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Qashif Ismaili trennt sich
vom Flawiler «Park»

Nach zehn Jahren verlassen Qashif Ismaili und seine Familie das Restaurant Park. Differenzen mit dem neuen Vermieter haben zu diesem Schritt geführt. Doch Ismailis lassen den Kopf deshalb nicht hängen.
Tobias Bruggmann
«Ohne meine Frau Hanife hätte ich das 'Park' nicht übernommen, sie ist die gute Seele des Hauses», sagt Qashif Ismaili. (Bild: Tobias Bruggmann)

«Ohne meine Frau Hanife hätte ich das 'Park' nicht übernommen, sie ist die gute Seele des Hauses», sagt Qashif Ismaili. (Bild: Tobias Bruggmann)

Sein Markenzeichen bemerkt man schon beim Hereinkommen: «Hallo Walter, wie geht es?», ein sanfter Handschlag folgt. Qashif Ismaili begrüsst jeden Gast mit Namen. Einen Trick, um sich diese zu merken, habe er aber nicht, sagt der Wirt des Restaurants Parks lachend. Doch er kennt schon viele Namen aus Flawil und Umgebung. Am 13. Januar werden es zehn Jahre sein, in denen Ismaili in Flawil wirtet. Nur zwei Wochen später wird er die Gäste zum letzten Mal namentlich verabschieden: Ismaili hat den Pachtvertrag des Restaurants gekündigt. Es habe Differenzen mit dem neuen Vermieter gegeben. Mehr will er nicht sagen, um nicht zusätzliches Öl ins Feuer zu giessen.

Es soll ein Restaurant bleiben

Der Weggang der Familie Ismaili stellt die neuen Vermieter des «Parks» vor Probleme: «Wir bedauern den Weggang von Herrn Ismaili und befinden uns auf der Suche nach einem Nachfolger für das Restaurant. Die Nachfrage ist jedoch nicht gross», sagt Katarzyna Ganter von Global Immobilien. Das «Park» ist beliebt, fast jeden Tag bewirtet Ismaili mit seiner Familie mehrere, unterschiedliche Stammtische. Dafür arbeitet er hart. Sieben Tage in der Woche hat das «Park» geöffnet. Der Familie mache das nichts aus, erzählt er lachend: «Meine Frau und ich ziehen die Kraft aus dem Kontakt mit den Menschen.»

Dabei war der Start des Restaurants alles andere als viel versprechend: Der Ruf des Lokals war vor dem Einzug der Ismailis am Boden, die Beschwerden bei der Gemeinde häuften sich. Ismaili erfuhr jedoch erst kurz vor dem Start von diesen Problemen: «Als ich das gehört habe, war ich am Boden zerstört. Meine Frau hat mich dann überzeugt, die Eröffnung trotzdem zu wagen.» Das taten sie dann auch, und griffen dabei zu unkonventionellen Marketingmethoden. «Wir haben allen Nachbarn einen Brief geschrieben und uns vorgestellt. Als dann am ersten Tag eine Nachbarin kam, wusste ich, dass alles gut kommt», sagt Ismaili und seine Augen leuchten. Die Nachbarn hätten das Restaurant dann bekannt gemacht. «Wir haben kein Geld für Werbung ausgeben. Es war alles nur Mund-zu-Mund-Propaganda. Ich glaube, das funktioniert nur in Flawil, weil die Leute hier neugierig sind.»

Kulturkeller von "Night Music"

Mittlerweile kommen nicht nur die Nachbarn, sondern auch viele Vereine. So organisiert Monday Night Music verschiedene Konzerte im Kulturkeller unterhalb des Restaurants. «Wir sind noch in Abklärungen, ob wir diese auch in Zukunft am gleichen Ort durchführen können», sagt Urs Rechsteiner, der Präsident des Vereins.

Auch für den Schachklub Flawil ist die Zukunft noch ungewiss. «Ein geeignetes Lokal zu finden ist schwierig. Wir sind aber vor allem persönlich betroffen, da wir von der ganzen Familie sehr freundlich aufgenommen worden sind», sagt Präsident Thomas Näf. Ein allfälliger Wechsel des Proberaums wäre für den Schachklub bereits der zweite in kurzer Zeit: Vor dem Abbruch des Restaurants Posts spielten sie dort. Bei Qashif Ismaili spürt man in jedem Wort die Leidenschaft für seinen Beruf. Besonders, wenn er auf den ersten albanischen Abend zu sprechen kommt, den die Familie organisiert hatte: «Von den 120 Anmeldungen waren 105 von Schweizern. Seither weiss ich, dass in Flawil nicht die Nationalität oder die Religion zählt, sondern der Mensch.»

Neue Lokalität in Flawil gesucht

«Dass wir weggehen, belastet uns schon. Doch unsere Stammkunden geben uns Kraft», sagt Ismaili und das Leuchten in den Augen erlischt für einen Augenblick. Sie suchen jetzt ein neues Restaurant in Flawil. Die Anforderungen sind hoch. Die Grösse muss stimmen und einen Garten sollte es haben.

Wie es weitergeht, wenn die Suche erfolglos bleibt, ist offen: «Wir haben mal gesagt, dass wir aufhören zu wirten, wenn wir in Flawil nichts Neues finden. Doch man soll niemals nie sagen», sagt der Wirt. Bis Ende Januar, wenn das «Park» schliesst, bleibt noch etwas Zeit für die Suche. Und Qashif Ismaili lässt sich nicht entmutigen: «Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass sich eine neue Türe öffnet.»

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