Quakende Bewohner besucht

Die Jonschwiler Behörde besichtigte zwei Naturschutzgebiete in der Gemeinde. Dort tummeln sich seltene Frosch- und Krötenarten.

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JONSCHWIL. Seit August 2011 ist die geänderte Schutzverordnung der Gemeinde Jonschwil in Kraft. Der Gemeinderat und Mitarbeitende nahmen dies zum Anlass, um eine Exkursion in die Naturschutzgebiete zu machen. Der Naturschutzbeauftragte Rolf Bösch erklärte den Behördemitgliedern Hintergründe und Spezialitäten von zwei Gebieten.

Neues Leben im Egelsee

Bis vor wenigen Jahren war der westlich des Bärensberges gelegene Weiher Egelsee fast ausgetrocknet. Mit einer Ausbaggerung konnte das Naturschutzgebiet wieder zu neuem Leben erweckt werden. Bei der Besichtigung konnten die Teilnehmer erfreut feststellen, dass diverse Kröten- und Froscharten überlebt oder sich wieder angesiedelt haben.

Die Kiesgrube Hori wird seit mehreren Jahrzehnten betrieben. Oberhalb des ehemaligen Kieswerks hat sich ein Trockenstandort gebildet, der eine seltene Pflanzenwelt hervorgebracht hat. Im Gebiet des Kiesabbaus ergeben sich immer wieder Mulden, in denen Wasser zeitweise liegen bleibt und ideale Bedingungen für Amphibien hergeben.

Seltene Arten im Gebiet Hori

Insbesondere die Kreuzkröten und Gelbbauchunken bevorzugen diese Wasserstellen, da sie diese Bedingungen in den früheren Auengebieten der Flüsse und Bäche kaum mehr vorfinden. Die Kreuzkröte, die im Kanton St. Gallen sonst nur noch an einem weiteren Standort in Kirchberg existiert, wurde erst vor kurzer Zeit im Gebiet Hori entdeckt. Zusammen mit dem nahenden Ende des Kiesabbaus und der Wiederauffüllung wurde nun ein Konzept ausgearbeitet, mit dem das Überleben dieser seltenen und weiterer Arten angestrebt wird. Dazu sei ein behutsames Vorgehen nötig, das in Absprache mit dem Kieswerkbetreiber, dem Naturschutzbeauftragten sowie den Kantons- und Gemeindeverantwortlichen erfolgen müsse, sagt Gemeindepräsident Stefan Frei. (pd)