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RADSPORT: Radsport-Mekka Thurgau

Seit Jahrzehnten gehören die Thurgauer Radsportler zur nationalen Elite mit internationalen Erfolgen. Die Topografie und das Klima sind Gründe für die Profis und früheren Amateure.

Thurgauer Radsportler werden 2017 wiederum für positive Schlagzeilen sorgen. Ex-Europameister Michael Albasini (Lanterswil), der WM-Neunte Reto Hollenstein (Sirnach), Ex-Weltmeister Stefan Küng (Wilen), der WM-Dritte Claudio Imhof (Sommeri), das Bike-Team des Olympiasechsten Ralph Näf (Happerswil) oder Junioren-Weltmeister Stefan Bissegger (Mettlen) gehören zum Besten, was Swiss Cycling zu bieten hat.

Ein Grund für die Dominanz liege in der topografischen Vielfalt der Grossregion Thurgau, sind sich die Spitzenleute einig. «Wir können von zu Hause aus für ein Zeitfahren ebenso trainieren wie auf Bergstrecken. Zudem finden wir ein Klima ohne Ex­tremwerte vor», erläutert Stefan Küng. Kollege Michael Albasini ergänzt, die gute Luft und die Äpfel seien das Erfolgsgeheimnis. «Zudem hält sich der Verkehr in Grenzen, die Strassen sind auch abseits der Hauptachsen gut ausgebaut.»

Deshalb – und aus steuertechnischen Überlegungen – siedeln sich vermehrt deutsche (Ex)Profis wie Jan Ullrich, Linus Gerdemann, Andreas Klöden, Tony Martin, Gerald Ciolek, Marcus Burghard oder Patrick Gretsch im Kanton Thurgau an. Die Umgebung hier sei optimal zum Trainieren, sagt beispielsweise der Zeitfahren-Weltmeister Tony Martin.

Arboner Dominanz

Die Häufung von erfolgreichen Radsportlern ist nicht neu. 1964 wurde der Arboner Rudolf Hauser nach einem SM-Titel in Lugano triumphal am Bodensee empfangen. Arbon wurde zur Hochburg, das örtliche Kriterium für mehrere tausend Zuschauer zum Spektakel. Bergfloh Beat Breu, der zweifache Amstel-Gold-Race-Sieger Rolf Järmann und Hubert Seiz gehörten dem RV an. Auch ihre Väter waren national bekannte Fahrer. Was auch für die Familie Albasini gilt. Vater Marcello war ebenfalls Förderer und Trainer der Söhne und der Tochter. «Es gibt einzelne Clubs wie Arbon, Fischingen oder Bürglen-Märwil, die sich regional um den Nachwuchs kümmern», sagt Michael Albasini. «Alex Zülle war so gesehen ein Thurgauer.» Auch die Biker mit dem zweifachen Weltmeister Ralph Näf und den EM-Medaillengewinnern An­dreas Kugler (Frasnacht)/Martin Gujan (Andwil) sorgten wie zuletzt Claudio Imhof (Dritter Sechstagerennen Amsterdam) auf der Bahn für Furore. Während Beat Breu als zweifacher Tour-de-Suisse-Sieger und Gewinner der Alp d’Huez-Etappe an der Tour de France ein Begriff ist, dürften sich wenige an den 57-jährigen Hubi Seiz (Uttwil) erinnern. Dabei radelte der Olympiastarter von 1980 auf höchstem Niveau: Etappensieg an der Tour de Suisse und am Giro, WM-Vierter, Dritter bei der Flèche Wallone und Lüttich–Bastogne–Lüttich, Schweizer Meister, dies Höhepunkte des in einer belgischen und italienischen Gruppe aktiv gewesenen Profis. Der endschnelle Jürg Bruggmann (Donzhausen), wie Seiz 1960 geboren, fuhr in Italien und Spanien, wurde 1982 als Amateur Schweizer Meister, WM-Dritter, entschied 1985 die 17. Giro-Etappe für sich. Guido Amrhein (VC Fischingen), als sechsfacher Tour-de-Suisse-Teilnehmer und ehemaliger Trainer von Alex Zülle und Stefan Küng, gehörte ebenfalls zu den leistungsstarken Allroundern.

Amateur Trinkler

Dann war da noch Richard Trinkler (Sirnach). Bei seinen dritten Olympischen Spielen gewann er 1984 Silber mit dem Strassenvierer. 1978 sicherte sich der siebenfache Gesamtsieger der international bedeutenden Ostschweizer Rundfahrt als Amateur WM-Bronze und Silber (Vierer), wurde im Einzel Vierter. 1987 wechselte er mit 36 Jahren zu den Profis, fuhr den Giro d’Italia und gewann fünf Rennen (u. a. Luxemburg-Rundfahrt).

Ob der Thurgau eine Hochburg bleibt? Eine Konstellation wie jetzt, dass Stefan Küng (BMC), Michael Albasini (Orica) und Reto Hollenstein (Katusha) drei World-Tour-Top-Mannschaften angehören sowie Ralph Näf weltweit mit einem eigenen Bike-Team unterwegs ist, dürfte eine Besonderheit bleiben.

Urs Huwyler

sport@thurgauerzeitung.ch

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