QUARTIERTREFF: Spielend integrieren

Am ersten Mittwoch im Monat treffen sich im Wiler Westquartier Kinder und Erwachsene zum Spielen, Plaudern und Austauschen. Ein gutes Beispiel für die Zusammenarbeit von Schule und Quartierverein.

Natalie Milsom
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Kindergartenlehrerin Virginia Rüttner ist regelmässig zu Besuch im Spieltreff. (Bilder: Natalie Milsom)

Kindergartenlehrerin Virginia Rüttner ist regelmässig zu Besuch im Spieltreff. (Bilder: Natalie Milsom)

Natalie Milsom

natalie.milsom@wilerzeitung.ch

17.15 Uhr: Zwei Knaben sitzen mit einer jungen Frau am Tisch, alle drei sind konzentriert. Einer legt seine Karte und ruft «Uno!», der andere lacht und nimmt eine Karte vom Stapel. Auch wenn diesmal sein Freund gewinnt, so hat er doch gute Chancen, die Lehrerin zu schlagen.

42 Personen, vom Kleinkind zum Erwachsenen, alle aus verschiedenen Kulturen, sind vertieft in ein Spiel. Sie fühlen sich wohl und teilen die Freude am Spielen. Was so ungezwungen aussieht, ist über mehrere Jahre vom Quartierverein, dem Alleeschulhaus und dem Elternverein aufgebaut worden und geniesst heute grosse Beliebtheit im Quartier: bei den Kindern, den Eltern und der Lehrerschaft.

Seit etwa einem Jahr findet der Spieltreff in dieser Form statt. Schon vorher hatte Guido Bünzli, Präsident des Quartiervereins Wil West, einen regelmässigen Treff mit verschiedenen Aktivitäten ins Leben gerufen. Als nach einer Sonderwoche der Schule zum Thema Spiel, zusammen mit dem Elternforum, ein Spielnachmittag angeboten wurde, stiess dieser auf grosses Interesse. Seither betreuen sechs Freiwillige den Treff, alle ehrenamtlich.

Im Alleeschulhaus wird auch im Alltag gespielt

Da das Spielen auch in der Schule grossgeschrieben wird, sind meistens auch Lehrpersonen im Treff. Die Kindergärtnerin Virginia Rüttner vom Kindergarten Stöckli ist zum dritten Mal dabei. «Wenn ich am Morgen erzähle, dass ich an diesem Nachmittag den Treff besuche, kommen auch mehr Kinder aus meiner Klasse.» Es nehmen auch einige ihrer ehemaligen Schüler teil, «denn wer einmal gekommen ist, der kommt immer wieder». Sie findet es schön zu sehen, welches Selbstvertrauen die Kinder entwickeln, wenn sie ein Spiel aus dem Kindergarten schon kennen und es einem andern Kind erklären können. Auch gäbe es immer wieder Kinder, die ein Spiel, das sie aus dem Spieltreff kennen, für zu Hause kaufen oder aus der Ludothek ausleihen. Damit ist ein weiteres Ziel erreicht: Die Familie unternimmt zu Hause etwas miteinander und spielt ein Spiel.

Eine der Verantwortlichen ist Valeska Stolz: «Ich finde es toll, dass ich Kindern und ihren Eltern so die Freude am Spielen weitergeben kann.» Sie bringt immer wieder neue Spiele zum Treff mit. Wenn alle Besucher gegangen sind, führen sie und ihre zwei Töchter die anderen Treff-Verantwortlichen in die neuen Spiele ein. Und dieses Wissen ist notwendig, denn ständig kommen Kinder auf die Erwachsenen zu und fragen, ob sie ein Spiel gemeinsam spielen wollen. Regelmässig kommen neue Leute dazu. Diese werden zum Spielen eingeladen und fühlen sich gleich wohl. Auch Alisa, eine Fünftklässlerin, spielt zum ersten Mal mit. «Es gefällt mir sehr gut, weil es so viele Kinder hat. Und so viele Spiele, die ich noch nicht kenne.» Sie ist mit ihrem kleinen Bruder gekommen und ist überzeugt, dass sie noch öfters anwesend sein wird. Die Kinder erhalten in der Schule jeweils ein Infoblatt, das sie an den nächsten Termin erinnert.

Bruno und Arlind waren schon oft am Spieltreff. Sie sind beste Freunde und finden es cool, immer wieder neue Spiele kennen zu lernen. «Manchmal dürfen wir auch in der Schule spielen, zum Beispiel ‹Vier gewinnt›. Das ist super.»

Gute Räume bieten das geeignete Umfeld

Guido Bünzli ist einer der Verantwortlichen. Er ist immer schon früher da, um aufzustellen und einzurichten. Er ist froh, dass sie in den Räumen der FEG einen geeigneten Raum gefunden haben, den sie zu guten Konditionen benutzen dürften. «Vorher waren wir im Gebäude der Tagesstruktur, aber dort wurde es zu eng.»

18 Uhr: Ein Vater steht am Eingang, ein erstes Kind geht etwas unwillig nach Hause, die andern spielen noch fertig. Tisch um Tisch wird aufgeräumt und die Kinder verabschieden sich. Sie freuen sich aufs nächste Mal.

Hinweis

Quartiertreff immer am ersten Mittwoch im Monat um 17 Uhr im FEG-Gebäude, Gallusstrasse 15