«Räume + Zeiten» in Englisch

«Geography» statt «Geographie» – seit letztem Sommer können die Sekundarschülerinnen und -schüler der Sproochbrugg den «RZ»-Unterricht in Englisch besuchen: Ein Erfolgs-Projekt.

Andrea Häusler
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ZUCKENRIET. «Immersion», heisst die Unterrichtsform, die seit diesem Schuljahr auf der ersten Sekundarschulstufe der Oberstufenschule Sproochbrugg praktiziert wird. Auf freiwilliger Basis absolvieren hier zwanzig Schülerinnen und Schüler ihre «Räume + Zeiten»-Lektionen in Englisch. «Im ersten Projektjahr liege der Fokus auf dem Teilbereich Geographie», sagt Schulleiter Freddy Noser und begründet dies mit den konkreteren, anschaulicheren Themen, die den Sprachgebrauch – im Vergleich zur Geschichte – einfacher machten. Beim Immersion-Unterricht geht es nicht primär um das Erlernen einer Fremdsprache, sondern um das möglichst freie, ungezwungene Anwenden vorhandener Sprachkenntnisse in einem Schulfach. Das Projekt «RZ in Englisch» wurde von den Verantwortlichen der Sproochbrugg für die Sproochbrugg entwickelt. Möglich wurde die Umsetzung, nachdem zu Beginn dieses Schuljahres die ersten Primarschüler mit vierjähriger Frühenglisch-Praxis an die Oberstufe gewechselt hatten.

Dass Englisch für die zwanzig Pilot-Schüler im Fach RZ die Unterrichtssprache ist, heisst nicht, dass während der Lektionen ausschliesslich Englisch gesprochen wird. In den Übungsphasen kommt teilweise auch Deutsch zum Zuge und der Hauptteil der Prüfungen wird in Deutsch geschrieben – mit einigen Aufgaben in Englisch. «Rund 80 Prozent der Lernenden beantworten die Fragen mittlerweile aber nur noch in Englisch», sagt Freddy Noser. Darin sieht er auch die Bestätigung dafür, dass man sich mit dem Unterrichtsangebot auf dem richtigen Weg befindet.

Anmeldungen verdoppelt

Bereits in diesem Schuljahr hatten sich 40 Prozent der Sekundarschülerinnen und -schüler für den «bilingualen RZ-Unterricht» angemeldet. Im nächsten Schuljahr beträgt die Anmeldequote gut 50 Prozent, was 42 Lernenden entspricht und es ermöglicht, zwei Klassen zu führen. Für Freddy Noser ist klar: er will diese Unterrichtsform institutionalisieren. Deshalb ist man heute schon daran, auch Themen für den Geschichtsunterricht aufzuarbeiten. Eine Herausforderung, wie Noser sagt, zumal es weder für Geographie noch für Geschichte vollumfängliches Unterrichtsmaterial quasi ab der Stange gebe. Ruth Krucker, Fachlehrerin für Englisch- und RZ, arbeite deshalb, zusätzlich zu den vorhandenen Lehrmitteln, auch mit Filmmaterial oder Informationen der «European Space Agency».

«First» und «PET»-Diplome

Englisch-RZ bleibt den Sekundarklassen vorbehalten, gilt für den einen oder andern Lernenden auch als Vorbereitung auf eine zweisprachige Maturität, wie sie die Kantonsschule Wil anbietet. Die Motivation, sich mit der englischen Sprache intensiver zu beschäftigen, soll nun aber, in anderer Form, auch auf die Realklassen überschwappen. Ab dem neuen Schuljahr können alle Oberstufenschüler der 2. und 3. Klassen im Freifach die Englischdiplome «PET» (Preliminary English Test)» und «First Certificate» angehen und abschliessen. Auch hier zeichnet sich, laut Noser, ein Erfolg ab: «Für dieses Angebot haben sich 28 Sekundarschüler und auch 12 Realschüler angemeldet.»