Quo vadis, Schule Oberuzwil?

Kein Schulratspräsident mehr Ausgabe vom 15. Januar 2016

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Mein Entscheid, vor zwölf Jahren mit der Familie nach Oberuzwil zu ziehen, fusste nebst anderen Standortfaktoren auch auf dem guten Ruf der Oberuzwiler Schule. Tempi passati. Seit 2011 lese ich in den Medien sowie in amtlichen Mitteilungen von überdurchschnittlich vielen Fluktuationen auf allen Ebenen der Oberuzwiler Schule. Im vergangenen November wurde ich an die Urne gerufen, um einen neuen Schulratspräsidenten zu wählen. Kurze Zeit nach dieser Wahl lese ich in der Zeitung, dass der Gemeinderat just dieses Amt und somit die Mitbestimmung der Bevölkerung abschaffen will – für mich als Demokraten ein befremdendes und irritierendes Vorgehen. Dieser Plan ist aus meiner Sicht ein kapitaler Fehler. Warum?

Wir haben eine Volksschule. Deren Leitung wird von den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern gewählt. Das ist gut so: Sie wollen mitbestimmen, wer jene Schule führt, die der Nachwuchs in Bichwil und Oberuzwil täglich besucht und die einen respektablen Anteil der Steuergelder benötigt. Schule muss auf politischer Ebene von einer Person geführt werden, welche sich öffentlich mit diesem grossen Ressort identifiziert.

Umgekehrt muss sich eine Mehrheit unserer drei Dörfer mit dieser Führungsperson identifizieren können. Unsere Lehrpersonen leisten jeden Tag anstrengende Arbeit in einem komplexen Berufsfeld. Besonders sie müssen wissen, dass die Schulführung letztlich von der Bevölkerung (und somit von einem Teil der Eltern) beauftragt wurde, schulpolitische Entscheide zu fällen.

Was die Schule der Gemeinde Oberuzwil meines Erachtens braucht, sind keine weiteren Strukturreformen. Sie braucht jetzt dreierlei: Stabilität, Identifikation und Vertrauen. Die geplante Änderung der Gemeindeordnung erfüllt in meinen Augen keine der drei Anforderungen, sondern bewirkt das Gegenteil. Deshalb werde ich sie an der Bürgerversammlung vom 29. März ablehnen.

Thomas Rhyner Morgenwies 4d, 9242 Oberuzwil

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