Quellwasser auch für den Notfall

Die Sanierungen der Wasserschächte und Leitungen für das Uzwiler Quellwasser sind abgeschlossen. Durch diese Massnahme wollen die Technischen Betriebe Uzwil die Wasserversorgung auch bei einer Extremsituation sicherstellen.

Donat Beerli
Merken
Drucken
Teilen
Marcel Gähwiler, Geschäftsleiter der Technischen Betriebe Uzwil, prüft einen der 25 neuen Quellwasserschächte am Vogelsberg. (Bild: Donat Beerli)

Marcel Gähwiler, Geschäftsleiter der Technischen Betriebe Uzwil, prüft einen der 25 neuen Quellwasserschächte am Vogelsberg. (Bild: Donat Beerli)

UZWIL. Quellwasser spielt in der Wasserversorgung von Uzwil eine zweitrangige Rolle. Nur gerade fünf bis zehn Prozent beträgt der Anteil des Quellwassers, das vom Vogelsberg ins Reservoir Sonnenberg fliesst und schliesslich aus den Wasserhähnen der Uzwiler Haushalte rauskommt. Der Grossteil des Trinkwassers, zwischen 90 bis 95 Prozent, wird durch die fünf regionalen Grundwasserpumpwerke bereitgestellt.

Dennoch haben sich die Technischen Betriebe Uzwil (TBU) vor fünf Jahren entschlossen, die alten Quellwasserschächte inklusive der Leitungen zu ersetzen. Marcel Gähwiler, Geschäftsleiter der TBU, sagt: «Bei der Sanierung geht es unter anderem auch um die Sicherstellung der Notfallversorgung.» Falls man einen längeren Stromausfall zu beklagen habe, würden die Pumpen fürs Grundwasser natürlich auch ausfallen, das Quellwasser hingegen fliesse auch ohne Strom ins Reservoir.

Nun fliesst mehr Quellwasser

Dafür wurden bei der Sanierung 25 neue Wasserschächte installiert und über 4000 Meter Rohre verlegt. Kostenpunkt: 700 000 Franken. «Die Schächte waren mit ihren 90 Jahren schlicht veraltet, nun sind wir wieder auf dem neusten Stand», sagt Gähwiler. Viele der Leitungen hätten zudem Löcher aufgewiesen. Durch den Ersatz all dieser Leitungen fliesst nun wieder mehr Quellwasser ins Reservoir Sonnenberg, bis zu 500 Liter pro Minute. «Was jetzt noch fehlt, ist der Regen», sagt Gähwiler.

Im Gegensatz zu denjenigen, die sich mit Wehmut an den trockenen und warmen Sommer erinnern, freut sich der Geschäftsleiter der TBU über die Niederschläge der vergangenen Tage, erklärt aber gleichzeitig: «Das sieht jetzt vielleicht nach viel Regen aus, aber es braucht eigentlich noch reichlich mehr.» Nur dann sei die Versickerung stark genug, damit das Wasser durch die Leitungen zum Reservoir fliesse.

Gleichwohl versichert Gähwiler, dass auch ein trockener Sommer wie der diesjährige die Wasserversorgung nicht gefährden könne: «Wir haben unter anderem in der Reifenau sehr gute Grundwasservorräte.»

Qualität wird stetig geprüft

Die Technischen Betriebe versorgen über 11 000 Einwohner in den Dörfern Niederuzwil, Uzwil, Algetshausen und Wilen Watt mit Trinkwasser. Um dessen Qualität sicherzustellen, werden in allen Förderanlagen monatlich Proben entnommen. Das Labor des Kantonalen Amtes für Lebensmittelkontrolle in St. Gallen untersucht diese hauptsächlich auf verschiedenste Keime und Bakterien. «Im gesamten Trinkwasserprozess steckt viel Arbeit», sagt Gähwiler.

Deshalb organisieren die TBU am Samstag auch eine Informationsveranstaltung dazu (siehe Infokasten). «Wir möchten der Bevölkerung zeigen, was alles gemacht wird, damit die Einwohner ihr Trinkwasser ohne Bedenken im Haushalt nutzen können.»