Rasant, brisant und knallhart

Auf Einladung der Donnerstags-Gesellschaft Oberuzwil präsentierten die beiden Rockstars unter den Satirikerinnen Nicole Knuth und Olga Tucek ihr Programm «Hurra». Ein Abend mit virtuosem Gesang, gepaart mit rotzfrechen und bitterbösen Texten.

Christine Gregorin
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OBERUZWIL. «Sie wundern sich bestimmt über die totalitäre Fahne», sagte Olga Tucek einleitend und fügte an, dass die Schweiz ja ebenso totalitär klein, bescheiden und neutral sei. Auch die helvetischen Banken hätten alles absolut im Griff. Somit war der Tarif schon mal durchgegeben. Dieser Donnerstagabend könne verletzend wirken, warnte Tucek noch bevor sich die zwei Wortakrobatinnen an die Bewältigung der grossen Themen dieser Welt machten, mit geschliffener Klinge, bissigem Spott und gelegentlich hart am Limit. Sehnsucht, Hoffnung und Liebe, Umweltschutz, Antisemitismus, Pädophilie und Diskriminierung plus Politik und Wirtschaft wurden allesamt abgehandelt: Wahlweise verpackt in Lyrik mit Tiefgang oder stimmgewaltig, mit umschmeichelnden Melodien. Auf ein unschuldig süsses Intro folgten abgründige Texte sowie Sarkasmus pur.

Zynische Leckerbissen

Knapp 100 Besucher kamen in der alten Gerbi in den Genuss des zynischen Leckerbissens. Zu faszinieren wussten die Beiträge zur Sozialkompetenz, den Tücken der Technik oder der interkantonalen Verständigung. «Als Duo muss man sich um die gruppendynamischen Prozesse kümmern», sagte Nicole Knuth und erzählte, dass sie darum ein esoterisch angehauchtes Seminar besucht hätten.

Der Zufall spielte mit

Eigentlich sind Schauspielerin Nicole Knuth sowie die Sängerin und Akkordeonistin Olga Tucek prädestiniert, zum Sturm auf die grossen Theaterbühnen anzusetzen. Der Zufall brachte sie bei Proben zu einem Theaterstück zusammen, das nie zur Aufführung kam. Dafür wurden sie eingeladen, an einem Geburtstag auf dem Sustenpass «nette Lieder» zu singen. Mit der Nettigkeit war es bald vorbei.