Radtalent möchte an die Olympiade

Im Hinterthurgau wächst ein neues Radtalent heran. Larissa Brühwiler kann auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken. Die 17-Jährige hat sich für das kommende Jahr viel vorgenommen.

Peter Mesmer
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Radfahren. Wer Larissa Brühwiler gegenübersitzt kann kaum glauben, wie zäh und willensstark die nur 47 Kilogramm schwere Gymnasiastin ist. Wer den Teenager aber bei der Ausübung ihres Sportes beobachtet, merkt schnell, dass es sich hier um ein Ausnahmetalent handelt, das mit klaren Zielen vor Augen eine grosse Karriere anstrebt.

Bigla Cycling Nachwuchsteam

Die Schülerin der Kanti Wil ordnet in der Freizeit alles ihren sportlichen Zielen unter. Die Voraussetzungen für Erfolge sind gut.

Das hat einerseits mit ihrer Willensstärke und ihrem Talent zu tun, andererseits liegt es aber auch an ihrem Umfeld. In der Person des ehemaligen Radprofis Guido Amrhein aus Balterswil und mit ihrer Zugehörigkeit zum professionell geführten Bigla Cycling Nachwuchsteam kann Larissa Brühwiler auf optimale Voraussetzungen zählen. Begonnen hat die Radfahrer-Karriere der Dussnangerin vor sechs Jahren. In Wilen nahm Larissa Brühwiler an einem Schülerrennen teil. Es folgte ein Schnuppertraining beim Veloclub Fischingen, dem Verein, dem sie seither angehört.

Das erste Jahr war dem sorgfältigen Aufbau mit intensivem Training gewidmet. Ab 2005 folgten dann erste Renneinsätze in Schülerrennen. Als sich ab 2007 eine enge Zusammenarbeit mit Guido Amrhein ergab, war das für die junge Sportlerin ein Glücksfall. Bis heute profitiert sie von der Erfahrung des Trainers. Regelmässig trifft man die beiden gemeinsam auf den Strassen an; Guido Amrhein auf dem Motorrad, dicht gefolgt von Larissa Brühwiler. «Von meinem Trainer kann ich in allen Belangen des Radrennsportes viel lernen.

Er bespricht mit mir die Trainingseinheiten, ist regelmässig mit mir auf den Strassen unterwegs und erteilt mir taktische Anweisungen», kommentiert die junge Frau. Die vergangene Saison war für die Sportlerin die bisher erfolgreichste. Im Gesamtklassement des Frauencups liess sich Larissa Brühwiler nach sechs Rennen als Siegerin feiern. Im belgischen Brugge holte sie sich ihren ersten Rennsieg in einem Strassenrennen.

An den Schweizer Meisterschaften in Kriegstetten gewann sie im Zeitfahren der Kategorie Juniorinnen U19. Im Strassenrennen musste sie sich drei Tage später nur ganz knapp geschlagen geben. Und auch beim WM-Rennen in Italien überzeugte die Dussnangerin mit einem selbstbewussten Auftritt, der aber mit dem 24. Rang eher zu schlecht belohnt wurde.

Schule, Sport und Ziele

Im Herbst schaltete das Nachwuchstalent eine Pause ein. Zuerst absolvierte sie einen vierwöchigen Sprachaufenthalt in England. Danach konnte sie auch ihr anderes sportliches Hobby – Larissa spielt auch im Korbballteam des STV Dussnang mit – etwas pflegen. Aber auch in der Schule gab es für die Gymnasiastin Nachholbedarf.

Bei einem Trainingspensum von wöchentlich 15 Stunden ist es für die Sportlerin nicht einfach, Schule und Sport unter einen Hut zu bringen. Larissa Brühwiler ist deshalb der Schulleitung der Kanti Wil für die wohlwollende Beurteilung von Rennabsenzen dankbar. Bis im Januar beschränkt sich Brühwilers Trainingsprogramm auf Laufeinheiten. Danach geht es auf die Rolle und sobald es das Wetter zulässt, auch auf die Strasse.

Für das kommende Jahr hat sich das Talent viel vorgenommen: nationale und internationale Siege, die EM- und die WM-Teilnahme. Und wer die Dussnangerin kennt weiss, dass sie alles daransetzen wird, um diese auch zu erreichen. Aber auch ein weiterer Traum verfolgt Brühwiler seit Beginn ihrer Karriere immer wieder: «Einmal an Olympia teilnehmen, das wäre schon etwas.»