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Rackerndes Talent ohne Titel

Bruno Sutter, der linksfüssige Mittelfeldstratege, stand zwischen 2003 und 2006 für den FC St. Gallen im Einsatz. Unvergessen bleiben auch die zwei Saisons, als er für den FC Wil in der damaligen NLB spielte.
Christoph Renn
Bruno Sutter hat heute seine Haare streng nach hinten frisiert. (Bild: Monika Flückiger, KEY (Thun, 22. August 2004))

Bruno Sutter hat heute seine Haare streng nach hinten frisiert. (Bild: Monika Flückiger, KEY (Thun, 22. August 2004))

Die blonde Mähne ist weg, die Haare sind streng nach hinten frisiert. Geblieben ist Bruno Sutter trotz neuer Frisur die Leidenschaft für den Fussball. Heute leitet der 39-Jährige die Fussballschule Foot Sport in Winterthur – der er selbst entstammt – und kickt beim Zweitligisten FC Töss.

«Dass ich überhaupt noch spielen kann, ist wunderbar», sagt Sutter. 2008 musste er sich einer Rückenoperation unterziehen. «Vor dem Eingriff hatte ich Lähmungserscheinungen im linken Bein.» Nach der Operation absolvierte er noch 13 Spiele für den FC Vaduz, bevor er seine 15jährige Profikarriere beenden musste.

Sofort Stammspieler beim FC Basel

Eine Karriere – ohne gewonnenen Titel –, die sich wie eine Tour de Suisse liest. Begonnen hat alles im zarten Alter von 18 Jahren. Beim FC Basel wurde das vielgelobte Talent sofort Stammspieler und bekam bald Angebote aus dem Ausland. Doch nach zwei Jahren wechselte er den Verein. Zwischen 1997 und 2010 lief er für den FC Zürich, Schaffhausen, Lugano, Wil, St. Gallen und den FC Vaduz auf. Und er erlebte zweimal die Schattenseiten des Spitzenfussballs. Beim FC Lugano wurde Präsident Helios Jermini 2002 tot im Luganersee gefunden. Er hatte 61 Millionen Franken veruntreut und in den Verein gesteckt. Auch bei seinem nächsten Club, dem FC Wil, wurde ein Finanzskandal aufgedeckt: Clubpräsident und Banker Andreas Hafen hatte seinem Arbeitgeber 48 Millionen abgezweigt. «Ich dachte nur: Nein, nicht schon wieder.» Danach wechselte er zum FC St. Gallen.

Schlüsselspieler mit viel Einsatzzeit

Wie seine gesamte Karriere, war Sutters Zeit beim FC St. Gallen 1879 ein stetiges Auf und Ab. In der ersten Saison 2003/04 unter Heinz Peischl – der ihn bereits beim FC Wil trainierte – war er Schlüsselspieler, bekam viel Einsatzzeit. Die sportlichen Erfolge der Espen blieben aber aus, die Mannschaft klassierte sich auf Rang fünf. In der folgenden Saison reichte es nur für den siebten Schlussrang. Nach einer 0:4-Niederlage gegen die Grasshoppers musste Peischl gehen. Der ehemalige Liechtensteiner Nationaltrainer Ralf Loose übernahm. Mit dem Wechsel begann eine schwierige Zeit für Sutter, die nach 70 Spielen für Grün-Weiss mit dem Wechsel zum FC Vaduz endete.

Autofahrten mit Zellweger

Trotz des mässigen sportlichen Erfolgs erinnert sich der Linksfüsser, der nicht nur wegen seiner blonden Mähne, sondern auch wegen seines technischen Repertoires oft mit seinem Namensvetter Alain Sutter verglichen wurde, gerne an die Zeit in der Olma-Stadt. Bezeichnend ist, dass er sich lieber an Geschehnisse neben als auf dem Platz erinnert. «Das St. Galler Publikum ist einzigartig.» Auch wenn die Zuschauer ihren Unmut über schlechte Leistungen mit Pfeifkonzerten kundtaten. «Das gehört dazu und zeigt, wie wichtig den Fans der Verein ist. Es sind aber wohl die treusten Anhänger, denn sie sind auch ins Stadion gekommen, wenn es sportlich nicht lief.» Imponiert habe ihm, wie viele Leute die Trainings besucht hätten. «Bei dem grossen Einzugsgebiet nehmen die Fans lange Anfahrten auf sich.» Sutter erinnert sich an die Fahrten von Winterthur, wo er wohnte und noch immer heimisch ist, nach St. Gallen. «Wir haben eine Fahrgemeinschaft gebildet.» Im Auto sassen Marc Zellweger, der laut Sutter am Morgen viel Ruhe brauchte, Diego Ciccone, Pascal Cerrone und Davide Callà, der jeweils etwas länger brauchte, um auf Betriebstemperaturen zu kommen. Er erinnert sich an die Zeit mit Stefano Razzetti, mit dem er jeweils drei Jahre in Lugano und St. Gallen gespielt hat.

Bruno Sutter will jedoch nicht in der Vergangenheit leben. «Für mich zählt die Zukunft.» Eine Zukunft, die er mit seiner Ehefrau, seinen zwei Töchtern und dem Sohn geniessen wolle. Deshalb werde er Ende Saison die Fussballschuhe an den Nagel hängen. Nicht nur den müden Knochen zuliebe, sondern vor allem, um mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen.

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