Rausgeflogen

Die Gemeinde Uzwil rechnet im Budget 2011 zwar mit roten Zahlen. Doch das Defizit hält sich mit 1,4 Millionen Franken im Rahmen. Zumal genügend Eigenkapital zur Verfügung steht, um den Fehlbetrag auszugleichen.

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Die Gemeinde Uzwil rechnet im Budget 2011 zwar mit roten Zahlen. Doch das Defizit hält sich mit 1,4 Millionen Franken im Rahmen. Zumal genügend Eigenkapital zur Verfügung steht, um den Fehlbetrag auszugleichen. Das Defizit begründet die Exekutive einerseits mit den Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise und anderseits mit den Folgen kantonaler Neuordnungen. Aufhorchen lässt der Rückgang der Einkommens- und Vermögenssteuern.

Der Bürger hat immer weniger Geld in seinem Portemonnaie, während beispielsweise die Krankenkassenprämien weiter ansteigen.

Einschneidend präsentiert sich die Lage bei den Investitionen. Dort hat sich der Gemeinderat wegen der angespannten Finanzlage eine Prioritätenordnung auferlegt. Und die Ausgaben auf den Zwangsbedarf, das heisst den Werterhalt der Infrastruktur, beschränkt.

Zu berücksichtigen ist auch, dass in naher Zukunft grosse Vorhaben auf eine Realisierung warten: die teilweise schon vorfinanzierte zentrale Verwaltung an der Lindenstrasse und die Verlegung der Sportanlage Looäcker in die Sportanlage Rüti in Henau.

Andere Investitionen werden vorerst nicht weiterverfolgt. So waren für Strassenraum- und Zentrumsgestaltungen in Uzwil, Niederuzwil und Henau in der Investitionsplanung in den Jahren 2012 bis 2014 je 1 Million Franken vorgesehen.

Nach dem Nein zur Neugestaltung des Ochsenplatzes an der Budgetversammlung vor einem Jahr hat die Exekutive nun die Prioritäten neu gesetzt. Und so rücken denn solche Projekte in den Hintergrund. Das ist zu bedauern. Wäre doch die Aufwertung des trotz Mühlehof-Neubaus noch immer darbenden Uzwiler Zentrums ein Gebot der Stunde.

Auch der Radweg zwischen Henau und Niederstetten hat der Gemeinderat aus dem Investitionsbudget gestrichen. Initianten der Radweg-Initiative mögen enttäuscht sein. Doch bleibt der Exekutive nach dem negativen Verdikt nichts anderes übrig, als dieses Projekt neu zu beurteilen.

Das ist zwar zu bedauern. Doch dies als Trotzreaktion der Exekutive zu kritisieren, ist verfehlt.

Haben doch die Verfechter des Radwegs an der letztjährigen Budgetversammlung durch nicht eben geschicktes Taktieren selbst zur Ablehnung der Vorlage beigetragen. Die Quittung davon: der Radweg ist aus der Investitionsplanung rausgeflogen. Und es wird noch einige Zeit verstreichen, ehe ein durchgehender Radweg von Niederuzwil bis nach Salen in Schwarzenbach realisiert sein wird.

Philipp Stutz

philipp.stutz@wilerzeitung.ch

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