skizzieren und mit den nötigen Massen zu ergänzen. Danach machten sich die Teilnehmer an die Berechnung der Wasseroberfläche, ermittelten mit ihren Doppelmetern die Wassertiefe und kalkulierten das Wasservolumen. Die Rückmeldungen auf die Übung waren durchs Band positiv: Das Lernheft fördere die Vielfältigkeit sowie das Miteinander und befähige die Schüler, eigene Überlegungen anzustellen und Probleme anzupacken, lauteten zusammengefasst die Voten. Entwickelt wurden die Aufgaben von einem Lehrerteam der Oberstufe Sonnenhof. Bei dieser Arbeit habe es viel zu entdecken gegeben, sagte ein Mathematiklehrer. «Wer hätte denn gedacht, dass der Aperto am Bahnhof ein regelmässiges 20-Eck ist.»

Polen war begeistert

«Mathematik gilt als etwas Strenges und sehr Genaues», hielt Armin Thalmann, Projektbegleiter und Dozent an der Pädagogischen Hochschule St. Gallen im Anschluss fest. Die Lernplätze hätten jedoch zum Ziel, Mathe erlebbarer zu machen.

Mit der Fragestellung, wie der Mathe-Unterricht im Schulalltag praxisnaher und damit auch erlebbarer gestaltet werden kann, beschäftigt sich das Bildungsdepartement der Stadt Wil nicht erst seit gestern. Im Rahmen des europäischen Comenius-Regio-Projektes arbeiteten die Wiler zusammen mit Schulvertretern aus Polen gemeinsam an diesem Ziel. Das Lernheft «Mathematische Lernplätze in der Stadt Wil» ist nun eine konkrete Umsetzung. Michael Hasler, Schulleiter der Oberstufe Sonnenhof, und Riccardo Rizza, Leiter Pädagogik der Stadt Wil, wurden im vergangenen Jahr nach Opole (Polen) eingeladen und stellten dort auch die Idee hinter den mathematischen Lernplätzen vor. «Es wurde plötzlich sehr laut im Raum. Alle diskutierten angeregt», erinnert sich Michael Hasler. Nach anfänglicher Verunsicherung wurde jedoch klar: Der hohe Geräuschpegel stand für Begeisterung.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.